Vielseitiger Alleskönner:
Die Erfolgsgeschichte des Vito.

Ein schwarzer Mercedes-Benz Vito fährt auf einer Straße

Als kleiner Bruder des Sprinter nutzt der Vito von Beginn an Freiräume, die das Entstehen eines neuen Fahrzeugsegments etablieren. Wir blicken zurück auf die Geschichte des Bestsellers aus dem Baskenland.

Fundament aus Vitoria: Der Mercedes-Benz N 1300.

Die 1970er-Jahre gelten als Eintritt in eine neue Zeit. Auch das Transporter-Segment von Mercedes-Benz spiegelt diesen gesellschaftlichen Umschwung wider. Denn: 1975 wird das Fundament eines komplett neuen Van-Formats gelegt, und das erstmals vom Ausland aus. Der spanische Autobauer MEVOSA (Compañía Hispano Alemana de Productos Mercedes-Benz y Volkswagen, S.A.), eine Tochtergesellschaft von Mercedes-Benz und Volkswagen, entwickelt den Vorreiter des heutigen Vito, den Mercedes-Benz N 1300. MEVOSA greift dabei auf großes Know-how zurück. Bereits ab 1952 baut die IMOSA, eines der Ursprungsunternehmen der MEVOSA, den DKW-Schnelllaster, dessen Bauweise in Grundzügen auch im ersten MEVOSA Transporter mit Stern zum Einsatz kommt. Die Frontlenker-Bauweise des N 1300 und der damals untypische Frontantrieb sowie die nicht selbsttragende Karosserie auf einem Doppelrohrrahmen zeugen von einer ausgeprägten Kreativität in Entwicklung und Konstruktion. Diese Leistung wird mit anhaltender Nachfrage und demzufolge mit einem soliden Produktionszeitraum belohnt. Die Herstellung des kantigen Transporters im spanischen Werk in Vitoria dauert bis 1987 an.

Ein gelber Mercedes-Benz N 1300 stoppt vor einer Straße

Der N 1300 ist der erste in Spanien hergestellte Transporter mit Stern.

Weiterreise im „Kutter“ – mit dem MB 100.

Auch der nächste Wegbereiter des Vito hat spanische Wurzeln. Wie sein Vorgänger wird auch der MB 100 im baskischen Vitoria gefertigt. Doch einer der vielen Unterschiede beider Fahrzeuge ist deren Verfügbarkeit. Während der N 1300 vorwiegend für den südeuropäischen und nordafrikanischen Markt produziert wird, ist der MB 100 auch für den heimischen Markt des Mutterkonzerns konzipiert. Und so bieten die großen Stauflächen des MB 100 jede Menge Platz für Handel, Handwerk und Dienstleistungsbereiche im Deutschland der Wendezeit. Von 1988 bis 1995 ist der kantige Transporter, der von Fans deshalb liebevoll „Kutter“ genannt wird, lieferbar. Dabei gibt es den Kleinbus, zumindest auf den südeuropäischen Märkten, in fünf Versionen: vom MB 100 bis zum MB 180. Die Zahl verweist auf die jeweilige Nutzlast von 1,0 bis 1,8 Tonnen. Ein weiteres technisches Highlight: Der MB 100 dient als Basis für den 1994 präsentierten NECAR (New Electric Car), das erste Fahrzeug mit dem innovativen Brennstoffzellenantrieb.

Die Brennstoffzelle

Eine Brennstoffzelle erzeugt Strom aus der Energie, die bei der Reaktion von Brennstoff mit Luft freigesetzt wird. Als Abfallstoffe entstehen dabei Wasser und – je nach Brennstoff – teils auch Kohlendioxid. Das häufigste Brennmaterial für Brennstoffzellen ist Wasserstoff, der bei der Reaktion mit dem Sauerstoff aus der Luft nur Wasser produziert. Brennstoffzellen arbeiten wie eine Batterie, die ständig mit Energie versorgt wird, sodass sie niemals leer wird (solange genug Brennstoff zur Verfügung steht).

Ein weißer Mercedes-Benz MB 100 steht vor einer Produktionshalle

Die Brennstoffzellentechnologie des NECAR ist 1994 eine wegweisende Innovation.

Die Baureihe 638.

Ehre, wem Ehre gebührt. Da die Produktion von Kleintransportern mit Stern in Spanien weitergeht, würdigt der Nachfolger des MB 100 erstmals auch namentlich sein spanisches Erbe. Aus dem in Vitoria gefertigten Van wird der Vito. 1996 erfolgt die Markteinführung als Nutzfahrzeug. Gleichzeitig wird der Neue aber auch als V-Klasse im Pkw-Segment etabliert. Technisch sind beide Versionen im Prinzip identisch. Der Vito ist erhältlich als Mixto mit zwei Sitzreihen und kleinem Laderaum, als Kleinbus mit drei Sitzreihen, als Kastenwagen mit einer Sitzreihe und großem Laderaum und zu guter Letzt als Reisemobil Marco Polo. Die V-Klasse kann als Pkw in drei verschiedenen Ausstattungsvarianten bestellt werden. Die unzähligen Ausführungen und Einsatzbereiche verhelfen dem Transporter 1996 schließlich zum Titel „Van of the Year“.

