Von der Garage zur Europatour: die Geschichte einer Metal-Band im 309 D.

Der 309 D mit Garagedays-Schriftzug steht vor einem Alpenpanorama

Die österreichische Metal-Band Garagedays spielt am liebsten in ihrer Garage, wenn sie nicht gerade mit ihrem Mercedes-Benz 309 D auf Europatour ist.

Metal(l) auf dem Schrottplatz.

Ein Schrottplatz in Österreich. In der Dunkelheit der Nacht ist gedämpfte Metal-Musik zu vernehmen, die langsam näher zu kommen scheint. Plötzlich werden wir von den grellen Scheinwerfern eines 309 D geblendet. Der Wagen parkt, die Musik geht aus. Dann steigen vier Typen mit langen Haaren und dunklen Jacken aus dem grauen Transporter. Sie laufen geradewegs auf eine Garage zu und verschwinden darin. Daraufhin geht die Musik wieder an. Doch nun spielen Marco, Rene, Dominik und Matthias ihre eigenen Songs. Der Name ihrer Band lautet „Garagedays“.

Die vierköpfige Band sitzt im 309 D am Tisch

Die Band Garagedays von links nach rechts: Dominik Eder, Matthias Mai, Marco Kern, Rene Auer.

Von Musiklegenden erzogen.

Schon im zarten Alter von etwa acht Jahren standen Hard Rock und Heavy Metal für die vier Tiroler auf der Tagesordnung. In den Achtzigern geboren, wuchs Frontman Marco Kern mit Metallica und Judas Priest auf. Auf MTV sahen er und seine jüngeren Bandkollegen auch regelmäßig die Musikvideos älterer Künstler wie etwa Led Zeppelin, Deep Purple, Jimi Hendrix und Motörhead. „Da ich schon sehr früh mit dieser Musik infiziert wurde, war es für mich eigentlich immer klar, dass ich auch mal in einer Band spielen möchte“, erzählt uns Marco. Gesagt, getan. 2005 gründete der Gitarrist und Singer-Songwriter die Band Garagedays, zusammen mit dem Bassisten Dominik Eder, mit dem er seine Kindheit verbrachte. Wenig später kamen der Leadgitarrist Rene Auer und der Schlagzeuger Matthias Mai dazu, die seinerzeit mit Dominic dieselbe Schulbank drückten.

Marco Kern spielt Gitarre auf einer Bühne

Marco Kern ist der Gründer, Gitarrist und die kräftig-raue Stimme von Garagedays.

Songschrauber und „100 % nasty crew“.

Und warum der Name Garagedays? Tatsächlich begannen sie typischerweise in einer Garage neben einem Schrottplatz zu proben. Doch dieser Ort war und ist für sie mehr als nur Mittel zum Zweck. „Eine Garage verbinden wir immer auch mit kreativem Schaffen. Wo andere an ihren Autos herumbasteln, ,schrauben‘ wir eben an neuen Songs“, erklärt uns die Band anschaulich. Inzwischen haben sie über der Garage sogar ihr eigenes Tonstudio errichtet. Auf ihrem 309 D ist neben dem Bandnamen außerdem ihr Motto „100 % nasty crew“ zu lesen. Auch hier fragen wir neugierig, was sich dahinter verbirgt. „Nach einem Konzertabend mit viel Headbanging zusammen mit dem Publikum stanken wir alle stark auf der Rückfahrt. Mit diesem Moment assoziieren wir seither sowohl unseren Zusammenhalt in der Band als auch die Verbindung zu unseren Fans.“

Van-Steckbrief

Modell

Mercedes-Benz 309 D

Baujahr

1986

Kilometerstand

277.000 km

Motorleistung

65 kw

Zulässiges Gesamtgewicht

3.500 kg

Fold in
Fold out

Songs von innen heraus.

2011 veröffentlichte die Band ihr Debütalbum „Dark and Cold“, 2014 folgte „Passion of Dirt“. Ihr drittes Album „Here it Comes“ nahm die Band mit Metallica-Produzent Flemming Rasmussen auf, es ist seit Mitte September 2018 im Handel. Und worum geht es in ihren Liedern? „Mit unseren Songs wollen wir dazu ermutigen, auch in rauen Zeiten niemals den Glauben an sich selbst zu verlieren und nicht aufzugeben“, sagt Marco. Hierbei greifen sie mit ihren Texten gesellschaftliche Probleme auf oder verarbeiten eigene Erfahrungen, wie in Marcos Fall den frühen Tod seines Vaters.

