Lola, der Sprinter – ein perfektes Zuhause.

Grauer Sprinter auf einer Landstraße in den Bergen

Luke und Katy wollen für zwei Jahre „Van-Nomaden“ werden. Bevor sie ihr großes Abenteuer starten, üben sie den Van-Lifestyle – in der Einfahrt von Katys Eltern im Nordwesten Englands.

Leben im Van bevorzugt.

In einer Einfahrt in Lytham, UK, ist ein dunkelgrauer Sprinter geparkt. Die Nachbarn werfen jedes Mal neugierige Blicke herüber, wenn Katy Alderson am Morgen mit einer Tasse heißen Kaffee in der Hand aus dem Van steigt. Ihre Eltern leben im Haus direkt neben dem Sprinter, und doch scheint sie es zu bevorzugen, im Wagen zu schlafen. In der Tat. Katy und ihr neuseeländischer Freund Luke haben einen Mercedes-Benz Sprinter gekauft und von Grund auf ausgebaut. Nun bereiten sie sich darauf vor, Vollzeit im Van zu leben – und England für wärmeres Klima zurückzulassen. Obwohl ihnen die Tür zu einem ganz normalen Haus in unmittelbarer Nähe offensteht, ziehen sie den Sprinter vor.

Grauer Sprinter auf einer Brücke

Luke und Katy bereiten sich auf ihren Vollzeit-Alltag im Van vor.

Freiheit auf vier Rädern.

Kein Wunder, dass Menschen hier neugierig werden. Was bewegt jemanden dazu, lieber in einem Wagen als in einem Haus zu leben? Welche Motivation steckt dahinter? Für Luke und Katy liegt die Antwort auf der Hand: Freiheit. „Du kannst dein Zeug einpacken und einfach gehen – und dein Zuhause gleich mit dir nehmen. Was gibt es Schöneres, als sein Haus, zum Beispiel zum Strand, mitzunehmen?“, sagt Luke. Beide waren schon immer Freigeister gewesen, besonders wenn es um Abenteuer am Wasser ging. Ihre erste Begegnung: ein Strand in Neuseeland. Luke arbeitete in einem Surfshop, als er Katy kennenlernte. Bevor Luke nach Lytham zog, um mit Katy zusammen zu sein, verbrachte er den Sommer in Portugal. In einem Land, in dem die Wild-Camping-Kultur weit verbreitet ist, machte er Bekanntschaft mit vielen „Van-Nomaden“ – Menschen, die in ihren Vans leben. Die Freiheit, die diese Menschen lebten, löste etwas in Luke aus. Als er in England ankam, teilte er Katy mit: „Okay, lass uns einen Van kaufen.“ Katy zögerte keinen Moment. Dass beide nicht sicher waren, ob sie in England bleiben oder zurück nach Neuseeland gehen würden, erleichterte ihnen die Entscheidung. Drei Tage später stand „Lola“ in der Einfahrt. Ein Mercedes-Benz Sprinter W 906, Baujahr 2006. Der Sprinter wies erhebliche Mängel auf, als sie ihn abholten. „Eigentlich war Lola nur eine leere Schale“, erinnert sich Luke. Ihre Erwartungen an den Van waren ziemlich simpel: Sie brauchten einen Ort zum Schlafen, zum Kochen und fließendes Wasser.

Wenn wir darüber nachgedacht hätten, wäre es nie passiert.

Das große Abenteuer.

Bis jetzt diente der Camper als fahrendes Zuhause für Trips durch England und Wales. Doch bereits beim Kauf stand fest, dass Lola die Van-Nomaden in spe in naher Zukunft auf eine etwas exotischere Reise begleiten würde. „Wir sparen momentan für einen großen Trip in drei Wochen“, erzählt Katy. Der Plan ist, Frankreich und die Küste Portugals, an der Luke das erste Mal vom Vanlife inspiriert wurde, zu bereisen. Auch Mitteleuropa, darunter zum Beispiel Deutschland und Österreich, stehen auf dem Plan. Zwei Jahre, um Europa von der Liste abzuhaken. Danach soll es nach Übersee gehen. „Lola auf eine Fähre verfrachten und mit ihr nach Kanada schippern, das schwebt uns schon vor“, meint Katy.

Drei Tipps für den Van-Umbau:

  1. Legt eure Prioritäten fest! Die einen mögen ein großes Bett, in dem sie entspannen können, andere haben lieber eine voll funktionierende Küche zur Verfügung. Der Platz ist begrenzt, also sollte man sich vorab entscheiden.
  2. Plant voraus! Ihr könnt nie genug planen. Denkt an alle einzelnen Schritte, denn jeder Schritt wirkt sich auf einen anderen im späteren Prozess aus.
  3. Nehmt euch Zeit! Macht langsam mit allem. Überlegt euch, was ihr tun möchtet, und investiert noch einmal doppelt so viel Zeit, um die Aktion dann durchzuführen. So steigt die Wahrscheinlichkeit um einiges, dass ihr ein zufriedenstellendes Ergebnis erhaltet.

