Der größte Kran der Schweiz

Peter Stricker lebt den Traum eines jeden Kranführers. Er bewegt den größten Raupenkran der Schweiz, den Liebherr LR 11000.

Respekt, aber niemals Angst

Schon seit frühester Kindheit haben Peter Stricker große Fahrzeuge fasziniert. Kein Wunder also, dass er sich entschieden hat, Kranführer zu werden. Als solcher arbeitet er bei der Firma Emil Egger im schweizerischen St. Gallen. Vor 32 Jahren beginnt er „ganz klein“: mit einem Zwanzigtonner. Nach und nach wagt sich der Schweizer an immer größere Fahrzeuge. Inzwischen ist er stolzer Kranführer des größten Raupenkrans der Schweiz. Mit der Größe des Krans kommt aber auch viel Verantwortung. Nervosität oder gar Angst sind in der Kabine allerdings fehl am Platz. Denn dann könne es schnell gefährlich werden, weiß Stricker. „Wir befinden uns immer in der Nähe von Personen“, berichtet er. Um während der Arbeit besonnen zu bleiben, hilft ihm die jahrelange Erfahrung und Routine.

Der Liebherr-Kran LR 11000

Traumberuf: Kranführer

Mit wenigen Handgriffen startet Peter Stricker morgens den LR 11000: Nachdem er die Krankabine bestiegen hat, steckt er den Zündschlüssel ein und fährt die drei Computer in der Kabine hoch. Nach einer Sichtkontrolle muss nur noch der Motor gestartet werden, dann beginnt die Arbeit. Oder wie Peter Stricker sagt: sein Traumberuf. Das hat verschiedene Gründe. „Ich habe mit vielen verschiedenen Leuten zu tun und dabei ein Team im Rücken, auf das ich mich verlassen kann. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, so schwere Sachen mit Leichtigkeit heben zu können.“ Auf der Baustelle ist es die Aufgabe des Raupenkrans, alle Betonelemente zu transportieren, die für den Baukran zu schwer sind. So hebt Stricker mit dem LR 11000 die Betonträger von der Stelle, wo sie betoniert wurden, nach und nach rüber zu einem speziellen Gerüst, auf dem die Elemente schließlich befestigt werden. Dabei erntet er oft bewundernde und staunende Blicke von Passanten.

Peter Stricker in der Kabine des LR 11000

Es ist ein tolles Gefühl, so schwere Sachen mit Leichtigkeit heben zu können

„Zu einer Einheit mit dem Kran verschmelzen“

Langweilig werde es im größten Kran der Schweiz nie, sagt Peter Stricker, denn jede Baustelle sei unterschiedlich und berge neue Herausforderungen. Für Sicherheit sorge die Elektronik, in erster Linie aber auch das richtige Gefühl für den Kran. Denn was mit den Joysticks nur eine Bewegung von wenigen Millimetern ist, macht 70 Meter weiter vorne einen großen Unterschied. Zu jeder Zeit muss Stricker die Dynamik des Krans einschätzen können, um auf die Bewegungen reagieren zu können. Während dieser hochkonzentrierten Arbeit fühlt sich der Kranführer eng mit dem Fahrzeug verbunden. „Ich verschmelze mit dem Kran praktisch zu einer Einheit“, beschreibt Stricker das Gefühl.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag wird der Kran schließlich in seine Ruheposition gebracht. Ein Tag im Kran bedeute für ihn, ständig unter Strom zu stehen, berichtet Stricker. Erst, wenn er am Feierabend wieder zu Hause ist, lässt die Anspannung nach. Dann fährt auch Peter Stricker seinen inneren Computer herunter. Dann kommt auch der Kranführer zur Ruhe.

Der Mercedes-Benz Vito von Liebherr
Peter Stricker im Gespräch mit einem Arbeitskollegen

Peter Stricker wird bei seiner Arbeit von seinem Team unterstützt, das ihm per Funk Anweisungen gibt.

Peter Stricker mit der Hand am Steuerknüppel

Der Raupenkran LR 11000 kommt überall da zum Einsatz, wo die Last für einen gewöhnlichen Baukran zu schwer ist.

Peter Stricker steht auf der Baustelle

Bei der Arbeit muss Peter Stricker immer Ruhe bewahren, denn er trägt die Verantwortung dafür, dass alles richtig aufgehängt ist und keiner im Weg ist.

Liebherr Techniker im Einsatz mit dem Mercedes-Benz Vito
Das Innere der Krankabine von Peter Stricker

In der Kabine von Peter Stricker befinden sich drei Computer zur Steuerung des Krans, die vor dem Starten alle hochgefahren werden müssen.

Fahrzeugsteckbrief Liebherr LR 11000

Max. Traglast

1.000 t

Hauptausleger von

18 m

Hauptausleger bis

156 m

Max. Lastmoment

15.171 tm

Gitterspitze von

18 m

Gitterspitze bis

114 m

Derrickausleger von

30 m

Derrickausleger bis

36 m

Zentralballast

90 t

Drehbühnenballast

250 t

Derrickballast

450 t

Motorleistung

500 kW

Fahrgeschwindigkeit

1,36 km/h

Gesamtballast

790 t

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