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Innovatives Möbeldesign – inspiriert durch das Skateboarden.

Florian schraubt einen Hocker zusammen

Leidenschaft, Handwerk und Sinn für Nachhaltigkeit: In seiner Werkstatt in Stuttgart zimmert Florian Bürkle aus alten, benutzten Skateboards Hocker, Couchtische und Bänke mit Geschichte.

Vom Skater zum Produktdesigner.

Florian Bürkle fährt seit über 25 Jahren Skateboard – und das lässt ihn auch in seinem Beruf nicht los. Nach einer Ausbildung zum Goldschmied und einem Produktdesignstudium rief er das Unternehmen FLOID Produktdesign ins Leben. Die Liebe zum Handwerklichen begleitet ihn stets. So kam er auf die Idee, mit alten Skateboards etwas Sinnvolles anzustellen. Denn als Skateboarder besitzt man gezwungenermaßen viele ausrangierte Bretter. Diese werden im Keller, unter dem Bett oder sonst wo gelagert. Aber was, wenn man einfach keinen Platz mehr hat und ausmisten muss? Diese Frage konnte Florian zunächst auch nicht beantworten. Sein erster Gedanke war, die Boards an Hilfsprojekte für Kinder und Jugendliche nach Mittelamerika zu schicken. Doch es stellte sich heraus, dass das ein ziemlich teures Unterfangen ist. Als Designer überlegte er, dass diese Bretter sich doch kreativ weiterverwenden lassen müssten. So kam dann eins und eins zusammen und der erste Prototyp für den herzförmigen Hocker namens „Mister Wilson“ war erschaffen.

Vier Hocker sind in Form eines Kleeblatts aufgestellt

Kleeblatt: vier Hocker “Mister Wilson” mit herzförmiger Sitzfläche.

Vom Hocker gehauen.

Der Name „Mister Wilson“ kommt aus dem Skater-Jargon. Es soll an die Ups und Downs erinnern, die Skater und ihre Boards durchmachen. Mister Wilson heißt es, wenn das Skateboard nach vorne wegschießt und es den Fahrer wie im Comic von den Füßen reißt. Die ersten Prototypen des Hockers waren noch sehr wackelig – so war der Name für Florian schnell gefunden, obwohl die Konstruktion des Hockers inzwischen sehr stabil ist.

Porträt von Florian

Florian Bürkle: Leidenschaftlicher Skater und Handwerker.

Auf der Suche nach der richtigen Werkstatt.

Bevor er Boards zu Möbeln umbaute, war Florian für ein paar Jahre fest angestellt als Möbel- und Ausstellungsdesigner. Im Jahr 2011 hat er dann das Designbüro FLOID Produktdesign gegründet. Dort entstehen Produkte, Räume und Events unter dem Leitsatz: „Design inspired by Skateboarding“. Für das Arbeiten mit alten Skateboards war es gar nicht so einfach, eine geeignete Werkstatt zu finden. Speziell in Stuttgart sind bezahlbare Räume rar gesät. Etwas außerhalb des Stadtzentrums entdeckte der leidenschaftliche Handwerker eine alte Fabrikkantine, in dem die ersten Hocker auf dem Küchentresen zusammengeleimt wurden. Inzwischen hat Florian eine kleine Werkstatt im Stuttgarter Süden bezogen. Ein weiterer Grundstein für qualitativ hochwertige Produkte sind gutes Werkzeug und gute Werkstoffe. Das bedarf einiger Investitionen. Außerdem dauert es eine Weile, zuverlässige Zulieferer für die Möbelproduktion zu finden.

Die Community hilft mit.

Neben FLOID Produktdesign ist Mister Wilson Florians zweites Standbein. Etwa die Hälfte der Zeit verbringt er in seiner Werkstatt. Die Handarbeit ist für ihn ein wichtiger Ausgleich zur Büroarbeit. Viele alte Boards bekommt er von seinen Freunden und Bekannten, die er in all den Jahren durch seine Skateboard-Leidenschaft kennengelernt hat. Außerdem stehen in den Stuttgarter Skateshops und in der Skatehalle Recyclingkisten, die von den lokalen Skatern gefüllt werden. So haben beide Parteien etwas davon: Die Skateboarder sind ihr altes Brett los und Florian hat immer genügend Material für seine Möbel. Für diese Unterstützung ist er sehr dankbar und rüstet spendable Skater und Skateshops im Gegenzug mit Skateboard-Möbeln aus.

Eine Holzwerkstatt mit vielen Utensilien

Es gibt viel zu entdecken in Florians Werkstatt.

Mehr Arbeit als gedacht.

