Busse auf schmalem Grat

Mercedes-Benz Bus der Schweizer Post.

Schweizer „Postautos“ sind keine gewöhnlichen Transportmittel: Die gelben Linienbusse sind Ikonen, nahezu ein Mythos. Auf den engen Passstraßen brauchen ihre Fahrer Nerven wie Drahtseile.

Hoch oben

Die Alpen. Durchzogen von einem unwegsamen Straßennetz mit engen Kurven und Schotterpisten, oft gesäumt von gähnenden Abgründen. Diese abenteuerlichen Wege werden tagtäglich von Bussen des öffentlichen Nahverkehrs befahren: den Schweizer „Postautos“. Sie sind keine gewöhnlichen Transportmittel. Die von der PostAuto Schweiz AG betriebenen gelben Linienbusse sind Ikonen, nahezu ein Mythos. In jedem Falle aber eine feste Institution mit langer Tradition.

Der Motor übernimmt

Zu Zeiten als Pferde die Postkutschen über die Pässe zogen, beförderten sie nicht nur Briefe und Pakete, sondern auch Personen. Ein umfangreiches Netz dieser Verkehrsmittel existiert seit 1846. Die letzte Reise nach Fahrplan, angetrieben von Vierbeinern, fand 1961 zwischen Avers und Juf in Graubünden statt. Die erste motorisierte Linienstrecke über 18 Kilometer verband im Jahre 1906 Bern mit dem Örtchen Detlinen. Ab 1919 folgte eine Route über die erste Passstraße, den Simplon-Pass, drei Jahre später fuhren die Busse schon über den 2.065 Meter hohen San Bernardino.

Mercedes-Benz Busse der Schweizer Post.

Lizenz zum Hupen

Die markante Dreiklanghupe der Busse existiert seit 1923 – in Anlehnung an das Horn der Postilione davor. Heute besitzt die Schweizer Post dafür eine behördliche Sondergenehmigung. Außer ihr dürfen nur Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst derart lautstark auf sich aufmerksam machen. Das beweist den gesellschaftlichen Stellenwert der Busse. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden erstmals touristische Routen eingeführt: Die Drei- und Vier-Pässe-Fahrten. 1970 schließlich saß die erste Frau am Postbus-Steuer.

Blanke Zahlen

Die PostAuto Schweiz AG beschäftigt 2.800 Postbusfahrer. Sie fahren 14.356 Haltestellen auf 812 Linien an. 2.000 Busse befördern jährlich 124 Millionen Fahrgäste über das um die 11.000 Kilometer umfassende Busnetz. 100 Millionen Kilometer Laufleistung bewältigen alle Fahrzeuge gemeinsam pro Jahr. Das Gesetz in der Schweiz schreibt vor, dass Orte mit mehr als 100 Einwohnern an das Busnetz angeschlossen sein müssen.

Transport auf Bestellung

Für kleinere Ortschaften mit geringerer Bevölkerung hat das Unternehmen 1995 einen besonderen Service eingerichtet: den „Rufbus“. Kleinbusse, häufig Vario oder Sprinter, kommen auf Bestellung zu den abgelegenen Gehöften. Der Vorteil sind weniger Leerfahrten. Dennoch bleibt der ländliche Raum zum Wohnen attraktiv, auch wenn die Gebiete nicht ans öffentliche Nahverkehrsnetz angebunden sind. Außerdem sind die kleineren Fahrzeuge in dünn besiedelten, unwegsamen Regionen wesentlich wendiger als ihre großen Brüder. Schon die gewöhnlichen Landstraßen in der Schweiz sind für zwei entgegenkommende Schwergewichte wie Lkw und Busse oft zu schmal. Aneinander krachende Außenspiegel sind keine Seltenheit. Die Fahrer brauchen eine gute Streckenkenntnis und viel Routine.

Das Postauto transportiert auch Fahrräder.

Fahren in der Königsklasse

Die touristischen Routen erfreuen sich sowohl bei Fahrern als auch bei Fahrgästen großer Beliebtheit. Zum Beispiel die Strecke von San Nazarro bis zum Lago Maggiore. Ein Zickzack-Kurs durch das Hochgebirge mit atemberaubender Aussicht. Von Reichenbach bis zur Griesalp im Berner Oberland quälen sich die Fahrzeuge über 28 Prozent Steigung mit unzähligen Spitzkehren auf nur einer Spur. Wenn dort Gegenverkehr kommt, hilft nur Zurücksetzen. „Normalerweise ist dies das Fahrzeug, das einer Ausweichstelle am nächsten ist“, sagt der Fahrlehrer für Postbusse Kurt Bürgisser.  „Aber wenn wir einen Flachländer vor uns haben, der aschfahl und in Schockstarre hinter seinem Lenkrad sitzt, dann stößt der Bus zurück, auch wenn er den weiteren Weg hat. Die Fahrer sind ohnehin angewiesen, in diesen Situationen nie zu dicht aufzufahren und immer ruhig zu bleiben.“ Die Fahrer sind wahre Helden der Passstraßen. Sie selbst bezeichnen sich gerne als „Fahrerinnen und Fahrer der Königsklasse“.

Mercedes-Benz Busse der Schweizer Post.

Mercedes-Benz Busse der Schweizer Post.

Mercedes-Benz Busse der Schweizer Post.

Mercedes-Benz Busse der Schweizer Post.

Mercedes-Benz Busse der Schweizer Post transportieren auch Fahrräder.

Busfahrer der Schweizer Post.

Haltestelle der Schweizer Post.

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