Mobilität und Leben in der Zukunft: Ein Ausblick mit Alexander Mankowsky.

Das Leben in der Zukunft wird sich nach Ansicht des Daimler-Zukunftsforscher Alexander Mankowsky grundlegend verändern: De-Urbanisierung und Dezentralisierung sind die Stichworte, auf die er erste Aussichten gibt.

Die Menschen zieht es aufs Land.

Immer mehr Menschen gehen in die Städte, während aus ländlichen zusehends verlassene Gegenden werden – so prognostizieren viele Wissenschaftler die Populationsentwicklung der nahen und mittleren Zukunft. Alexander Mankowsky jedoch sieht das anders. Er ist Zukunftsforscher bei Daimler. Seine These: Künftig werden die Menschen den überfüllten Metropolen sukzessive den Rücken kehren und stattdessen zurück aufs Land ziehen, wo gerade Familien die ruhige Natur zu schätzen wüssten und die Mieten bezahlbar sind. Wesentliche Treiber dieser antizipierten Entwicklung einer „De-Urbanisierung“: eine neue gesellschaftliche Mobilität, flexible Arbeitsmodelle und ein fluides, dezentrales Verständnis von Transport und Logistik, das sich in einer Kultur des Teilens und gemeinsamen Nutzens ausdrückt. Und das vor allem von der Automatisierung und Digitalisierung etabliert und unter anderem durch Vans, Roboter und Drohnen ermöglicht wird. Klingt noch wenig konkret? Dann der Reihe nach.

Alexander Mankowsky neben dem Bildschirm in seinem Berliner Büro

Das Leben in der Zukunft ist geprägt von De-Urbanisierung und Dezentralisierung. Davon ist Alexander Mankowsky überzeugt.

Alexander Mankowsky

Das Studium der Soziologie, Philosophie und Psychologie in der Tasche, fand der gebürtige Schwabe sich 1989 beim Automobilkonzern Daimler wieder – und forscht seither an neuen Konzepten des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Neben Künstlicher Intelligenz (KI) und Mobilitätslösungen von morgen beschäftigen ihn vor allem die kulturellen Aspekte, die mit technologischen Entwicklungen einhergehen: Wie können menschliche Talente durch Maschinen beflügelt werden, wie kann die Gemeinschaft durch maschinelle Unterstützung optimiert werden und wie wirken sich auf den Menschen aus? Diesen und weiteren Themen widmet sich der Zukunftsforscher.
Künstliche Intelligenz nimmt bei Mercedes-Benz eine zentrale Rolle ein. Priorisiert wird die Entwicklung kognitiver Fahrzeuge, die eigenständig auf gegebene Situationen reagieren und handeln können. Wichtig sind hierbei die einzigartige Kombination und die präzise Abstimmung automatischer Bild- und Mustererkennung, die autonome Fahrzeuge erst ermöglichen. Eine Aufgabe, die nicht zuletzt durch Zusammenarbeit mit renommierten Forschungseinrichtungen, wie dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) und dem MIT Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory (CSAIL), gelöst wird.

Technologie als Motor des Wandels.

Alexander Mankowsky sieht Technologie zunächst einmal als Motor von sozialem Wandel. Schon jetzt deute sich etwa an, wie aktuelle technologische Entwicklungen die Gesellschaft der Zukunft prägen werden. „Wenn ich ,jetzt‘ sage, meine ich in vielleicht sieben oder zehn Jahren“, sagt Mankowsky und lächelt. Zeit vollzieht sich bei einem Zukunftsforscher offenbar in anderen Relationen. Einerlei, Mankowsky jedenfalls ist sich sicher, dass in spätestens zehn Jahren autonom fahrende Fahrzeuge den städtischen Verkehr prägen, Roboter-Taxis genutzt werden und Drohnen, die von Vans aus gestartet werden, unter anderem die Zustellung von Waren jeder Art übernehmen. „Die Wurzeln von all dem sehen wir jetzt schon, die Entwicklung ist längst im Gange.“

Ein Vito fährt eine Straße entlang, im Hintergrund eine Stadt-Skyline

Raus aus den vollen Stadtzentren: Zukunftsforscher Mankowsky prognostiziert eine Entwicklung in Richtung De-Urbanisierung.

Mercedes-Benz als Treiber von Innovationen und Kooperationen.

Tatsächlich treibt gerade Mercedes-Benz Vans derlei Innovationen voran. Mit dem kalifornischen Unternehmen Matternet entwickelte Mercedes-Benz ein spannendes Kooperationsprojekt für Logistiklösungen von morgen. Vans & Dronesheißt das Joint Venture, bei dem Drohnen die Transporter mit dem Stern als Basis ihrer Zustellungsaufträge nutzen. Zusammen mit Starship Technologies revolutionieren die schwäbischen Transporter zudem die Logistik auf der letzten Meile; bei Vans & Robots liefern Roboter, die von einem Van an den entsprechenden Zustellungsort gebracht werden, die Pakete individuell an den Kunden aus.

Ein ganzheitliches Mobilitätssystem.

Weil immer mehr Menschen außerhalb der Städte leben werden, dank flexibler Arbeitsmodelle von dort aus aber dennoch Teil der Produktions- und Arbeitswelt bleiben können, werden neue Mobilitäts- und Konnektivitätskonzepte für die Verbindung und den Austausch verschiedener Sektoren sorgen. In der Gesellschaft, die Alexander Mankowsky vorhersieht, sind Vans, Roboter, Drohnen und autonome Fahrzeuge allerdings mehr als bloße Lieferanten. Sie sind Teil eines ganzheitlichen Mobilitätssystems von kommunizierenden Maschinen, die je nach Situation individuell und intelligent auf die menschlichen Bedürfnisse reagieren – um den Menschen zu entlasten, wohlgemerkt.

