Original Craftsmen: Sieben Handwerksbetriebe im Zeichen von Qualität und Tradition.

Nick Karry und Ted Wood arbeiten an den Füßen eines Hockers

In der Serie „Original Craftsmen“ gibt MYVAN einen Einblick in die Arbeit von Menschen, die sich dem klassischen Handwerk verschrieben und es zugleich neu interpretiert haben.

Echtes Traditionshandwerk ist rar.

Vom Bierbrauer über den Schreiner bis hin zum Hersteller für Messer aus Damaszener Stahl – die Bandbreite an traditionellen Handwerksberufen ist groß. Oder zumindest war sie das einmal, bevor moderne Produktionsverfahren die Handarbeit nach und nach ablösten und ein Produkt dem anderen glich. Die individuelle Note ging verloren. Dies ist auch der Grund für eine neu erwachte Sehnsucht nach mehr Persönlichkeit. Daher ist es keine Überraschung, dass sich individuell von Hand gefertigte Produkte wieder größerer Beliebtheit erfreuen. Wir haben sieben unterschiedliche Handwerksbetriebe besucht, die ihrem Vermächtnis treu geblieben sind und es obendrein schaffen mit neuen, originellen Ideen am Puls der Zeit zu bleiben.

Nick Karry und Garvan de Bruir arbeiten konzentriert in der Lederwerkstatt

MYVAN Reporter Nick Karry durfte verschiedene Arten von Traditionshandwerk kennenlernen.

Produkte mit Unendlichkeitspotenzial.

Wir beginnen mit den gängigen Werkstoffen Holz, Stein und Leder. Der junge Brite Ted Jefferis ist Schreiner, Designer und Architekt. Am liebsten fertigt er Möbelstücke in der eigenen Familienwerkstatt an und setzt die Tradition nun bereits in der vierten Generation fort. Seine mehrfach prämierten Designerstücke unter dem Label TedWood weisen nicht nur ungewöhnliche Formen auf, sondern sind auch besonders langlebig, womit Ted ein Zeichen gegen unsere Wegwerfgesellschaft setzen möchte.

Schlafen im Steinbett und Klassisches aus Leder.

Auf Designermöbel hat sich auch Harald Quast spezialisiert. Vom Holzhandwerk hat der Diplomingenieur aber vermutlich weniger Ahnung. Seine Produkte bestehen nämlich aus Stein. Moment, Möbel aus Stein? Richtig gelesen! Mit Hilfe einer Steinsägemaschine hat Quast bereits Betten, Tische, Nachtschränkchen und vieles mehr aus dem Muschelkalk gefertigt, der vor seiner Haustüre, in der Umgebung von Würzburg, abgebaut wird.

Ein wenig klassischer wird es wieder, wenn wir die Arbeit des Iren Garvan de Bruir betrachten. In Kildare, eine für ihr Lederhandwerk bekannte Kleinstadt bei Dublin, stellt Garvan in Handarbeit verschiedene Waren aus dem zeitlosen Werkstoff her – angefangen von Taschen und Accessoires bis hin zu Jacken. Seine Produkte seien vor allem simpel, funktional und langlebig, so der Ire.

Selbst gebrautes Bier und Brotbox aus dem Internet.

Wahre Tradition gibt es auch im Lebensmittelhandwerk zu entdecken. Zu einem echten Trend geworden ist das Brauen von „Craft Beer“, also handwerklich, meist außerhalb von Brauereien hergestelltes Bier. Davon anstecken ließen sich auch Timm und Mario aus München. Da sie kaum noch einen Unterschied zwischen den deutschen Biermarken schmecken konnten, versuchten sie sich selbst in der Braukunst. Heute führen sie ihre eigene Brauerei namens Crew Republic.

Ebenfalls in Bayern, in Schwandorf, befindet sich die Bio-Bäckerei Glaab. Seit seiner Gründung vor fast 70 Jahren ist das kleine Handwerksunternehmen in Familienhand. Die besondere Mischung aus traditionellem Backhandwerk und fortschrittlich gedachten Serviceangeboten, wie der online bestellbaren „Brotbox“, zeichnen den Betrieb aus.

Traditionshandwerk Spezial: Damaszenerklingen und Neon-Kunst.

Schließlich möchten wir uns noch spezielleren Sparten widmen. Etwa der Herstellung von Küchenmessern im Damaszener Stil. Ein dreiköpfiges Team, bestehend aus Jon, James und Richard, hat sich an diese Kunst gewagt und die Messerschmiede namens Blenheim Forge im Süden von London aufgebaut. Ohne Vorkenntnisse und nur mit Hilfe von YouTube-Videos stellten sie ihr erstes Messer her. Nun können sie ihre Produkte mit dem sagenumwobenen Traditionshandwerk aus Damaskus messen.

Nicht unbedingt an ein Handwerk denkt man beim Betrachten eines bunt leuchtenden Neonschriftzugs in einer Bar. Tatsächlich handelt es sich hierbei aber um eine moderne Interpretation des vom Aussterben bedrohten Glasbläsereihandwerks. Der Engländer Andy Doig zeigt uns, wie er mit kunstvollen Fabrikaten und Installationen (Neon-)Licht ins Dunkel bringt.

Ein Mann erhitzt Glas an einem Tisch

Neonkunst ist harte Arbeit – doch für Andy Doig geht mit ihr ein Kindheitstraum in Erfüllung.

Ein Messer von Blenheim Forge spiegelt das Licht wider

Die Messer der Firma Blenheim Forge werden im Damaszener Stil handgefertigt. Die schöne Struktur der Stahlschichten kommt durch Politur oder Ätzung zum Vorschein.

Zwei Bäcker stehen in der Backstube, der eine hält ein Blech Brezeln in den Händen

Echte Handarbeit: Die Familienbäckerei Glaab wird vom Enkel des Gründers geführt, von Bäckermeister Christian Glaab (links).

Mann mit Bart und Cap hält einen vollen Bierbecher in der Hand

Ungewöhnliche und geschmacksintensive Biersorten, hergestellt mit traditionellen Verfahren – das ist die Vision der Münchner Craft-Beer-Brauerei Crew Republic.

Nick Karry und Harald Quast schleifen einen Steinblock

Mit Wohnstein erfindet Harald Quast Designermöbel neu – und verbindet massive Strukturen mit filigraner Eleganz und Leichtigkeit.

Photos: Damaris RiedingerSaeed Kakavand, Nadine Laux, Matthias Sastedt, Blenheim Forge

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