Van-Steckbrief: Mercedes-Benz N 1300

Die Front eines Mercedes-Benz N1300 mit spanischem Kennzeichen

Ein echter Spanier und eine echte Rarität: Der N1300 von Mercedes-Benz – der Großvater des Vito – rollte ab Mitte der 1970er-Jahre in Vitoria vom Band.

Hersteller

MEVOSA (1975-1980), Mercedes-Benz Spanien (1980-1986)

Vorgängermodell

DKW F 1000

Nachfolgemodell

Mercedes-Benz MB 100

Motor

OM 615 (2.0 l,Vierzylinder, Diesel, 43,5 kW/59 PS)

Bauform

Kleintransporter, Pritschenwagen, Kombi, Kleinbus

Länge

4.395 mm

Breite

1.790 mm

Höhe

1.950 mm

Nutzlast

1,2–1,45 t

Radstand

2.500 mm

Mercedes-Benz N 1300

Der N 1300 ist eine Seltenheit unter den Kleintransportern. Er wurde im Werk in Vitoria im spanischen Baskenland zunächst ausschließlich für den südeuropäischen und nordafrikanischen Markt produziert. Später erfolgte in Argentinien die Herstellung für den südamerikanischen Markt. Da die Leistung des 43 PS starken OM-636-Motors seines kleineren Bruders N 1000 für viele Anwendungen zu knapp bemessen war, wurde der ab 1975 hergestellte N1300 mit dem stärkeren OM 615 mit 59 PS ausgestattet. Die Namensgebung der beiden Transporter basiert auf der möglichen Nutzlast der Fahrzeuge – in Anlehnung an die DKW Schnelllaster, die vor der Übernahme durch die Daimler AG im Werk in Vitoria hergestellt wurden. Vom DKW F 1000 erbten die Transporter auch den damals für Mercedes-Benz untypischen längs eingebauten Frontantrieb und die nicht selbsttragende Karosserie auf einem Doppelrohrrahmen.

1987 wird der N 1300 auf den Produktionsstraßen Vitorias endgültig vom Mercedes-Benz MB 100 abgelöst, auf den später der Vito folgen sollte. Doch die Ära des Transporters ist deswegen noch lange nicht vorbei. Da der N 1300 nur in wenigen Ländern verkauft wurde, ist er heutzutage kaum mehr auf den Straßen zu sehen. Genau das macht in den Augen vieler aber auch seinen Charme aus, ebenso wie sein markantes kantiges Design. Der spanische Van, der früher unter anderem als Personentransporter, Polizeifahrzeug und Abschleppwagen eingesetzt wurde, hat heute vor allem auf der iberischen Halbinsel viele Liebhaber. So wird er immer noch in vielen Formen weitergenutzt: Combi Coffee aus Porto rösten und verkaufen in ihrem N1300 hochqualitativen Kaffee, bei La Rika in Barcelona gibt es dagegen frische Sandwiches direkt aus dem ausgebauten Laderaum.

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