Handwerksberuf: Schildermaler.

Colm O'Connor writes

Das Malen von Firmenschildern und Werbebotschaften hat in Irland Tradition. Signwriter Colm O’Connor lebt das alte Handwerk – und will doch kein Künstler sein.

Handgemalt: Schilder in Dublin.

Er ist einer der letzten seiner Art: Maler, Illustrator und Vermittler lebensnotwendiger Informationen. Colm O’Connor ist eingetragener Schildermaler, zu Englisch “Signwriter”. Seine Arbeiten finden sich als handgemalte Texte über den Eingängen von Geschäften, Pubs, auf Schaufenstern, Parkbänken oder ganzen Häuserfassaden. Zwar hat der Beruf des Signwriters eine große Tradition in Irland. Doch manch einem mag diese Profession im digitalen Zeitalter überholt erscheinen. Und Colm selbst muss nicht lange überlegen, um die unangenehme Seite seines Jobs zu benennen: „Das Wetter.“ 90 Prozent der Arbeit finden draußen statt. „Da musst du Kälte aushalten können.“

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Signwriter in Irland.

Bis zu zehn Stunden täglich verbringt der 45-Jährige auf seiner Leiter. Teils ohne Pause. „Irgendwann kommst du in einen Rhythmus und den unterbrichst du dann auch nicht mehr“, sagt der Dubliner. Es sei denn, er wird dazu genötigt. „Hey, Schreibfehler“, rufen zwei junge Männer im Vorbeigehen und schauen ernst. O’Connor steigt von der Leiter und tritt zwei Schritte zurück. Es ist alles korrekt geschrieben. Er hört ein sich entfernendes Kichern. „That’s Ireland! Das passiert immer wieder. Iren lieben es, sich gegenseitig auf den Arm zu nehmen“, sagt Colm O’Connor und zuckt die Achseln. Zurück auf der Leiter vollendet er mit ein paar langgezogenen Strichen den Namen der Kneipe Snug. So wie Snug, der älteste Pub im populären Kneipenviertel Temple Bar, haben in Dublin immer noch etwa 25 Prozent aller Geschäfte Handgemaltes über ihren Eingängen.

Arbeitsmaterialien eines Schildermalers

  • Farbe
  • Blattgold – zum Veredeln
  • Vinyl – für Fenster und Fahrzeugbemalungen
  • Neonelemente für Leuchtreklamen
  • Holz und Stahl
  • Acryl und Foamex

Zuerst Handwerker, dann Künstler.

Auf die Frage, ob er sich eher als Handwerker oder als Künstler sehe, kommt die Antwort umgehend: „Ich bin zuerst Handwerker. Wir müssen vor allem schnell und sauber arbeiten“, sagt Colm O’Connor. „Die Kunst kommt erst an zweiter Stelle.“ Das klassische Handwerk eines Signwriters umfasst das Arbeiten mit Farbe und Pinsel und das Veredeln durch Blattgold. Doch natürlich hat die Entwicklung neuer Materialien und Techniken auch die Arbeitsweise in diesem traditionellen Handwerk verändert. Die heutigen Anforderungen an den Berufsstand sind vielfältig: „Wir arbeiten mit digital hergestellten Vinyldrucken, Neonreklamen, Holz, Edelstahl und Laminierungen.“ Der Job ist sehr fordernd und verlangt viel von dem, der ihn ausübt. „Aber die Befriedigung, eine Arbeit vollendet zu haben, ist für mich durch nichts zu ersetzen.“

Signwriting hat eine lange Tradition in Irland.

Signwriting hat bis heute Tradition in Irland. Jedes vierte Geschäft in Dublin leistet sich einen handgemalten Schriftzug.

Die blattgoldene Schrift wurde mit Klarlack versiegelt.

Handarbeit auf Glas. Blattgoldene Schrift mit schwarzer Umrandung. Zum Schutz wurden die Lettern mit Klarlack versiegelt.

Ein moderner Signwriter arbeitet mit Farbe, Vinyl, Edelstahl und Holz.

Farbe, Vinyl, Edelstahl, Holz … Ein moderner Signwriter muss mit einer Vielzahl von Materialien arbeiten können. Hier Buchstaben aus Holz.

Colm O’Connor bei der Restauration eines Schilds .

Für Colm O’Connor stehen Schnelligkeit und sauberes Arbeiten über der Kunst.

Signwriting ist gerade bei Geschäften wichtig, da es Qualität transportiert.

Signwriting als ein Statement für Qualität. Hier: Mit Blattgold verzierte Buchstaben und vergoldeter Turm bei einem Geschäftsschild mit Namenszug aus Messing.

Colm O’Connor bemalt als Signwriter Pubs, Schaufenster und Häuserfassaden.

Viele Kneipen tragen Colm O’Connor’s Handschrift. Auch das Snug, Temple Bars ältester Pub.

Der Schriftzug Cumiskey’s wurde von Colm O’Connor vor 25 Jahren illustriert.

Handgemaltes hält lange. Der Schriftzug Cumiskey’s wurde von Colm O’Connor vor 25 Jahren renoviert und sieht immer noch blendend aus.

Fotos: Colm O’Connor

Mehr Links zum Entdecken: http://www.colmoconnorsignwriter.com/

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