Das Gefühl von Heimat: Alle 50 US-Staaten im umgebauten Sprinter.

Ein Paar blickt in ein Lagerfeuer, im Hintergrund Sprinter und Sternenhimmel

Matt und Megan haben einen ehrgeizigen Plan: Auf der Suche nach dem einen Ort, der sich nach Zuhause anfühlt, wollen sie mit ihrem Sprinter namens „Vanna White“ alle 50 US-Staaten besuchen.

Eine ziemlich moderne Liebesgeschichte.

Die Geschichte der „Dirty Darlings“ begann, wie viele moderne Liebesgeschichten beginnen: Matt und Megan lernten sich über eine Dating-App kennen, hatten beide keine Lust mehr auf oberflächliche und nichtssagende Chatverläufe und beschlossen, sich bei einem Glas Wein besser kennenzulernen. Als Megan gegenüber von Matt in einer kleinen Weinstube in San Francisco Platz nahm, ahnte sie noch nicht, was er eigentlich im Schilde führte: Matt suchte nicht nur die Liebe, sondern auch eine Gefährtin, die mutig und spontan genug war, mit ihm eine große Reise anzutreten. Sein Plan: In einem Mercedes-Benz Sprinter alle 50 US-Staaten zu besuchen. Den umgebauten Sprinter hatte sich Matt schon zugelegt. Aber alleine reisen kam für ihn nicht infrage. Was ihm dabei sehr bewusst war: Wenn die Chemie mit dem Beifahrer nicht stimmt, können stundenlange Fahrten auf engstem Raum schnell unerträglich werden.

Ein Mann und eine Frau, im Hintergrund bewaldete Berge

Matt und Megan gehen das Vanlife entspannt an: „Unsere oberste Priorität ist sicher nicht Instagram.“

Unterwegs mit Vanna White.

Die beiden verbrachten mehr und mehr Zeit miteinander und tatsächlich war bald auch Megan Feuer und Flamme für Matts Vorhaben. In vielen Gesprächen über das Reisen und über Heimat wurde ihnen bewusst, dass sie sich noch nicht sicher waren, wo sie den Rest ihres Lebens verbringen möchten. Matt und Megans Schlussfolgerung lautete: Einfach alles einmal anschauen und danach entscheiden, wo es einem am besten gefällt. Gemeinsam passten sie den bereits umgebauten Sprinter ihren Vorstellungen an, organisierten die Route und alle Versicherungen und trafen Vorbereitungen, wie sie mobil weiterhin ihren Berufen nachgehen könnten. Im August 2017, neun Monate nach ihrem ersten Treffen, wurde ihr gemeinsamer Traum Realität, und die beiden verabschiedeten sich von Freunden und Familie und stiegen in ihren Sprinter „Vanna White“.

Unsere oberste Priorität ist sicher nicht Instagram.
Ein weißer Sprinter bei Nacht

Matt arbeitet als Outdoor-Fotograf. Bilder seiner Reise und allerlei Tipps teilt er auf dem Blog thedirtydarlings.com.

Wie man jede Schwierigkeit meistert.

Gerade einmal 100 Kilometer hinter San Francisco sorgte die erste kleine Panne direkt für Ernüchterung. Ein defekter Turbolader zwang die beiden Abenteurer dazu, ganz langsam zu fahren. Während sie sich frustriert und schleichend ihrem ersten Etappenziel Big Sur California näherten, schlossen die beiden einen Pakt. Sie einigten sich auf fünf Glaubenssätze, an die sie sich jedes Mal gegenseitig erinnern, wenn etwas schiefläuft und die Moral sinkt.

Die fünf Glaubenssätze der Dirty Darlings:

  1. Es könnte immer schlimmer sein.
  2. Wir haben uns dafür entschieden.
  3. Das wäre so oder so passiert, und wir können es jetzt von der Liste streichen.
  4. Egal, was passiert, wir sind ein Team und lösen das Problem gemeinsam.
  5. Ein Glas Wein macht jede Situation erträglich.

Etwas dreckig, aber glücklich.

Matt und Megans Freunde und Familien reagierten überraschend positiv auf den abenteuerlichen Plan. Viele unterstützten die beiden bei ihrem Vorhaben. Einige scherzten jedoch: „Wenn ihr nur noch im Sprinter lebt, seid ihr bestimmt immerzu schmutzig – so ohne richtige Dusche oder Badewanne …“ Als Anspielung darauf nannten Matt und Megan sich „The Dirty Darlings“, zu Deutsch „die dreckigen Schätzchen“. Im Blog thedirtydarlings.com sowie über Instagram und Facebook berichten die beiden von ihren Erlebnissen unterwegs und geben Tipps, wie perfekte Reisefotos gelingen oder wie sich Arbeit und Vanlife vereinbaren lassen. Jeder kann online mitverfolgen, wie weit sie in ihrem Vorhaben bereits sind. Aktuell liest man auf ihrem Blog: „Wir sind seit 450 Tagen unterwegs; 57.293 km gefahren und haben 39 Staaten besucht.“

Ein Mann zieht eine Tasche aus einem Sprinter

Der Sprinter bietet viel Stauraum, aber Matt und Megan versuchen trotzdem möglichst minimalistisch zu leben.

Eine Frau entspannt im Inneren eines ausgebauten Sprinter

Ohne festen Wohnsitz gibt es viel zu organisieren. Die häufigste Frage lautet dabei: Wo schlafen wir heute?

