Der „Alte Fritz“ – ein 407 D erobert die Panamericana.

Fabian steht bei Sonnenuntergang in der Beifahrertür seines Mercedes-Benz 407 D

Groß, grau und unkaputtbar: In ihrem Mercedes-Benz 407 D namens Fritz reisen Jana und Fabian entlang der längsten Straße der Welt, der Panamericana.

Auf ins transatlantische Abenteuer.

San Diego, Kalifornien. Jana und Fabian haben es sich vor ihrem Van gemütlich gemacht und lassen sich die kalifornische Sonne aufs Gemüt scheinen. Anfang April 2018 haben sie ihre Reise in Long Beach, Los Angeles, gestartet und haben nun ihren Weg in Richtung Süden eingeschlagen. Für ihr Leben im Van hängten beide ihre Management-Jobs in jungen Berliner Unternehmen an den Nagel. Der Grund? Zu wenig Zeit für die schönen Dinge des Lebens. „Wir hatten einfach das Gefühl, dass der ,Life‘-Teil der Work-Life-Balance auf der Strecke blieb“, führen sie aus. Das Reiseziel stand schnell fest: Beide kannten die USA nur bedingt und Mittel- sowie Südamerika waren gänzlich unbeschriebene Blätter für sie. „Da Entdeckungsreisen immer die besten sind, entschieden wir uns, den Atlantik zu überqueren und die Panamericana zu entdecken.“ Auf ihrer Website teilen sie ihre Reiseerlebnisse.

Fabian sitzt am Steuer seines Mercedes-Benz 407 D und schaut aus dem Seitenfenster

Ihren Mercedes-Benz 407 D aus den 80er-Jahren haben Jana und Fabian auf Ebay-Kleinanzeigen gefunden.

Ein Heim auf vier Rädern.

Die Idee der Reise im Van war ein logischer Schritt für die beiden: Freiheit, aber gleichzeitig sein Haus immer dabeihaben – besser geht’s nicht. Es war gewissermaßen eine Fügung des Schicksals, dass sie auf ein Vanlife Meetup in Berlin aufmerksam wurden. Dort sahen sie den 407 D zum ersten Mal. „Wir dachten zuerst: ,Wahnsinn, wie groß ist der denn bitte?‘, aber irgendwie reizte uns der Gedanke auch“, erzählen sie. Der Fahrer, ein eingeschworener 407-Fan und -Kenner, leistete unverzüglich Überzeugungsarbeit. Und schnell war klar, dass dieser Bus genau der richtige für ihr Vorhaben ist. „Die fertigen Westfalia-Ausbauten oder andere Camper-Einrichtungen haben uns einfach nicht angesprochen.“

Der Mercedes-Benz 407 D steht auf einem Parkplatz in zerklüfteter Landschaft

Auf Facebook und Instagram teilen Jana und Fabian ihre Erlebnisse rund um ihre Entdeckungsreise entlang der Panamericana.

Der Umbau: Blut, Schweiß und Tränen haben sich gelohnt.

Auf Ebay-Kleinanzeigen wurden sie kurz darauf fündig. Doch Fritz war noch nicht abfahrbereit. „Der Zustand auf den Bildern war desaströs. Der Wagen stand ein Jahr mit kaputten Fenstern und Lecks auf einer Wiese und sah aus, als wäre er direkt aus Loch Ness gekommen“, erinnern sie sich zurück. Nach einer Stippvisite war klar: Die Substanz war solide und konnte wiederhergerichtet werden.

Für mechanische Arbeiten holten sie sich fachmännische Hilfe, den Innenausbau nahmen Jana und Fabian selbst in die Hand – mit tatkräftiger Unterstützung von Freunden und Familie: „Die Fähigkeiten lernt man sich nach und nach an, man muss sich nur trauen. Jeder kann einen Bus ausbauen!“ Insgesamt seien 106 Arbeitstage in den Bus geflossen, mit viel Blut, Schweiß und Tränen, aber auch vielen tollen Erfolgsmomenten. „Auf das Ergebnis sind wir wirklich stolz – auch wenn wir beim nächsten Mal einige Dinge anders machen würden.“

Wir sind immer noch ganz verliebt, wenn wir Fritz irgendwo stehen sehen und denken: ,Wahnsinn, das ist unser Zuhause!’

Einblicke in vergangene Tage.

