Der Mercedes-Benz Sprinter als Lebensretter beim DRK.

Ein Sprinter Rettungswagen steht vor der Einsatzzentrale des DRK Büdingen

Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Büdingen bei Frankfurt sind zehn Sprinter im Einsatz. Wir haben uns die Rettungstransportwagen (RTW) ganz ohne medizinische Indikation von Innen angesehen.

Maximalversorger im Rettungsfall.

Über den bekanntesten Sprinter im Straßenverkehr denkt kaum mehr jemand nach – bis man ihn braucht. Und dann hat man andere Sorgen. Der DRK Kreisverband im mitteldeutschen Büdingen besitzt zehn Rettungswagen (RTW) auf Sprinter-Basis. Damit ist er nicht der einzige Rettungsdienst, der auf den Transporter mit Stern vertraut. Auf der ganzen Welt transportieren ausgebaute Sprinter Patienten in den wichtigen Minuten zwischen Unfallort und Krankenhaus, zwischen Leben und Tod. Etwas weniger dramatisch ausgedrückt: Absolute Zuverlässigkeit beim Fahrzeug ist unerlässlich.

Das innere Stahlgerüst eines Koffermoduls.

Die Koffermodule beim Sprinter des DRK Büdingen waren gebraucht und wurden beim Ausbau grundsaniert, lackiert und beklebt.

Extra-stabiler Aluminiumkoffer mit Hightech-Inhalt.

Das norddeutsche Unternehmen Fahrtec-Systeme ist auf den Kofferbau spezialisiert. In Handarbeit werden Vierkantstahlrohre zu einem kastenförmigen Gerippe zusammengebaut. Diese Konstruktion ist besonders verwindungsfähig und bietet maximalen Schutz bei Unfällen und auf unebenen Straßen. Innen wie Außen ist das Gerüst mit zwei Millimeter starken Stahlplatten verdeckt. Auf den Sprinter des DRK Büdingen befinden sich gebrauchte Koffer, die 2016 grundsaniert, lackiert und beklebt wurden. Die Trennung von Fahrgestell und Behandlungsraum ermöglicht eine leichte Wartung im Falle eines Schadens. Alle RTW des DRK Büdingen sind identisch ausgestattet und halten selbst den äußerst kritischen Augen des eigenen Qualitätsmanagements stand.

Die Trage kann ganz einfach in den Rettungswagen geschoben werden.

Die Trage kann ganz einfach in den Rettungswagen geschoben werden.

Diverse Notfallfahrzeuge im deutschen Sprachraum.

Es gibt eine Vielzahl an Rettungsmitteln im deutschen Sprachraum und die entsprechenden Abkürzungen. Ein kurzes Glossar:

Rettungswagen (RTW): Ein Rettungswagen kommt in der Notfallrettung zum Einsatz. Er enthält Geräte zum Transport von Schwerverletzten. Die Sanitäter können mit der vorhandenen Ausstattung lebenswichtige Funktionen aufrechterhalten oder wiederherstellen. Rettungswagen gibt es in verschiedenen Varianten, z.B. für adipöse Patienten als Schwerlast-RTW (S-RTW), für intensivpflichtige Patienten als ITW oder als Infekt-Rettungswagen (I-RTW) zum Schutz vor hochansteckenden Krankheitserregern.

Krankentransportwagen(KTW): Meistens kleinere Vans wie der Vito für den Transport von Patienten, die sich nicht in einer lebensbedrohlichen Lage befinden. Er ist der klassische Krankenwagen, auch Sanitätskraftwagen oder Sanka genannt.

Notarztwagen (NAW): Sobald ein Notarzt an Bord eines RTW ist, wird er zum Notarztwagen. Spezielle Fahrzeuge für die Säuglingsversorgung heißen Baby-Notarztwagen (B-NAW)

Notarzteinsatzfahrzeug (NEF): Hierbei handelt es sich meist um PKW mit Erste-Hilfe Ausrüstung, in denen ein Notarzt zum Unfallort gelangt.