Nachdem die Boards in der Werkstatt sind, geht die Arbeit erst richtig los. Der erste schwierige Teil des Bearbeitens ist das Renovieren der Boards. Zuerst muss die Antirutschschicht, das sogenannte Griptape, entfernt werden, welches mit starkem Kleber auf dem Holz befestigt ist. Anschließend muss das Brett von Kleberesten gereinigt, abgeschliffen und an den Bruchstellen geleimt werden. Hinzu kommt, dass Skateboards keine flachen Bretter sind, sondern eine konkave Wölbung aufweisen. Wenn Florian ein Board zersägt, kommt es oft vor, dass die beiden entstandenen Endstücke nicht formschön zusammenpassen – ein Versatz entsteht. Dann wird improvisiert, so lange, bis zwei Endstücke zufällig aufeinanderpassen. Das alles ist Arbeit, die dem fertigen Produkt nicht anzusehen ist. Je nach Renovierungsaufwand benötigt Florian ein bis zwei Stunden, bis ein Hocker fertig ist. In den vier Jahren hat er bereits über 1.000 Hocker gebaut. Somit wurden dabei über 500 Boards recycelt, die sonst alle in der Müllverbrennung gelandet wären.

Florian schraubt eine Beinkonstruktion zusammen

Die Entstehung einer neuen Beinkonstruktion in Florians Werkstatt.

Mr Wilson, Plaza, Donny.

Das Angebot des Möbeldesigners beinhaltet zurzeit drei Produkte: Hocker, Couchtisch und Sitzbank. Den Hocker mit dem Namen „Mister Wilson“ gibt es in zwei unterschiedlichen Ausführungen – die herzförmige Sitzschale „Slide“ besteht aus den gewölbten Enden zweier Skateboards und der rechteckige Hocker „Drop“ ist aus dem Mittelstück eines Skateboards gefertigt. Beide Begriffe stammen aus dem Skater-Jargon. Die dreieckigen Couchtische aus drei verschiedenen Boards heißen „Plaza“, die Sitzbank aus einem ganzen Skateboard trägt den Namen „Donny“, da Florians erstes Board ein „Pro Model“ von Donny Myhre war. Für Florian ist das Besondere an den Hockern, dass es jeden in seiner Form nur einmal auf der Welt gibt. Das können nicht viele Produkte von sich behaupten. Außerdem kann ein „Mister Wilson“ nur von Hand gefertigt werden. Seine Dellen und Kratzer machen ihn zusätzlich sehr wertvoll. Sie zeigen, dass er einmal unter den Füßen eines Skaters die Welt besichtigt hat. Die leicht gebogene Herzform der Sitzfläche schmiegt sich nicht nur sanft um den Sitzenden, sondern symbolisiert auch die Bedeutung, die das Ursprungsboard für seinen Besitzer hatte.

Ein Kaffeetisch und ein Hocker stehen in einem Café

Kaffeetisch Plaza und Hocker “Slide” sind ein gutes Team.

Skateboard-Möbel für einen guten Zweck.

Teile seiner Produktion lagert Florian aus. In das Behindertenzentrum BHZ in Stuttgart-Feuerbach. Dort helfen ihm die Mitarbeiter in der Behindertenwerkstatt bei kleinen Säge- und Schleifarbeiten. Auch mit dem Skateaid e.V. arbeitet Florian zusammen. Skateaid ist eine Organisation, deren Mitglieder Projekte der Kinder-, Jugend- und Entwicklungshilfe unterstützen. Sie bauen Skateparks in Algerien, Kenia und Ruanda und errichten Skateschulen in Uganda und Tansania. Sie wollen durch Skateboarding Selbstvertrauen, Gemeinschaftsbewusstsein und Zielstrebigkeit von Kindern und Jugendlichen fördern und ihnen eine echte Kindheit bieten. Bei einem Kauf eines Produkts bei Mister Wilson wird ein Teil des Erlöses an Skateaid gespendet.

Zwei avantgardistische Sessel

Die Formen des Sessels erinnern an Skateboards.

Nachhaltigkeit jetzt und in Zukunft.

Momentan arbeitet Florian an einer Beinkonstruktion für einen Barhocker. Ein weiteres Projekt ist ein platzsparender Klapphocker. Außerdem ist er dabei, einen Lounge Chair zu überarbeiten – den „Deck Chair“, dessen Form sich stark am Skateboard orientiert. Für dessen Produktion ist er zurzeit auf der Suche nach einem Hersteller. Auch Nachhaltigkeit ist für Florian ein wichtiges Thema. „Schön wäre es“, sagt er, „wenn ich irgendwann meine Produkte nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip produzieren könnte. Das heißt, alle verwendeten Materialien sind zu 100 Prozent recycelbar oder zu 100 Prozent kompostierbar.“ Generell würde er sich wünschen, dass mehr Menschen ein größeres Bewusstsein für unsere Umwelt aufbringen könnten. „Damit auch alle nachfolgenden Generationen noch mit echten Holzbrettern Skateboard fahren können“, sagt Florian abschließend.

Ein Mann sitzt auf einem Hocker mit seinen Füßen auf einem Skateboard

Florian Bürkle in seiner Werkstatthalle mit seinen "Mister Wilson"-Hockern.

Eine Gruppe von verschiedenfarbigen Hockern

Die Hocker sind auch von ihrer Farbgebung außergewöhnlich.

Ein Frau liest ein Buch in einem Sessel. Ein Kaffeetisch steht vor ihr

Der Kaffeetisch "Plaza" leistet stets gute Dienste.

Ein Hocker steht neben einer Gitarre in einem Wohnzimmer

Der Hocker "Mister Wilson" fügt sich überall gut ein.

Mehr Links zum Entdecken: FLOID Product Design

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