Ein wahres Herzensprojekt: der 306 D Pritschenwagen

Vor über 40 Jahren erstand Frank Steele einen Mercedes-Benz 306 D, den der Brite mit viel Zeit und Geld restaurierte. Die Investitionen haben sich gelohnt: Heute fährt der orangene Pritschenwagen wieder an Englands Küste umher.

Der 306 D weckt nostalgische Gefühle

Der rechte Arm von Frank Steele liegt auf dem Fensterrahmen, das Fenster seines Vans ist geöffnet und lässt eine leichte Brise Meeresduft herein. Gemütlich fährt Frank in Wirral nahe Liverpool eine Küstenstraße entlang. Neben ihm sitzt seine erwachsene Tochter. Sie schwelgt in Erinnerungen. Die Abendsonne taucht die Landschaft an der englischen Küste in ein warmes Licht – die Stimmung: perfekt. Vater und Tochter unterhalten sich über alte Zeiten, erinnern sich an gemeinsame Schulwege an regnerischen Tagen zurück, als Franks Tochter noch ein kleines Kind war. Der immer treue Begleiter: ein Mercedes-Benz 306 D Pritschenwagen, den Frank 1974 gekauft hat. Er nutzte ihn 19 Jahre – bis die Anzeichen der Abnutzung zu stark wurden. Eine Restaurierung schien zunächst unmöglich, da Exemplare des 306 D – und damit die nötigen Ersatzteile – schlicht zu selten waren.

Die Restaurierung meines 306 D ist vergleichbar mit einer Heirat der ‚einen‘ Liebe, die du dein ganzes Leben behalten möchtest.

Frank Steele steht neben orangenem Mercedes-Benz Van

Der Traum vom Restaurieren

Doch lohnen würde sich die Restaurierung, denn der Mercedes-Benz 306 D Pritschenwagen ist eine wahre Rarität. Mit Unterstützung von Freunden und Familie sowie einem offiziellen Mercedes-Benz Club hatte Frank schließlich Erfolg: In den 1990er- und 2000er-Jahren restaurierte er das Fahrzeug im eigenen Garten, bis er es im März 2017 schließlich wieder für die Straße zulassen konnte. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ausgestattet mit einem neuen 60-PS-Motor, einer Lackierung im Originalton orange, einem Deck aus dunklem Mahagoniholz und mit den Seiten aus Paranakiefer macht der 306 D einiges her. Und das Beste: Sein Mercedes-Benz Van mache niemals Probleme, meint Frank. Ob er so ein Restaurierungsprojekt noch mal machen würde? – „Nein, auf keinen Fall. Die Restaurierung meines 306 D ist eher vergleichbar mit einer Heirat der ‚einen‘ Liebe, die du dein ganzes Leben behalten möchtest.“

Frank Steele hält ein Fotobuch, das Bilder der Restaurierung des 306 D zeigt

Der restaurierte Pritschenwagen als Blickfang

Doch wenn Frank jetzt mit seiner Tochter in Wirral über die Straßen fährt, bekommt er die Belohnung für die jahrelange Arbeit. Die Menschen bleiben stehen und drehen sich nach dem Fahrzeug um. Wenn Frank zum Tanken anhält, bildet sich eine kleine Menschentraube um das Fahrzeug und die Leute suchen das Gespräch mit ihm. Frank Steele macht das stolz. Schaut er auf sein Projekt zurück, ist er froh, investiert zu haben: „Ich würde kein anderes Fahrzeug wollen. Davon gäbe es viel zu viele – und das wäre doch langweilig!“


Photos: Frank Steele