Medizinische Geräte

EKG

CPAP-Beatmungseinheit

Defibrillator

2x Blutzucker-/Blutdruckmessgeräte

Schrittmachereinheit

Thermometer

Beatmungsgerät

EZ-IO-Borhmaschine

2x Absauggeräte

2x Sauerstoffschlafen 10 Liter im Außenfach

Injektiomat

Intubationsbesteck

Ladegerät / Spannungswandler 230 V

2x Blutdruckmessgeräte

Medikamente zur intravenösen Verabreichung sowie Kühlschrank für gekühlte Medikamente

Verbrauchsmaterialien: Spritzen, Infusionen, Verbandsmaterial

Fold in
Fold out

Zu jeder Zeit vernetzt.

In Zwölfstunden-Schichten erhalten je zwei ausgebildete Fachkräfte die Erstversorgung aufrecht. Zum Teil werden die RTW auch für den Interhospitaltransfer eingesetzt. Bei jedem der täglich rund fünf Einsätze muss der Ablauf perfekt abgestimmt sein. Sobald der Leitstellendisponent einen Notruf entgegennimmt muss er den nächstbesten RTW zum Unfallort lotsen, um die gesetzlich vorgeschriebene Zeit der Rettungskette einzuhalten. Ein Digitalfunkgerät überträgt die GPS-Daten an die Leitstelle. Ein PC- Programm schlägt den nächstgelegenen RTW vor. Dem Fahrer werden die Einsatzdaten direkt auf das Navigationsgerät übertragen. Unterwegs sind die Sanitäter über Handfunkgeräte mit der Zentrale verbunden. Sie müssen die Adresse nun nicht mehr per Hand eingeben und können stattdessen sofort das Blaulicht einschalten. Der einzige Grund, aus dem wir gerne mal in einem RTW mitfahren würden: einmal die vier Presslufthörner auf dem Dach und die Sondersignalanlage unterm Kühlergrill aktivieren!

Ein Sprinter RTW mit geöffneter Seitentür vor der Zentrale des DRK Büdingen

Der Einstieg ist von hinten und von der Seite möglich.

Der RTW-Sprinter im Einsatz.

Tritt der Ernstfall ein, darf es kein Zögern geben. Jeder Handgriff muss sitzen. Die Raumaufteilung des Koffers ist genauestens durchgeplant. Links und rechts neben der Patiententrage sind Sitzgelegenheiten für die beiden Mitfahrer angebracht. Auf der rechten Seite sind die elektrischen Geräte wie Defibrillator und EKG an der Wand befestigt. Mit an Bord ist auch ein Spannungswandler auf 230 Volt, der die Apparate mit Strom versorgen kann. An der hinteren Wand befinden sich Schränke mit Medikamenten und Infusionen. Beide Mitfahrer haben flexiblen Zugriff auf die Arbeitsfläche. Die Schränke bestehen aus einem besonders leichten und desinfektionsmittelresistenten Werkstoff. Durch eine Öffnung zum Fahrerhaus an der Rückwand können sich die Sanitäter jederzeit mit dem Fahrer verständigen. Dank der Rückfahrkamera sowie der Motorwärmanlage und Schleuderketten für den Winter können sich alle Beteiligten auf eine reibungslose, wenn auch nicht minder nervenaufreibende Fahrt verlassen.

Steckbrief Mercedes-Benz Sprinter 519 CDI - Krankenwagen

Umbauhersteller

Fahrtec-Systeme

Basisfahrzeug

Mercedes-Benz Sprinter 519 CDI, Baujahr 2016

Motor

OM 642, 6-Zylinder Diesel

Hubraum

2.987 ccm

Getriebe

Automatikgetriebe 7G-TRONIC PLUS

Nennleistung

140 kW

Nenndrehmoment

440 Nm

Zul. Gesamtgewicht

5.000 kg

Maße

6,60 x 2,20 x 3,30

Fold in
Fold out

Der RTW fährt auf einer Landstraße

Der Mercedes-Benz Sprinter Rettungswagen auf dem Weg zum nächsten Einsatz.

Photos: DRK Büdingen

Sprinter

Egal, welchen Job Sie erledigen müssen – der Sprinter erleichtert Ihnen die tägliche Arbeit. Dabei können Sie ihm auch Schweres zumuten. Und gemeinsam viel bewegen. Dank zahlreicher Varianten und über 600 Sonderausstattungen erfüllt der Sprinter die unterschiedlichsten Ansprüche.

Mercedes-Benz Sprinter
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