Kaffeetrinken für die Umwelt – das innovative Start-up Kaffeeform.

Ein Berliner Unternehmen macht Tassen aus Kaffeesatz, um die Produktionskette rund um die beliebten Röstbohnen nachhaltiger zu gestalten.

„La Dolce Vita“ weckte den Erfindergeist.

Die Idee, ein Kaffee-Start-up zu gründen, kam Julian Lechner während seines Studiums in Italien. Natürlich! Wo sonst, als in jenem Land, in dem der Espresso eine Art Kulturgut ist und wo „La Dolce Vita“, das süße Leben, nicht ohne das gemütliche Café an der Straßenecke funktioniert. „Ich habe damals viel Kaffee getrunken“, sagt der Hauptstädter und grinst. „Und ich fragte mich nach jeder Tasse: Was passiert eigentlich mit dem Kaffeesatz?“ Diese Frage stellte der Berliner anschließend den Barista – und erntete nur verwirrte Blicke. Aufhalten ließ sich Lechner davon nicht, im Gegenteil: Ihm zeigte die Ratlosigkeit der Barista, dass er die richtige Frage gestellt hatte.

Aus Kaffeemaschine läuft Kaffee in Espressotasse

Kaffeetassen aus Kaffeesatz – diese Kombination setzt das Berliner Unternehmen Kaffeeform um.

Kreislauf voller Kaffeetassen.

Weitere Fragen schlossen sich für Lechner an: Könnte Kaffeesatz nicht selbst ein Rohstoff sein? Ließe sich aus dem vermeintlichen Abfall etwas Neues herstellen? Der studierte Produktdesigner recherchierte, konstruierte – und reüssierte. Mittlerweile hat er mit seinem Start-up Kaffeeform einen einzigartigen Produktkreislauf erschaffen, der ressourcenschonend und quasi unendlich ist. Anstatt das Kaffeemehl wegzuwerfen, verwandelt Kaffeeform dieses in einem aufwendigen Lagerungs-, Härtungs- und Verarbeitungsprozess zu einem Granulat – und dann zu neuen Kaffeetassen. „Wir setzen da an, wo das Kaffeetrinken sonst aufhört“, erklärt Lechner.

Wir sollten unser Handeln mehr hinterfragen und uns überlegen: Was, das ich wegwerfe und dann neu zu kaufen plane, kann ich noch weiter- und wiederverwerten?
Espressomaschine und Kaffeetassen

Die Idee komme an und die Nachfrage steige, sagt der Gründer.

Nachmachen ausdrücklich erwünscht.

Lechners Motivation: Nachhaltigkeit. „Wir sollten unser Handeln mehr hinterfragen und uns überlegen: Was, das ich wegwerfe und dann neu zu kaufen plane, kann ich noch weiter- und wiederverwerten?“ Denn Abfall ist nicht gleich Abfall, weiß Lechner: „In unserer gegenstandsbasierten Welt braucht die Herstellung von fast jedem Produkt in irgendeiner Weise Erdöl. Unser Rohstoff dagegen kommt komplett ohne Erdöl aus.“ Die Hoffnung ist, dass er mit seinen Produkten auch andere motivieren kann, im Alltag nachhaltiger zu denken.

Granulat auch für andere Produkte geeignet.

Das Konzept von Kaffeeform kommt an, die Nachfrage steigt und Julian Lechner ist hoch motiviert, seinen Rohstoff auch für andere Produkte nutzbar zu machen. Denn eines ist ihm klar: „Kaffee ist ein Rohstoff, der wohl niemals ausgeht.“ Und ein nachhaltiger und umweltschonender noch dazu.

Zeichnung von Kaffeebecher

Nichts ist unmöglich für Julian Lechner. Die nächste Idee: ein Coffee-to-go-Becher aus Kaffeesatz.

Photos: Felix Schwarz

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