Festgefahren in Schnee und Matsch: Was hilft, wenn nichts mehr rollt.

Der Vito 4x4 fährt durch die schwedische Winterlandschaft

Was ist zu tun, wenn Sie Schnee und Matsch am Weiterfahren hindern? In unserer Pannen-Reihe haben wir für Sie die besten Tipps zusammengestellt.

Immer ruhig bleiben, wenn die Reifen durchdrehen.

Eine abgelegene Straße im klirrend kalten Januar. Seit Stunden wirbelt Ihnen schon Schnee auf die Windschutzscheibe, das Tagesziel liegt aber schon in greifbarer Nähe. Der Magen knurrt, die lange Fahrt zehrt an den Nerven und plötzlich liegt vor Ihnen ein Stück Straße, das schon seit Stunden kein Schneepflug mehr besucht hat. Kein Weg führt daran vorbei und Sie geben Gas … Wenn Sie dann stecken bleiben und die Schneemenge unüberwindbar scheint, gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und nicht gemeinsam mit den Reifen durchzudrehen! Wir haben die besten Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihren Van aus derart festgefahrenen Situationen befreien.

Reifen des Vito 4x4 im Schnee

Schnee und Eis stellen manchmal ein echtes Hindernis dar.

Die wichtigsten Schritte bei jeder Panne

  1. Tief durchatmen.
    Entscheidend ist: Ruhig bleiben! Das gilt vor allem bei Pannen auf vielbefahrenen Autobahnen, aber ebenfalls bei Zwischenfällen, die fernab der großen Routen passieren.
  2. Andere Verkehrsteilnehmer warnen.
    Als Erstes den Warnblinker betätigen, denn auch auf Waldstraßen können Auffahrunfälle passieren. Funktioniert dieser nicht mehr, gilt es, die Unfallstelle sofort abzusichern.
  3. Raus aus der Gefahrenzone.
    Wenn sich der Van noch bewegen lässt, direkt eine sichere Abstellfläche suchen. Auf der Autobahn am besten in einer Pannenbucht parken, ansonsten auf dem Seitenstreifen. Befinden Sie sich abseits der Straßen, gilt auch hier: Eine Stelle suchen, wo kein heranrauschender Pkw oder Lkw Sie erfassen könnte.
  4. Nichts Riskantes unternehmen.
    Wenn das Auto sich nicht bewegen lässt oder sobald es abgestellt ist, dann achten Sie darauf: Nicht aussteigen, ohne Ihr Umfeld genau zu beobachten. Immer auf der Beifahrerseite beziehungsweise von der Straße weg aussteigen.
  5. Die Warnweste anlegen.
    Orange steht jedem gut. In Spanien und Italien gilt die Warnwesten-Pflicht schon seit 2004, in Deutschland seit 2014. In den USA ist das Mitführen der Weste nur in manchen Staaten verpflichtend. Es ist jedoch – egal wo – immer ratsam, eine Warnweste zur Hand zu haben. In Deutschland ist Mitführen einer Warnweste pro Fahrzeug verpflichtend, in einigen Ländern gilt die Tragepflicht allerdings auch für alle Insassen. Wer allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, packt am besten mehr als zwei ein, damit auch jeder Mitfahrer im Pannenfall auf sich aufmerksam machen kann.
  6. Warndreieck oder Fackeln aufbauen.
    In Europa ist in fast allen Ländern ein Warndreieck Pflicht. Dieses muss – je nach Umgebung – mit 50 bis 400 Meter Entfernung zur Unfallstelle aufgestellt werden. Sollte eine Kurve die Sicht auf Ihr Fahrzeug verdecken, sollten Sie das Warndreieck vor Beginn der Kurve aufstellen. In den USA oder anderen Ländern wie etwa Südafrika benutzen Unfallteilnehmer häufig auch „Fackeln“ (sogenannte „Flares“). Diese leuchten entweder mit LEDs oder werden entzündet, um andere Verkehrsteilnehmer zu warnen. Achten Sie darauf, dass Sie sich beim Aufstellen nicht in Gefahr bringen.
  7. Hilfe holen.
    Sobald die Pannenstelle abgesichert ist, können Sie sich um das Problem kümmern. Bringen Sie sich beim Warten oder Nachdenken unbedingt hinter der Leitplanke oder an einem anderen geeigneten Ort in Sicherheit. Als Mitglied in einem Automobil-Club können Sie diesen kontaktieren, ansonsten hilft ein Anruf beim Abschlepp- oder Pannendienst. Wichtig: Immer den genauen Standort übermitteln. Mit Smartphone oder GPS-Gerät lässt sich dieser genau identifizieren.
  8. Selbst anpacken.
    Wer das Problem selbst angehen möchte und das nötige Equipment eingepackt hat, kann sich an unseren Pannen-Tipps orientieren. Auch hier ist wichtig: Dafür sorgen, dass Ihnen dabei nichts passieren kann und Sie auf einem sicheren Parkplatz stehen.

Unbedingt die rechtlichen Vorschriften des jeweiligen Aufenthaltsortes beachten.

