GO-VAN X MYVAN: Jess und Jonny – die Van-Nomaden

Jess und Jonny Dustow umarmen sich vor ihrem Sprinter

Irgendwann hatten Jess und Jonny genug: Sie kündigten ihre Jobs und zogen in ihren Sprinter ein, mit dem sie seither durch Australien touren. Seine Erfahrungen teilt das junge Pärchen auf dem Blog „Rebel on a Rainbow“.

Tausche Wohnung gegen Sprinter

Die Leidenschaft für das Surfen und Campen hat Jess und Jonny vor nunmehr 17 Jahren zusammengebracht. Als Teenager verliebten sie sich – und als junge Erwachsene heirateten sie. Einige Jahre lang arbeitete das australische Pärchen in Vollzeit. Dann beschlossen die beiden, der täglichen Routine zu entfliehen. Zunächst machten sie Ausflüge in einem Mercedes-Benz Vito, Anfang 2015 kauften sich Jess und Jonny schließlich einen Sprinter. Seither lebt und arbeitet das Paar aus Down Under in seinem Transporter – ohne festen Wohnsitz: als Van-Nomaden.

Jess und Jonny Dustow von „Rebel on a Rainbow“

Roadtrips bringen Balance ins Leben

MYVAN: Wie kommt man darauf, sein normales Leben hinter sich zu lassen und in einen Van zu ziehen?

Jonny: Wir haben beide sieben Jahre lang ein ziemlich gewöhnliches Leben mit Vollzeitjob, Jahresurlaub und viel Routine geführt. Speziell in den letzten Jahren hatten wir dann zunehmend mit Stress, Angst und den vielen Erwartungen, die die Gesellschaft an den modernen Menschen stellt, zu kämpfen. Also haben wir uns entschieden, unser Leben zu vereinfachen. Wir wollten unnötigen Ballast abwerfen und so wieder eine Balance im Leben finden.

Deshalb habt ihr euch einen Sprinter gekauft?

Jonny: Genau, wir unternahmen zunächst einige Wochenendausflüge in unserem Van. Schnell haben wir gemerkt, wie gut uns dieser Lebensstil gefällt. Wir finden es toll, dass wir beide unseren Hobbys nachgehen und dabei zugleich viel in der Natur sein können. Jess etwa liebt Wandern und ich bin als Musiker ohnehin gerne und oft unterwegs. Gemeinsam gehen wir auf Wanderungen, wir Surfen oder Snowboarden, erkunden neue Orte unserer australischen Heimat und treffen überall viele Gleichgesinnte, die uns inspirieren.

Jonny steht vor dem Sprinter an einem australischen Strand und duscht sich ab

Kinder, die ihren Traum leben

Was genau fasziniert euch am Leben im Van?

Jess: Es ist einfach unglaublich schön, morgens in einem Wald oder an einem Strand in seinem Van aufzuwachen, den Geräuschen der wilden Natur zu lauschen und danach eine Runde im Meer schwimmen zu gehen. Das Leben wird so gleich viel friedlicher und erfüllender. Wir sind wirklich dankbar für das Leben, das wir führen dürfen und nutzen jede Chance, um Australien zu bereisen, besuchen aber auch Orte in Übersee. Wir wollen später einfach nichts bereuen. Wir wollen aus jedem Tag das Beste herausholen. Eigentlich sind wir beide noch Kinder, die ihren Traum leben.

Jonny von „Rebel on a Rainbow“ sitzt auf einem Klappstuhl und genießt die Aussicht

Es ist einfach unglaublich schön, morgens in einem Wald oder an einem Strand in seinem Van aufzuwachen.

Rebell auf dem Regenbogen

Anfang 2015 gründeten Jess und Jonny den Reiseblog „Rebel on a Rainbow“, auf dem sie vom Leben im Van berichten. Rainbow (deutsch: Regenbogen), so nennen die beiden ihren Mercedes-Benz Sprinter. Zudem bieten sie anderen Van-Reisenden mit „ROAR“ eine Plattform, die eigenen Travel-Geschichten zu erzählen. Gemeinsam mit ein paar Freunden haben die beiden Australier zudem den Blog „Vanlife“ ins Leben gerufen, der allein auf Instagram mittlerweile fast 350.000 Menschen erreicht.

