Die Luftfahrt der Zukunft

Die Firma Parajet bringt nicht nur Menschen, sondern auch Fahrzeugen das Gleitschirmfliegen bei und geht dabei regelmäßig an die Grenzen des Machbaren.

Fliegen leicht gemacht

Wenn Gilo Cardozo mit seinem Gleitschirm fliegen will, muss er nicht erst nach geeignetem Terrain oder thermischen Aufwinden suchen, er hebt stattdessen einfach ab. Cardozo ist Gründer und Chefingenieur von Parajet, einer kleinen Firma in Wiltshire, England, die sich auf die Herstellung von Paramotoren spezialisiert hat: Tragbaren Propeller-Rucksäcken, die genügend Schub erzeugen, um mit einem Gleitschirm abheben und fliegen zu können. Paramotoring nennt sich dieser Sport, der die einfachen Flugeigenschaften des Gleitschirms mit der Reichweite eines motorbetrieben Leichtflugzeugs kombiniert.

Echter Erfindergeist

Die Idee an sich ist nicht neu. „Paramotoring gibt es schon seit den frühen 80ern, aber viele der Maschinen wurden damals von flugbegeisterten Ingenieuren in ihren Garagen gebaut. Das waren dann oft schwere, unhandliche und eher primitive Konstruktionen“, erklärt Dan Wareham, Brand Marketing Manager bei Parajet. Auf dem Markt sieht es damals allerdings kaum besser aus. Die wenigen gewerblichen Hersteller verbauen in ihre Motoren manchmal sogar modifizierte GoCart-Teile. Cardozo erkennt, dass sich die Branche professionalisieren muss. 2000 beginnt Parajet schließlich mit der Konzeption eines eigenen Paramotors. Um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden, arbeiten Piloten, Ingenieure und Designer eng zusammen. Ein Jahr später ist es soweit, der Parajet Volution erscheint. Der weltweit erste von Grund auf entwickelte Paramotor gilt als Meilenstein und verkaufte sich mehrere hundert Mal – ein enormer Absatz für einen kleinen Nischenmarkt.

Mehr als nur Sport

Im gesamten Herstellungsprozess kommt dabei der firmeneigene Mercedes-Benz Vito zum Einsatz. Das beginnt mit der Anlieferung von Motorteilen und reicht über den Transport von Parajet-Prototypen in entlegene Testgebiete bis zur Versorgung von Verkaufsmessen. Obwohl eigentlich als Sportgerät konzipiert, interessieren sich seit einigen Jahren vermehrt auch Polizei- und Sicherheitsorganisationen für das Produkt. Denn Dank niedriger Anschaffungs- und Betriebskosten und der Fähigkeit mit niedrigen Geschwindigkeiten in geringen Höhen fliegen zu können, eignet sich Paramotoring hervorragend zur Überwachung von Massenveranstaltungen oder zur Suche nach vermissten Personen. „Der Parajet ist eine clevere Antwort auf die steigenden Kosten für den Einsatz und die Instandhaltung von Helikoptern“, ergänzt Wareham.

Mit Wagemut zum Weltrekord

Sicherheitsinstitutionen fordern dabei gleichzeitig beste Qualität und höchste Leistungsfähigkeit. Wer zweifelte, dürfte spätestens seit 2007 von Parajet überzeugt sein. Zusammen mit dem befreundeten und TV-bekannten Abenteurer Bear Grylls plant Gilo Cardozo den Gipfel des Mount Everest mit einem Parajet zu überfliegen. Experten halten allerdings bereits den Start aus dem Basislager auf 4500 Metern Höhe für unmöglich, von einem Aufstieg auf knapp 9000 Meter ganz zu schweigen. Die Luft ist für die herkömmlichen Modelle zu dünn und es droht eine Vereisung des Motors. In weniger als sieben Monaten entwickelt Parajet ein komplett neues Modell, das den extremen Anforderungen gerecht wird, mit höherer Motordrehzahl, computergesteuerter Einspritzpumpe und reduziertem Gewicht. Am 14. Mai 2007 heben Cardozo und Grylls schließlich ab. Doch ein Motorproblem zwingt Cardozo zum Abbruch der Mission, 300 Meter unterhalb des Gipfels. Grylls kann weiterfliegen und erreicht kurze Zeit später mit seinem Parajet 8991 Höhenmeter, ein neuer Weltrekord.

Der SkyRunner

Die Mission Everest ist ein großer Erfolg, doch das Parajet-Team arbeitet bereits am nächsten Projekt, dem SkyRunner. Der sportliche Buggy mit Flugambitionen ist der Traum eines jeden Abenteurers. Am Boden geht es mit dem SkyRunner mit seinen 125 PS problemlos über Stock und Stein und falls ein reißender Fluss das Weiterkommen verhindert, wird einfach der Gleitschirm ausgerollt. Bei ca. 60 Stundenkilometern hebt der SkyRunner ab, wobei die eigens entwickelte Zwei-Wege-Übersetzung vom Fahrzeug- auf den Flugmodus umschaltet und den großen Propeller im Heck antreibt. Die Jungfernflugfahrt mit dem ersten Prototypen ist Parajet-typisch gleichzeitig ein Härtetest. In 42 Tagen legt Cardozo 6000 Kilometer zwischen London und Timbuktu zurück. Mal fliegend, mal fahrend, denn der SkyRunner hat in vielen Ländern sogar eine Straßenzulassung. Einzig schwimmen kann das Fahrzeug nicht. Aber bei dem Erfindungsreichtum von Gilo Cardozo und den Ingenieuren und Designern bei Parajet ist das vielleicht nur eine Frage der Zeit.

Vito

Der Vito bringt Sie weiter – auf der Straße wie auch beim Erfolg Ihres Unternehmens. In Sachen Wirtschaftlichkeit und Qualität ist er ebenso vorbildlich wie bezüglich Flexibilität und Sicherheit.

Mercedes-Benz Vito
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