Im Mercedes-Benz L 206 D auf den Spuren von Paul Pietsch.

Mercedes-Benz L 206 auf der Waldstraße

Mit dem Mercedes-Benz L 206 D durch den Schwarzwald: auf der Oldtimerrallye zu Ehren des Rennfahrers und Verlegers Paul Pietsch, die im Juni 2016 stattfand.

Einsatzbereitschaft und bedingungslose Zuverlässigkeit.

Zündung einschalten, den Hebel an der Armaturentafel halb herausziehen und geduldig ein paar Sekunden warten. Jetzt den Hebel ganz ziehen – und der legendäre OM 615 Motor des Mercedes-Benz L 206 D erwacht. Der 2,2-Liter-Diesel springt an und die ersten Umdrehungen lassen Stahlrahmen und Karosserie gleichermaßen erzittern. Das ist das Startsignal für den L 206 D bei der 5. Paul Pietsch Classic durch den Schwarzwald. Anschließend verbreitet der Selbstzünder bei Leerlaufdrehzahl ein beruhigendes Brummen. Die niedrigen Frequenzen signalisieren, wofür der L 206 D steht: Einsatzbereitschaft und bedingungslose Zuverlässigkeit.

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Ein leuchtender Mercedes-Benz L 206 unter vielen schrillen Rennwagen.

Bei der Klassiker-Ausfahrt auf den Spuren des Rennfahrers und Publizisten Paul Pietsch fällt der im leuchtenden Farbton „Columbiablau“ lackierte „Harburger“ besonders auf: Leichte Nutzfahrzeuge sind bei solch exklusiven Veranstaltungen selten unterwegs. „Wir sind froh über jede Rarität, die für eine unserer Rallyes gemeldet wird“, unterstreicht Organisator Harald Koepke das Interesse an einem möglichst bunten Teilnehmerfeld. Schrillen Rennwagen gegenüber hat der rundum verglaste Kombi einen großen Vorteil: Er bietet seinem Fahrer und bis zu acht Passagieren eine tolle Sicht auf die Außenwelt.

In den 70ern war der L 206 D außerdem eine sinnvolle Alternative zum vorhandenen Transporter-Programm: Das Antriebskonzept aus Frontmotor und Frontantrieb hatte im Gegensatz zu dem der wichtigsten Wettbewerber mit Heckmotor einen durchgängig ebenen Ladeboden.

Motor und Fahrerkabine des L 206 D

Ab 1972 wird der L 206 D mit dem 2,2 Liter 60 PS Dieselmotor ausgestattet.

Regen, Steigung und Gefälle – eine echte Herausforderung.

Insgesamt 460 Kilometer mit unzähligen Kurven und zahlreichen Steigungen und Gefällen müssen bei der Rallye bezwungen werden – eine echte Herausforderung für den L 206 D aus dem Baujahr 1972. Für diese Art von Strecke sind der 55-PS-Diesel und die Bremsanlage eigentlich nicht gemacht. Dank eines 200 Kilogramm schweren Zusatzgewichts im Innenraum wird das Verzögerungsverhalten der Räder an der Hinterachse auf schlüpfriger Fahrbahn allerdings verbessert – so stellt die idyllische Route kein Problem mehr dar. Eins steht fest: Der in der offiziellen Verkaufsbroschüre von damals selbstbewusst „Sparbrummer“ genannte Transporter zählt zu den größten Exoten der diesjährigen Paul Pietsch Classic. Seinen Spitznamen verdankt er dem unverwüstlichen Vorkammer-Dieselmotor, der sparsamer mit dem Kraftstoff umgeht als Ottomotoren und weniger störanfällig ist.

Jede Hundertstelsekunde zählt.

Der Zeitplan der Rallye ist eng getaktet. An Bord des Mercedes-Benz L 206 D wird natürlich versucht, diesen genau einzuhalten. Das sorgt für Spannung, denn bei Rallyes geht es bekanntlich nicht um Sekunden, sondern um Hundertstelsekunden. Das Ergebnis beim Überfahren der Ziellinie ist deshalb umso erstaunlicher: Sieben Sekunden und sechs Hundertstel zu früh soll der L 206 D angekommen sein. War das Team an Bord etwa übereifrig? Nein, alle sind sich einig: Ein Messfehler ist die einzig logische Erklärung. Aber nach diesen zwei erlebnisreichen Tagen im Mercedes-Benz Hanomag kann dem Team und den Zuschauern ohnehin nichts die Stimmung verderben.

Frontansicht des L 206D

Der L 206 D ist der erste Van von Mercedes-Benz mit einem Gewicht von weniger als drei Tonnen.

Hinteransicht des L 206D

Durch die flache Ladekante am Ende des Vans ist der L600 D bei Handwerkern beliebt.

Seitenansicht des Mercedes-Benz L 206D

Der L206 D wird auch als Minibus oder Lieferwagen angeboten.

Innenansicht des Mercedes-Benz L 306D

Ein Vorteil gegenüber der Konkurrenz ist der Frontantrieb, durch den der L 600 D eine ebene Ladefläche hat.

Mercedes-Benz L 206D

Da es zur Zeit des L 600 D noch keine Servolenkung gibt ist das Fahrgefühl direkter.

Fotos: Kai Knoerzer

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