Das große Abenteuer – in Rollstuhl und Sprinter durch die ganze Welt

Ein Sprinter fährt durch eine lehmige Straße in den Anden

Jozef Balemans ist querschnittsgelähmt. Und doch war er noch nie so mobil in seinem Leben wie jetzt – dank seines Sprinters 4×4, der seinen Namen trägt.

Der beste Rollstuhl der Welt

Wenn Jozef Balemans früher zur Arbeit ging, dann hatte er meistens eine hervorragende Aussicht. Der Niederländer war Dachdecker, gründete irgendwann seine eigene Firma, auf die Dächer stieg er trotzdem noch immer. Bis er 1998 von einem Haus stürzte und nichts mehr so war wie vorher. Als Balemans im Krankenhaus erwachte, war er von der Hüfte abwärts gelähmt. Auf ein Dach würde er nie wieder steigen können.

Seit dem Unfall sind fast 20 Jahre vergangen. Jozef Balemans hat gelernt, sein Leben mit der Behinderung zu führen. Es ist ein schönes Leben. Und das hat viel damit zu tun, dass er wieder hervorragende Aussichten genießen kann. „Eines Tages kaufte ich mir ein Wohnmobil und entschied mich dabei für einen Mercedes-Benz Sprinter“, erzählt Balemans. In vielen Arbeitsstunden konzipierte er ein behindertengerechtes Vehikel mit einem Aufzug an der Seite.

Wenn wir dann abends vor unserem Mercedes-Benz Sprinter sitzen, auf einen Fluss, einen Berg oder ein Meer schauen, dann sagen wir uns immer: Eine schönere Aussicht kann es nicht geben.

Jozef Balemans vor seinem Sprinter, den er „Josmobiel I“ nennt

Firma verkauft, Sprinter gekauft

Die Hochzeitsreise ihrer Tochter im Jahr 2007 durch Nord- und Südamerika nutzte das Ehepaar Balemans zu ihrem ersten großen Abenteuer auf der Straße. Lediglich sechs Wochen wollten die Niederländer mit ihrem „Josmobiel I“ genannten Sprinter durch Argentinien reisen. Doch am Tag der Heimreise traf das Paar eine Entscheidung: „Wir flogen zurück und verkauften unsere Firma. Anschließend reisten wir dreieinhalb Jahre durch Südamerika.“

Das Leben auf der Straße hatte Jozef Balemans und seine Frau verzaubert. „Wir lieben das einfache Leben, die Abenteuer, die vielen neuen zwischenmenschlichen Begegnungen, die Ruhe und den Frieden. Wenn wir dann abends vor unserem Mercedes-Benz Sprinter sitzen, auf einen Fluss, einen Berg oder ein Meer schauen, dann sagen wir uns immer: Eine schönere Aussicht kann es nicht geben. Nicht mal auf dem Dach.“

Sprinter vor imposanter Kulisse im Süden der Vereinigten Staaten

Neue Freunde aus der Mercedes-Benz Zweigstelle

Mercedes-Benz, sagt Balemans, habe er auch deshalb ausgewählt, weil „das eine Weltmarke ist und man überall auf der Welt Ersatzteile bekommt“. So wie vor einigen Jahren bei einer Tour durch Peru, als das Josmobiel bei Ilave, unweit des Titicacasees, seinen Geist aufgab und drei Mitarbeiter von der 500 Kilometer entfernten Mercedes-Benz Zweigstelle in Cusco auf die Reise geschickt wurden, um den Sprinter abzuholen. „Auf der zweitägigen Rückfahrt kochte meine Frau für die Männer, einer von ihnen schlief bei uns im Wagen“, erinnert sich Balemans. „Die zwei Tage auf der Straße wurden uns nicht in Rechnung gestellt. Man sagte uns, dass Freunde für so etwas nicht zahlen müssen.“

Der Sprinter von Jozef Balemans in Kalifornien

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Für seine Kunst brauche er Einsamkeit, sagt Peter Kitchell. Diese findet der US-Amerikaner in der Natur. Sein umgebauter Freightliner Sprinter T1N dient ihm als Reisemobil.

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Peter KiItchell und sein Sprinter

Eine andere Tour führte das Paar durch Bolivien. Eine der zahlreichen Reisebekanntschaften war der Argentinier Gustavo, ein Mechaniker, der mit seiner Familie im bolivianischen Santa Cruz lebt. „Wenn ihr irgendwas braucht“, hatte Gustavo gesagt, „dann meldet euch.“ Wochen später war Gustavos Kontakt Gold wert. Das Josmobiel brauchte dringend erfahrene Hände, also wählte Jozef Balemans die Nummer, bekam sofort eine Einladung übermittelt und blieb letztlich zwei Wochen mit seiner Frau bei dem freundlichen Mechaniker, der den Sprinter wieder einsatzbereit machte. Dessen Familie richtete extra ein Gästezimmer im Erdgeschoss ein, damit Rollstuhlfahrer Jozef problemlos nächtigen konnte. „Gustavo und seine Frau Gabi sind vielleicht die nettesten Menschen, die wir je kennengelernt haben“, sagt Balemans und fragt: „Wo findet man denn sonst solche Leute?“ Und kennt die Antwort. Auf der Straße, vielleicht schon beim nächsten Abenteuer. Wo selbst der Rollstuhl Höhenflüge nicht verhindern kann.


Grauer Mercedes-Benz Sprinter Kombi in einer Lagerhalle

Als größtes Mitglied der Mercedes-Benz Vans Familie fährt der Sprinter seit 1995 vorneweg. Seine Eigenschaften werden kontinuierlich weiterentwickelt, um stets an der Spitze des Wettbewerbs zu stehen.