Das Einmaleins der Start-up-Gründung.

Drei junge Männer stehen vor einem Sprinter von Mercedes-Benz

Erfolgreich gründen? MYVAN hat innovativen Firmengründern auf den Zahn gefühlt und die besten Tipps für euch zusammengestellt.

Gründen – der Lebenstraum von vielen.

Endlich der eigene Boss sein – viele Menschen träumen davon zu gründen und die eigene Geschäftsidee zum Leben zu erwecken. Mit Mut und Innovationsgeist nehmen zahlreiche Gründer den Kampf mit Bürokratie und roten Zahlen auf sich und hoffen, ein erfolgreiches Geschäftsmodell zu erschaffen. Die Gründung eines Start-ups birgt zahlreiche Schwierigkeiten und Stolpersteine. MYVAN hat junge Gründer nach den besten Tipps gefragt: Welche Ideen funktionieren als Geschäftsmodelle? Wie bleibt man am Ball? Und vor allem: Wie meistert man Rückschläge, ohne den Mut zu verlieren?

Dirk Fehse hat die Buchungsplattform Paul Camper gegründet

Dirk Fehse, der Gründer von Paul Camper, blickt stolz auf seine Website.

Wie entwickelt man eine Idee mit Start-up-Potenzial?

Die zündende Idee begegnet einem auf verschiedensten Wegen. Für Gründer Stefan Michaelis von Jonny Fresh beispielsweise war es immer ein zeitraubendes Ärgernis, Wäsche zum Waschsalon oder in die Reinigung zu bringen und danach wieder abzuholen. Einen Sack Dreckwäsche tragend, ging ihm ein Licht auf. Und die Idee zu seinem Liefer- und Bring-Service für Wäsche war geboren.

Bei Gründer Wes Watts hingegen klingelte es wortwörtlich. Immer wieder riefen bei seinem Arbeitgeber, einem Energieberatungsunternehmen, Kunden an, die sich nach Solarmodulen für ihre Vans, Trucks und Wohnmobile erkundigten. Als sich die Anfragen häuften, beschloss er, die Nachfrage selbst zu stillen, statt die Anrufer zu vertrösten. Er gründete sein Start-up Tiny Watts Solar und spezialisierte sich auf mobile Solartechnik.

Dirk Fehse, Gründer von Paul Camper, einer Plattform für private Camper-Vermietungen, entwickelte seine Idee aus einer Sinnkrise heraus. „Ich suchte etwas, woran ich mich selbst wieder aufbauen kann“, beschreibt er seine Beweggründe. Er dachte darüber nach, was ihm Glück und neue Kraft gab, und beschloss, sein Geschäftsmodell daran auszurichten. „Ich stellte mir Sinnfragen wie: Wer bin ich? Was bereitet mir wirklich Freude?“

Was wir von den drei Gründern lernen können: Einer Idee mit Start-up-Potenzial geht meist die Feststellung eines Mangels, eines Bedarfs oder einer Leerstelle, die es zu besetzen gilt, voraus. Wer kreative Lösungen für real existierende Probleme bietet, hat den ersten Schritt zu einem funktionierenden Geschäftsmodell gemeistert.

Der Gründer von Jonny Fresh prüft die Wäsche in seinem Mercedes-Benz Citan

Der Gründer Stefan Michaelis hatte seine Gründungsidee bei einer unliebsamen Beschäftigung: dem Wäsche-Wegbringen.

Hilfe annehmen – wie gelingt der Schritt in die Selbstständigkeit?

Auf die Gründungsidee folgt die Bürokratie: Für viele ist das der Knackpunkt, an dem sie aufgeben. Fotografin Julia Nimke hätten die hohen Papierstapel fast den Mut gekostet. Den nötigen Ruck gab ihr schließlich ein Förderprogramm des Software-Unternehmens Adobe. Dieses greift Künstlern bei der Selbstverwirklichung finanziell und ideell unter die Arme.

Arjan de Hoons hat es sogar zu seinem Geschäftsmodell gemacht, andere Unternehmensgründer zu unterstützen. Mit seiner Plattform ToetToetFood ermöglicht er Food-Truck-Besitzern, sich besser zu vernetzen und ihr Unternehmen zu vermarkten. Auf diese Weise nimmt er ihnen lästige Aufgaben ab: „Für mich sind diese Menschen Künstler. Deshalb sollten bürokratische Akquise-Tätigkeiten nicht zu viel Platz in ihrem Kopf einnehmen“, erklärt der Unternehmer.