Der Innenraum eines umgebauten Mercedes-Benz Sprinter

Der Innenraum des Sprinter – Matt kaufte den bereits umgebauten Van, bevor er Megan kennenlernte.

Eine Frau schneidet Gemüse in einem Sprinter

Die „Dirty Darlings“ genießen es, dass sie auf Reisen auch Freunde und Familienmitglieder besuchen können, die weiter entfernt wohnen.

Der Sonne hinterher.

Wilde Landschaften, Abende am Lagerfeuer und Sterneschauen in der Wüste erinnern die beiden daran, warum sich alle Mühen am Ende auszahlen. Diese Erkenntnis prägte auch den weiteren Verlauf ihrer Reise, denn Matt und Megan sind sich seit dem ersten Rückschlag sicher: Jedes Problem lässt sich gemeinsam lösen. Wenn sie ihre Familien vermissen oder ihre Arbeit als Fotograf und Buchhalterin unter der Reise leiden, meistern sie die Lage mit diesem Mantra im Hinterkopf. Dennoch gibt Matt schmunzelnd zu: „Unsere Freunde hatten Recht, tatsächlich duschen wir deutlich seltener, als wir es vor unserer Reise gewohnt waren.“ Bis sie den Ort finden, an dem sich beide zu Hause fühlen, und sich dort ein für alle Mal niederlassen, gibt es schließlich Wichtigeres zu tun. Vielleicht manchmal etwas dreckig, aber vor allem glücklich und zufrieden, starten sie ihren Motor und suchen das nächste Abenteuer. Pläne haben sie keine, denn irgendwie, so sagen sie, sei das ganze Land nun ihr Zuhause.

5 Lifehacks, die für die Dirty Darlings auf jeder Reise dazugehören:

  1. Die Speicher-Funktion auf Google Maps:
    Unter „Meine Orte“ speichern wir Empfehlungen der Vanlife-Community und unsere persönlichen Favoriten. Man setzt einfach eine Stecknadel an den Ort der Wahl und findet ihn auf diese Weise immer wieder. Wir speichern Campingplätze, Restaurants oder Highlights, die wir auf keinen Fall verpassen wollen. Die Listen „Möchte ich hin“ oder „Favoriten“ sind dabei sehr hilfreich.
  2. Camping- und Reise-Apps:
    Es ist kniffelig, die Balance zwischen nötiger Planung und „Überorganisation“ zu finden. Reisen heißt auch, dass sich die Route und die Ziele unterwegs immer wieder ändern und ein zu starrer Plan unnötig einschränkt. Eine gute Möglichkeit, um flexibel zu bleiben und trotzdem vorauszuplanen, sind Reise-Apps: Es gibt zahlreiche kostenlose Apps, wie Freecampsites.net, iOverlander oder Campendium, die euch helfen, kostenlose oder günstige Campingplätze zu finden. Außerdem benutzen wir Apps wie REI’s MTB Project oder The Outbound, um attraktive Routen und andere Sehenswürdigkeiten der Region zu entdecken, sowie GasBuddy, um günstige Tankstellen zu finden.
  3. Campingkocher aus Gusseisen:
    Wir kochen lieber im Van, statt häufig essen zu gehen. Da im Sprinter der Platz recht limitiert ist, sollte man die Einrichtung so schlicht wie möglich halten. Wir haben einen gusseisernen Campingkocher, einen aus Keramik und einen Kochtopf. Den gusseisernen Kocher kann man auch mal über eine offene Feuerstelle hängen, ohne dass das Material beschädigt wird. Den Keramikkocher verwenden wir am liebsten für Eier. Im Kochtopf kochen wir gerne „One Pot“-Gerichte. Dabei entsteht nämlich am wenigsten dreckiges Geschirr, das sich häufig in unserer kleinen Spüle auftürmt.
  4. Mountainbikes und Paddleboards:
    Uns ist es wichtig, auch unterwegs aktiv zu bleiben. Wir sind sehr froh darüber, dass wir unsere Räder und unsere aufblasbaren Paddleboards auf der Reise mitnehmen können, und versuchen, sie so oft wie möglich einzusetzen. Um fit zu bleiben, nutzen wir außerdem die kostenlosen Nike-Apps für Yoga und Fitness.
  5. Mitgliedschaft im Fitnessstudio:
    Unsere Mitgliedschaft bei Planet Fitness hat uns geholfen, unterwegs frisch und sauber zu bleiben. Wir machen natürlich auch gerne Sport, jedoch sind die Duschen definitiv unser Highlight. Informiert euch am besten, welche Kette in eurer Reiseroute am häufigsten vorkommt, und denkt über eine Mitgliedschaft nach.

  • Ein Sprinter fährt eine gewundene Straße hoch
  • Der Mercedes-Benz Sprinter von hinten
  • Eine Frau duscht vor einem Sprinter
  • Ein weißer Mercedes-Benz Sprinter im Wald – per Drohne aufgenommen

Die gezeigten Umbauten wurden von unabhängigen Drittanbietern vorgenommen. Die Anbieter und Umbauten wurden nicht durch Mercedes-Benz überprüft. Die Abbildungen stellen insofern keine Bewertung des Anbieters und/oder der Umbauten durch Mercedes-Benz dar.

Fotos: Matt McMonagle

Mehr Links zum Entdecken: thedirtydarlings.com@Instagram@Facebook

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