Von IMOSA und MEVOSA zu Mercedes-Benz España

Ursprünglich war die IMOSA (Industrias del Motor, S.A.) eine Tochtergesellschaft der Auto Union GmbH, die an ihren deutschen Produktionsstandorten unter der Marke DKW Personenwagen und Leichttransporter fertigte. Ab 1952 wurde der sogenannte DKW-Schnelllaster auch bei der IMOSA produziert. Nach der Übernahme der Auto Union durch Volkswagen zum Jahreswechsel 1964/65 wurde der Export von Fahrzeugen nach Deutschland eingestellt, um den VW-Transportern keine hauseigene Konkurrenz zu machen. 1972 fusionierte die IMOSA mit der Mercedes-Benz Tochtergesellschaft CISPALSA (Compañia Hispano Alemana de Productos Mercedes-Benz, S.A.) zur MEVOSA, Nach dem Rückzug von VW erhöhte Mercedes-Benz den Anteil an der MEVOSA in mehreren Schritten und 1981 erfolgte die Umbenennung in Mercedes-Benz España.

Adoleszenz des Südeuropäers: Die Baureihe 639.

Ab 2003 übergibt die erste Generation der „V-Vans“ den Staffelstab im Baskenland und ihr großes Erbe an die Nachfolge-Baureihe 639. Wie sein Vorgänger, reiht sich auch der neue Vito in die Sparte der Kleintransporter und Kleinbusse ein. Doch ansonsten sind die Unterschiede groß. Als Erstes fällt das deutlich rundere Design ins Auge. Ebenfalls neu: Der frisch entwickelte Hinterradantrieb. Außerdem findet die Bezeichnung V-Klasse keine Verwendung mehr. Stattdessen wird die Pkw-Variante nun unter dem Namen Viano ausgeliefert. Mit zwei Radständen, drei Baulängen und zwei Dachhöhen bleibt viel Spielraum für unterschiedlichste Kundenwünsche. Auch in Sachen Motorisierung schafft die Baureihe 639 viel Flexibilität: Das Spektrum reicht vom sparsamen Vierzylinder mit 65 kW (88 PS) bis zum kraftvollen V6 mit 165 kW (224 PS). Ab 2011 ist außerdem der Vito E-CELL Kastenwagen mit batterieelektrischem Antrieb erhältlich, der 2011 und 2012 zum „KEP-Transporter des Jahres“ gewählt wird.

Ein silberner Mercedes-Benz Vito steht auf einem Parkplatz

Das „Delivery Magazine“ zeichnet den Mercedes-Benz Vito 2011
als besten Transporter des Jahres aus.

Effizienz, Ergiebigkeit, Elektroantrieb: Baureihe 447.

Seit der Markteinführung des Vito im Jahr 1996 bis Ende 2013 werden rund 1,2 Millionen Exemplare verkauft. Der Midsize-Van made in Vitoria ist ein echter Bestseller. 2014 startet Mercedes-Benz daher die Vermarktung der dritten Generation, die intern als Baureihe 447 bezeichnet wird. Der Vito wurde hierfür nochmals komplett neu entwickelt. Vor allem in Sachen Effizienz können so große Erfolge verbucht werden. Wartungsintervalle von bis zu 40.000 Kilometern machen den Van zum Meister seiner Klasse. Dazu kann der Kunde aus drei verschiedenen Antriebskonzepten wählen: Front-, Heck- oder Allradantrieb stehen zur Verfügung. Aber auch in puncto Sicherheit nimmt der neue Vito durch zahlreiche Assistenzsysteme eine Vorreiterrolle ein. Die Pkw-Version der Baureihe wird wieder als V-Klasse vermarktet, in den USA wird der Vito hingegen als – für den amerikanischen Markt angepasstes – Modell Metris angeboten. Mit dem eVito ergänzt Mercedes-Benz 2018 seine Modellpalette zusätzlich um einen hochmodernen Transporter mit Elektroantrieb und bestreitet so auch weiterhin den Weg in die Zukunft.

Ein schwarzer Mercedes-Benz Vito steht vor einem Gebäude aus Glas

Auch der aktuelle Vito ist ein Bestseller.

Der Schriftzug „Metris“ in Nahaufnahme auf dem Fahrzeugheck

Metris heißt der Vito in den USA.

Ein türkisgrüner Mercedes-Benz MB 100 steht vor einem Wasserfall

Der MB 100 ist bis heute ein beliebtes Fahrzeug für Globetrotter.

Ein weißer Mercedes-Benz N 1300 von der Seite

Ecken und Kanten: Mittlerweile ist der N 1300 ein Klassiker.

Fotos: Fabian Freitag, Andreas Schmidt, Damaris Riedinger, Daimler

Vito

Der Vito bringt Sie weiter – auf der Straße wie auch beim Erfolg Ihres Unternehmens. In Sachen Wirtschaftlichkeit und Qualität ist er ebenso vorbildlich wie bezüglich Flexibilität und Sicherheit.

Mercedes-Benz Vito
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