Der Ausbau.

Luke wuchs auf einer Farm in Neuseeland auf. Dank des handwerklichen Talents, das er dadurch mitnahm, benötigten er und Katy keinerlei Hilfe von außerhalb. Den Sprinter bauten sie komplett eigenhändig aus. Eine große Hilfe bei der sorgfältigen Planung waren detaillierte Skizzen, die Luke mit SketchUp anfertigte. Da Luke und Katy beide nicht sonderlich groß sind, stand für sie ein Riesenbett nicht an erster Stelle. Die Küche war ihre Priorität.

Screenshots von Lukes Entwürfen des Innenraums

Mithilfe von Online Skizzen baute Luke die Inneneinrichtung des Vans virtuell zusammen.

Screenshots von Lukes Entwürfen des Innenraums

Lola sah am Ende exakt wie auf Lukes Skizzen aus.

Die Herausforderungen beim Ausbau von Lola:

  • Isolation: Da die beiden vorhaben, sich hauptsächlich in wärmerem Klima aufzuhalten, sollte der Van vor allem kühl bleiben.
  • Elektronik: Dies kann der komplizierteste und komplexeste Part sein.
  • MOT-Test (Deutsches Pendant zum TÜV): Die Kosten für Lolas Check-up sollten 200 Pfund betragen. Da der Van über ein halbes Jahr lang in der Einfahrt geparkt war, ohne tatsächlich zu fahren, stauten sich einige Reparaturen an. Die Reparaturkosten betrugen am Ende 1.300 Pfund. Ein ziemlicher Schock für die beiden.

Instagram als Inspirationsquelle.

Doch obwohl Luke und Katy mit den ein oder anderen Hindernissen konfrontiert wurden, lieben sie das Vanleben nicht nur immer noch, sie sind auch unglaublich stolz auf ihre Leistung. „Die Nachbarn denken, ich sei ein komischer Kauz, wenn ich morgens aus unserem Camper in der Einfahrt meiner Eltern steige“, sagt Katy. Aber da der Van-Lifestyle mittlerweile mehr und mehr akzeptiert und verbreitet ist, begegnen viele Menschen ihnen mit großer Bewunderung. „Ich liebe das Gefühl, dass wir andere dazu inspirieren können, eben nicht jeden Tag von 9 bis 17 Uhr zu arbeiten, in ihrem Haus stecken zu bleiben und Dinge zu tun, die sie nicht tun wollen“, sagt Luke. Das ist der Hauptgrund, warum die beiden einen Instagram-Kanal über ihre Erfahrungen mit ihrem Van gestartet haben. Durch die Plattform, die dadurch geschaffen wird, wenden sich Menschen an sie, denen sie noch nie in ihrem Leben begegnet sind – für Ratschläge oder einfach nur, um eigene Geschichten zu teilen. „Unser Instagram-Kanal bietet eine gute Gelegenheit, unterwegs mit Leuten in Kontakt zu treten“, hofft Luke. Der aktuelle Plan ist, erst mal zwei Jahre mit Lola zu reisen. Aber ein neuer Van schwebt den beiden bereits vor. „Ich habe den ganzen Ausbauprozess so genossen, dass ich es kaum erwarten kann, mich ans nächste Modell zu wagen“, sagt Luke.

Bett bei geöffneten Hecktüren

Vom Bett aus hat man einen idealen Ausblick nach draußen.

Küche im Van.

Das Paar legte selbst Hand an – bis zur letzten Kachel.

Bett bei geöffneten Hecktüren von leicht unten

Da Luke und Katy nicht überaus groß sind, reichte das Eck vor den Hecktüren ideal als Bettnische.

Küche im Van von der Seite

Für Luke und Katy war die Küche das Herzstück des Vans. Daher steckt viel Arbeit in ihr.

Die gezeigten Umbauten wurden von unabhängigen Drittanbietern vorgenommen. Die Anbieter und Umbauten wurden nicht durch Mercedes-Benz überprüft. Die Abbildungen stellen insofern keine Bewertung des Anbieters und/oder der Umbauten durch Mercedes-Benz dar.

Fotos: Luke Berry, Katy Alderson

Mehr Links zum Entdecken: @Instagram

Sprinter

Egal, welchen Job Sie erledigen müssen – der Sprinter erleichtert Ihnen die tägliche Arbeit. Dabei können Sie ihm auch Schweres zumuten. Und gemeinsam viel bewegen. Dank zahlreicher Varianten und über 600 Sonderausstattungen erfüllt der Sprinter die unterschiedlichsten Ansprüche.

Mercedes-Benz Sprinter
Slider images