Auf einem Mercedes-Benz Vito landet eine Drohne

Mit Vans & Drones sollen Drohnen den Transporter mit dem Stern als Basis ihrer Zustellungsaufträge nutzen.

Der Van als Quelle der Möglichkeiten.

„Vans sind die versteckten Sieger dieser Entwicklung“, erklärt Mankowsky, „weil sie universell einsetzbar sind. Es gibt zahlreiche verschiedene Nutzungsmöglichkeiten: Menschen können darin Produkte herstellen, indem sie beispielsweise ihre eigene Werkstatt im Transporter errichten. Eine andere Möglichkeit wäre die Auslieferung von Gütern – es ist ein sehr flexibles System.“ Mutterschiff nennt der Zukunftsforscher diesen variablen „Workshop“ oder „FabLab“, der an den jeweiligen Bedarf angepasst werden kann und damit eine völlig andersartige Quelle der Kreativität ermöglicht. „In Zukunft“, stellt der gebürtige Schwabe überzeugt fest, „werden die Menschen sich einfach in diesen Werkstätten treffen können, ohne dafür in einer dicht bevölkerten Stadt sein zu müssen. Sie werden sich einen geeigneten Ort aussuchen, um individuellere, kreativere Produkte zu entwickeln.“

Eine Drohne landet auf einem Mercedes-Benz Vito

In spätestens zehn Jahren prägen laut Mankowsky autonom fahrende Fahrzeuge, Roboter-Taxis und Drohnen den städtischen Verkehr.

Wegweisende Elektromobilität.

Doch welche Rolle nimmt die Elektromobilität in diesem Konzept ein? Mankowsky betont: „Sicher ist, dass wir wegen der globalen Erwärmung CO2 vermeiden müssen. Elektrifizierung muss aber nicht unbedingt mit einer Batterie einhergehen. Die Energiequelle ist etwas Separates – sie könnte Wasserstoff sein, da gibt es Raum für Innovation.“ Umweltverschmutzung auf der einen, Lärmbelästigung auf der anderen Seite: Könnten elektrisch betriebene Vans die langersehnte Lösung in Ballungszentren darstellen? Durch den geringeren Geräuschpegel wäre es durchaus möglich, den Lieferversand auch nachts stattfinden zu lassen. Gepaart mit autonomen Fahrsystemen und paralleler Integration von Drohnen und Robotern stellt dies mit Sicherheit einen innovativen Schritt in Richtung grenzenloser Mobilität dar.

Die heutige Gesellschaft ist voneinander getrennt.

Zurück zum kulturellen Ursprung?

Im Sinne von Mankowskys Vision rücken neue Herausforderungen, wie die zunehmende Flexibilität und Selbstorganisation, veränderte Konzepte in den Vordergrund. Diese sind, zurückgehend auf den evolutionären Prozess, nicht wirklich neu: Das Prinzip des Teilens werde demnach wieder einen zentralen Grundgedanken bilden – der über Tausende von Jahren hinweg entwickelt wurde und nun neu ausgerichtet werden soll. „Die heutige Gesellschaft ist voneinander getrennt“, erklärt der Zukunftsforscher. „Wenn wir für Projekte nach Shanghai ziehen, wächst das Verlangen, in Kontakt zu bleiben. Und dann ist Facebook nicht genug.“ Echte Berührungen seien demnach erforderlich, die Mankowsky auch in der gemeinschaftlichen Nutzung von Dingen sieht.

Der Mercedes-Benz Vision Van fährt über eine Brücke

Der Mercedes-Benz Vision Van vereint zahlreiche zukünftige Transport- und Logistikkonzepte.

Dezentralisierung als Chance.

Seine Theorie erklärt Alexander Mankowsky anhand des Begriffs der „Box“. Egal ob Arbeit, Auto oder Wohnung: die Menschen sind heutzutage ständig erreichbar – in ihren jeweiligen Boxen. Die Lösung? Eine Art Gemeinschaft im freien Feld, in der man leben, arbeiten und kreativ sein kann. In dieser neuen Konstellation werde auch die Produktion von Gütern eine wichtige Rolle einnehmen. Avantgardisten würden der Gesellschaft schon jetzt einen Schritt voraus sein, indem sie auf Produkte des E-Commerce verzichteten  und ihre Waren einfach selbst produzierten. Mit dieser Lebensweise seien sie dynamischer und mobiler als je zuvor. Eine Vorstellung, die Mankowsky für die ganze Gesellschaft vorsieht: „Dezentralisierung, um ein Netzwerk zu bilden. Das ist technologisch gesehen eine Innovation in der Arbeit.“ So sei dieser Wandel auch eine Chance, um tun zu können, was man will, kreativ zu sein und seine Träume zu verwirklichen.

Alexander Mankowsky neben dem Bildschirm in seinem Berliner Büro

Das Leben in der Zukunft ist geprägt von De-Urbanisierung und Dezentralisierung. Davon ist Alexander Mankowsky überzeugt.

Eine Illustration eines Vans mit unterstützenden Robotern

Vans, Roboter, Drohnen und autonome Fahrzeuge sind in der Zukunft Teil eines ganzheitlichen Mobilitätssystems.

Eine Illustration der Zukunft: der Vans als

Der Van als Sieger der Entwicklung, denn er ermöglicht ein flexibles System.

Vito

Der Vito bringt Sie weiter – auf der Straße wie auch beim Erfolg Ihres Unternehmens. In Sachen Wirtschaftlichkeit und Qualität ist er ebenso vorbildlich wie bezüglich Flexibilität und Sicherheit.

Mercedes-Benz Vito
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