Der Sprinter 6x6 von Oberaigner fährt über einen Erdhügel

Den Sprinter 6×6 von Oberaigner hält so schnell nichts auf. Wenn es aber doch mal hängt, helfen Spanngurt und Holzlatte.

Wie „Freischaukeln“ im Schnee gelingt.

Wer im Schnee stecken bleibt, sollte ruhig bleiben. Hektik und häufiges Gasgeben fahren einen oftmals noch tiefer fest. Eine Lösung ist es, sich mit vorsichtigem „Freischaukeln“ zu befreien. Dabei zunächst mit einer kleinen Schaufel oder ähnlichem Werkzeug den Schnee rings um die Reifen leicht räumen. Dann die Reifen möglichst gerade stellen und schnell zwischen Vorwärts- und Rückwärtsfahren wechseln. Das hilft, Schwung aufzunehmen und die Schneewehe zu überwinden. Eine weitere Möglichkeit ist es, die Fußmatte oder Pappe unterzuschieben beziehungsweise Sand oder Kies unterzustreuen – das erleichtert den Rädern den Griff und hilft einem raus aus dem glitschigen Schnee. Nun sanft anfahren, um die Reifen greifen zu lassen. Sollte der Fall eintreten, dass nichts hilft, immer ein paar warme Decken im Van bereitliegen haben. Diese wärmen, falls man längere Zeit auf den Schneepflug warten muss.

Ein Sprinter 211 CDI fährt durch Schlamm

Über Stock und Stein und Schlamm – gelingt mit den richtigen Kniffen.

Mit Ast und Spanngurt Schlammlöcher überwinden.

Wer offroad oder auf unbefestigten Straßen in Schlamm und Erde stecken bleibt, kann sich ebenfalls mit Schaufel und Fußmatte befreien. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Räder mit Hilfe eines Astes oder einer Holzlatte zu befreien. Besonders hilfreich ist diese Methode, wenn Sie schon länger erfolglos versucht haben, freizukommen und sich eine Furche gebildet hat. Ast oder Latte müssen dabei sehr stabil sein und ungefähr einen halben Meter Länge und circa acht Zentimeter Durchmesser haben. Ziel ist es, den Halt des Rades durch das Holz zu stabilisieren und die Auflagefläche zu vergrößern. Dazu muss das Holz am eingesunkenen Antriebsrad angebracht werden, im Optimalfall mit einem Spanngurt, aber auch ein festes Seil eignet sich. Stecken beide Antriebsräder fest, benötigt man dementsprechend auch die doppelte Ausführung.

Wie Sie sich mit Latte und Spanngurt befreien.

  1. Bevor das Holzstück angebracht werden kann, sollten die Antriebsräder so gedreht werden, dass eines der Felgenlöcher auf 12 Uhr zeigt.
  2. Durch dieses Loch wird der Spanngurt durchgeführt und einmal um den Reifen gebunden.
  3. Anschließend wird die Latte oben am Reifen angebracht. Wichtig ist hier, die Latte nicht zu weit in den Radkasten zu schieben. Andernfalls drohen Schäden.
  4. Nun spannen Sie den Gurt über die Latte und mehrmals um den Reifen. Unbedingt das lose Ende des Seils oder Gurts fixieren, damit sich dieses nicht unkontrolliert um den Reifen wickelt.
  5. Anschließend befestigen Sie die Latte nach dem gleichen Prinzip an der anderen Seite.
  6. Nun starten Sie den Motor und beginnen, vorsichtig vor- und zurückzufahren. Ziel ist es, die Latte zum Mitdrehen zu bringen.
  7. Gelingt die Aktion und die Räder kommen frei, die Montur wieder abnehmen.

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Teamwork hilft in der Not.

Ist die Pannenstelle gut gesichert, können die Mitfahrer behilflich sein. Eine Möglichkeit ist Anschieben – dabei gilt es, vorsichtig Gas zu geben, um Stürze zu verhindern und um die Wirkung maximal zu halten. Eine andere Lösung ist es, das Gewicht im Van klug zu verteilen.

Wenn nichts mehr geht: Schneeketten anlegen.

Liegen mehrere schwer befahrbare Wegstücke vor Ihnen, ist es eine gute Idee, Schneeketten anzubringen. Diese nehmen im Fahrzeug nicht viel Platz weg und bieten den Grip, den Ihre Reifen bei Schnee oder Schlamm benötigen. Die Schneeketten dabei einfach um die Reifen legen und sie oben und mittig befestigen. Anschließend über dem Reifen festspannen. Nach einer kurzen Anfahrt die Ketten noch einmal fixieren. Wichtig: Unbedingt das lose Ende sichern und die – je nach Modell variierende – Gebrauchsanweisung beachten.

Ein Mercedes-Benz MB 310 mit Schneeketten fährt durch Eis und Schnee

Wenn nichts mehr geht, können Schneeketten helfen.

Photos: Daimler; Felix Schwarz; Kai Knoerzer; Chad Smith; Länge x Breite x Weite; Deborah Wanner und Dominic Egloff; Oberaigner

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