Ich wollte den Food-Truck-Betreibern eine Plattform bieten, auf der sie präsentiert und gebucht werden können.Arjan de Hoon, der Gründer von ToetToetFood

Neben seiner Arbeit als Produktdesigner entwirft und zimmert der Stuttgarter Florian Bürkle Möbel aus alten Skateboards. Auch er profitiert von einer Gemeinschaft an Interessierten: So stellt er Recyclingkisten in Stuttgarter Skateshops und Skatehallen auf. Diese werden von lokalen Skatern gefüllt. Für alle Parteien eine Win-Win-Situation: Florian hat ausreichend Material, um seine Möbel zu zimmern, und spendet den Skating-Einrichtungen im Gegenzug Möbel aus ebendiesen Boards.

Was wir von den drei Gründern lernen können: Es ist oft sinnvoll, Hilfe anzunehmen und sich unter Gleichgesinnten auszutauschen. Eventuell entsteht ja aus der Kooperation selbst eine neue Idee und beide Seiten profitieren davon. Sinnvoll ist es außerdem, Förderprogramme und Wettbewerbe abzuklappern. So bekommt man Unterstützung und der ein oder andere Geschäftspartner oder Kunde wird neugierig.

Die Fotografin Julia Nimke schaut sich ein Formular zur Unternehmensgründung an

Zu einer Gründung gehört auch immer jede Menge Papierkram.

Wie meistert man Rückschläge, ohne den Mut zu verlieren?

Sein Glaube an nachhaltige Alternativen zu umweltschädlichen Kaffeebechern gab dem jungen Gründer Julian Lechner von Kaffeeform die nötige Energie, um auch bei Rückschlägen durchzuhalten und weiterzumachen. Seine Idee, Kaffeebecher aus Kaffeesatz statt aus Plastik herzustellen, trieb er auch deswegen immer weiter voran, weil er hoffte, damit andere zu mehr Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein zu motivieren. Heute können Menschen in ganz Europa die umweltfreundlichen Kaffeebecher aus Kaffeesatz kaufen und ohne schlechtes Gewissen und Ressourcenverschwendung unterwegs ihren Coffee to go genießen.

Die Gründer von kukki Cocktails hatten es nicht immer leicht. „Ja, zu Beginn haben uns alle für verrückt erklärt“, erinnert sich Sepp, einer der drei Gründer. Händler lehnten ihre Idee ab, Cocktails und Eiswürfel in Flaschen zu vertreiben. Auch die Rezeptmischung und die Logistik wollten zunächst nicht klappen. Doch die drei Jungs ließen sich nicht bremsen und tüftelten nach dem Prinzip „Trial and Error“ munter weiter und entwarfen eigene Maschinen, um ihre Cocktails kalt, aber nicht gefroren und die Eiswürfel dennoch eisig-frisch servieren zu können. Auch in Sachen Vermarktung legten die drei richtig los: Sie präsentierten sich auf Messen, kontaktierten potenzielle Partner und machten mächtig Furore mit ihren Cocktails. Dabei hörten sie einfach auf ihr Bauchgefühl und pfiffen auf den berühmten Masterplan. Mit Erfolg: „Heute gibt es kukki-Cocktails sogar auf der Sonnenterrasse eines Ritz-Carlton.“

Auch Jared, der Kapstädter Gründer von Up Cycles, hatte ein massives Problem: Viele Straßen in Kapstadt empfanden seine Kunden als zu gefährlich, um dort mit den recycelten Leihfahrrädern seines Start-ups entlangzuradeln. Daher beschloss er, sich für mehr Radwege zu engagieren. Er setzte sich in der Lokalpolitik und der Stadt für eine bessere Radweg-Infrastruktur ein. Mit seiner Initiative konnte er nun schon einige Erfolge feiern.

Was wir von den Gründern lernen können: Wenn das Bauchgefühl und die Motivation stimmen, kann man fast alles schaffen. Passen die Rahmenbedingungen nicht, dann hilft es nicht, abzuwarten. Man muss aktiv werden, sich engagieren und eigene Lösungen finden. Ist die Idee gut, setzt sie sich aber auch nicht von alleine durch. Man muss dafür kämpfen und am Ball bleiben. Dabei hilft es, eine Mission zu verfolgen, die größer ist als wirtschaftliche Interessen.

Kukki-Cocktails gibt es jetzt bundesweit zu kaufen

Die Gründer von kukki Cocktails haben ganz auf ihr Bauchgefühl und das Prinzip „Trial and Error“ vertraut.

Fotos: Jaydee Nujsongsinn, Paul Camper, Josephine de Fijter, Jonny Fresh, Felix Schwarz

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