MYVAN: Die Camper-Kultur in Australien ist groß. Wie erklärt ihr euch das?

Jess: Ja, diese Bewegung wächst und wächst – das ist sehr aufregend. Es gibt da draußen mittlerweile auch viele Gruppen, die mit ihren Wohnmobilen und Vans durch das Land fahren und gemeinsam neue Orte erkunden. Das liegt natürlich auch am Land selbst: Wir haben in Australien einfach wunderschöne Küsten mit vielen beschaulichen Dörfern und zahlreichen einsamen Stränden – ideale Orte für einen Van-Lifestyle. Aber auch, wenn man ins Landesinnere fährt, bieten sich einem ungemein viele Möglichkeiten, in der schönen Natur zu campen und Neues zu entdecken.

MYVAN: Euer „Vanlife“-Projekt hat sich rasant entwickelt. Wie kam es dazu?

Jonny: Das ist einfach ein spannendes Projekt, eine Herzensangelegenheit. Meine beiden Kumpels Sam und Jared und ich hatten uns im Februar 2015 zusammengesetzt und gebrainstormt: Wie können wir die internationale Van-Gemeinschaft verbinden? Das Ergebnis: „Vanlife“.

Weißer Sprinter parkt in australischer Landschaft mit Wiese, Bäumen und Bergen

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Der Mercedes-Benz L 911 steht am Straßenrand

Internationale Van-Community

Über ihren Blog organisieren die Jungs und Mädels von „Vanlife“ diverse Events, auf denen Van-Reisende sich treffen, grillen und sich austauschen. Ferner kooperieren sie mit Marken und Organisationen, die den Lebensstil und die Einstellung von „Vanlife“ teilen. Und natürlich findet man auf dem Blog reichlich Lesestoff, Fotos und Tipps zum Leben und Reisen im Van. Jonny kümmert sich dabei hauptsächlich um Marketing-Angelegenheiten und die Sozialen Netzwerke. Zudem spielt er als Saxophonist in einigen australischen Bands und tourt mit seiner eigenen Band „Dusty Boots“ regelmäßig durch Down Under.

MYVAN: Welchen Tipp habt ihr für jemanden, der nach Australien kommt, sich einen Van organisiert und dann einen Roadtrip machen möchte?

Jess: Los geht der Trip in Byron Bay und von dort aus dann sechs Monate oder ein Jahr lang die ganze Küste entlang. Australien quasi einmal zu umrunden – das ist der schönste Trip überhaupt. Aber natürlich gibt es auch im Landesinneren viele abgelegene Gebiete und schöne Wüsten.

MYVAN: Welche Reisetipps habt ihr in eurer Heimat?

Jonny: Wir lieben die Südküste von New South Wales, die von vielen Strandstädten geprägt ist. Natürlich sollte man sich auch die australischen Nationalparks an der Küste oder in den Bergen nicht entgehen lassen. In Western Australia gibt es zudem erstaunlich viele Campingmöglichkeiten, die Gegend ist daher ebenfalls sehr zu empfehlen.

Zwei Teller mit Essen stehen auf einem Holztisch

Perfektes Leben? Nur die Wäsche nervt!

MYVAN: Zum Schluss Hand aufs Herz: Gibt es etwas, was ihr am Van-Leben nicht mögt?

Jess: Manchmal, dass man etwas wenig Platz hat. Andererseits ist die Natur unser Zuhause und die ist schier unendlich. Etwas nervig ist es zudem, die Wäsche zu machen und zum Trocknen aufzuhängen. Und manchmal wird’s bei uns im Van etwas chaotisch, wenn Jonny mal wieder seine vielen Instrumente überall stehen und liegen lässt (lacht).

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Fotos: Go-Van | Rebel on a rainbow
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