Die Band von vorne bei einem Liveauftritt

Garagedays sorgt für ordentlich Stimmung in Memmingen.

Auf Tour mit dem 309 D.

2015 trat die Band während einer dreimonatigen Tour durch 13 verschiedene Länder Europas als Vorband der deutschen Metal-Band U.D.O. auf. Dabei legten sie insgesamt 25.000 Kilometer in ihrem grauen Mercedes-Benz 309 D zurück, der 1986 gebaut und schon früher als Reisemobil verwendet wurde. Nachdem sie den Van Marcos Cousin abgekauft hatten, haben sie lediglich ein hölzernes Bettgestell eingebaut, sodass auf zwei Ebenen jeweils zwei Leute nebeneinander schlafen können. Über zwölf Wochen hinweg in Hotelzimmern zu leben, wäre schlichtweg zu teuer gewesen. Daher wurde der Bus zu ihrem geschätzten Zuhause für diesen Trip und für alle, die noch folgen werden.

  • Der 309 D von hinten mit geöffneten Hecktüren
  • Blick in den Innenraum des 309 D mit Sitzecke
  • Blick in den Innenraum des 309 D mit Bettkonstruktion
  • Blick auf den 309 D von der Seite mit Bergkulisse im Hintergrund

Die Geschichte des 309 D – ein kleiner Exkurs.

Tatsächlich handelt es sich bei dem 309 D um ein geschichtsträchtiges Fahrzeug. Mit seinem 90 PS starken OM-602-Motor zählt er zur zweiten von insgesamt drei Baureihen des Mercedes-Benz T1, dem ersten Kleintransporter, der von Daimler ab 1977 in Bremen produziert wurde. Sein kantig-schnittiges Design, eine kurze Motorhaube und große, über Eck verlaufende Blinklichter machten den T1 zu einer Design-Ikone seiner Zeit, die sich auch heute noch gerne sehen lässt. Auch in Sachen Fahrkomfort hatte der Transporter für die damaligen Verhältnisse einiges zu bieten. Die großen Fenster der geräumigen Fahrerkabine gewähren eine gute Rundumsicht. Die Instrumententafel ist mit ihrem charakteristisch großen Tachometer auf das Wesentliche beschränkt, während ein breites Steuerrad die Lenkung erleichtert. Nicht ohne Grund wurde der Transporter daher unter dem damals beliebten Slogan „Drives like a car“ vertrieben.

Dominik Eder, Marco Kern, Rene Auer und Matthias Mai laufen einen Weg entlang

Lange Haare und Lederjacken – die Band erkennt man schon von weitem als Metaller.

Die Stille vor dem großen Auftritt.

Während ihrer Tour spielte die Band Garagedays häufig vor mehreren Tausend Zuschauern. Ob sie dabei Lampenfieber hatten? „Wir haben immer riesiges Lampenfieber“, sagt Marco. „Kurz vor der Show wird es ruhig im Backstagebereich und man beginnt seltsame Dinge zu tun. Ich fange an zu singen, Matti geht ein paar Mal aufs Klo und Rene und Dominik laufen im Kreis.“ Ein echtes Heilmittel scheint es also nicht zu geben. Auch mit wachsender Konzerterfahrung spiele Lampenfieber häufig eine Rolle, da jeder Ort und jedes Publikum unterschiedlich sind. Teils können bestimmte Rituale zur Bewältigung von Stresssituationen jedoch helfen. Das Wichtigste sei aber immer noch, ganz viel Spaß an der Sache zu haben. Und den haben die vier Österreicher definitiv, zum Beispiel, wenn sie nach einer Show im deutschsprachigen Raum auf Englisch angesprochen werden!

Sicht von schräg oben auf die spielende Band vor dem Publikum

Bei so vielen Zuschauern ist Lampenfieber etwas ganz Natürliches.

Rene Auer an der Gitarre neben Marco Kern

Leadgitarrist Rene Auer spielt die erste Stimme.

Matthias Mai sitzt am Schlagzeug

Matthias Mai gibt den Takt vor.

Dominik Eder und Marco Kern spielen Gitarre auf der Bühne

Bassgitarrist Dominik Eder (links) und Rhythmusgitarrist Marco Kern (rechts) sind voll in ihrem Element.

Die gezeigten Umbauten wurden von unabhängigen Drittanbietern vorgenommen. Die Anbieter und Umbauten wurden nicht durch Mercedes-Benz überprüft. Die Abbildungen stellen insofern keine Bewertung des Anbieters und/oder der Umbauten durch Mercedes-Benz dar.

Photos: Marco Kern; René Kößler; Udo Talmon; Garagedays

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