Vor Schwierigkeiten waren sie dabei nicht gefeit: „Jedes Mal wenn es schwierig wurde, hat uns jemand aus der Patsche geholfen. Sei es bei einer Nacht und Nebelaktion die Füße unseres Dachträgers neu zu schweißen, weil er nicht mehr gepasst hat. Oder der Stellplatz in einer beheizten Halle, als der Winter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.“ Beim Umbau haben Jana und Fabian viel über Fritz’ Geschichte gelernt: Sie vermuten, dass ihr 407 D in seinem ersten Leben eine Art Sicherheitsfahrzeug war, denn er war ursprünglich orange lackiert. Sticker auf den Hecktüren, Dollar-Münzen und eine alte Coca-Cola-Flasche verrieten, dass Fritz schon einmal in den USA war. „Es ist schön zu wissen, dass Fritz die USA, und wahrscheinlich auch Mexiko schon einmal ohne uns bereist hat – dann weiß wenigstens einer von uns, wo es lang geht!“

  • Fabian steht winkend vor seinem umgebauten Mercedes-Benz 407 D
  • Ein Paar sitzt vor einem Mercedes-Benz 407 D im Sand
  • Blick vom Klappstuhl auf die untergehende Sonne am Strand
  • Der Mercedes-Benz 407 D steht vor auf sandigem Untergrund vor der Küste

Ohne Hektik den Highway entlang.

Viele Menschen können es kaum glauben, dass Jana und Fabian mit einer Reisegeschwindigkeit von 75 km/h unterwegs sind. Auf amerikanischen Highways sei das schon sehr langsam. „Entschleunigung sollte auf der Straße ein Thema sein, uns tut es definitiv gut!“ Aber auch bei gemäßigtem Tempo bleiben Pannen nicht aus. Bisher hatten sie immer Glück im Unglück. „Als wir in Santa Barbara Probleme mit dem Auspuff hatten, stand keine zwei Minuten später ein Deutscher neben uns, der uns eine Werkstatt empfehlen konnte, in der er seinen alten Unimog reparieren ließ.“ Ihr Auspuff wurde kostenfrei temporär repariert und in einer spezialisierten Werkstatt bekamen sie wenig später ein neues Auspuffstück angeschweißt. Warum ihre Wahl auf genau diesen Mercedes-Benz fiel? Ganz einfach, das Paar setzte für die lange Reise auf einen alten Diesel, der auch mal schlechten Sprit abkann und den auch der Mechaniker im kleinsten Ort in Guatemala reparieren kann.

Fabian sitzt neben dem Mercedes-Benz 407 D in der Wüste bei Sonnenuntergang

Entschleunigung: Die gemächliche Geschwindigkeit ermöglicht es dem Paar, die Eindrücke auf ihrer Reise bewusst wahrzunehmen.

Der Mercedes-Benz 407 D als Türöffner.

Eins ist sicher: Ihr Fritz ist ein echter Hingucker und hat ihnen auf ihrer Reise schon einige Türen geöffnet. „Wir werden jeden Tag auf unseren Bus angesprochen – er ist hier einfach wirklich eine Seltenheit.“ Daraus haben sich schon viele schöne Begegnungen und sogar Freundschaften entwickelt. Als Nächstes werden sie ihre erste Grenze überqueren und nach Mexiko einreisen. „Wir haben kein Ziel und keinen Zeitplan, das ist uns sehr wichtig. Aber wenn wir es schaffen, wäre es großartig, Fritz einmal bis nach Patagonien zu fahren!“

Ein Mercedes-Benz 407 D auf einem Abschleppwagen

Im April 2018 haben Jana und Fabian ihre Reise von Los Angeles entlang der Panamericana gestartet.

Ansicht des Mercedes-Benz 407 D vor den Umbauarbeiten

Fritz vor der Neugestaltung: Der 407 D war bereits zum Camper umgebaut, aber vom Scheitel bis zur Sohle renovierungsbedürftig.

Der Mercedes-Benz 407 D komplett entkernt während der Umbauarbeiten

Hand anlegen: Der Ausbau ihres Mercedes-Benz 407 D hat dem Paar einiges abverlangt.

Ansicht des Innenausbaus eines Mercedes-Benz 407 D

Den Innenausbau ihres Fritz haben Jana und Fabian in Eigenregie vorgenommen.

Der Mercedes-Benz 407 D fährt durch die Wüste und riesengroße Kakteen

Jana und Fabian betrachten das Vanlife als alternative Lebensform.

Die gezeigten Umbauten wurden von unabhängigen Drittanbietern vorgenommen. Die Anbieter und Umbauten wurden nicht durch Mercedes-Benz überprüft. Die Abbildungen stellen insofern keine Bewertung des Anbieters und/oder der Umbauten durch Mercedes-Benz dar.

Photos: Jana Schilling & Fabian Menzel

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