The Road is our Home – im Sprinter zu Hause.

Emily und Rob sitzen in ihrem Sprinter 906 im Forest of Dean in England

Emily und Rob nehmen uns in ihrem Sprinter 906 mit auf ihre Reise. Wie das geht? Auf ihrem Blog „The Road is our Home“.

Per Mausklick in den Camper-Van.

Rau schlägt die keltische See gegen die Felsküsten Südenglands, während die Wälder von geheimnisvollem Nebel umhüllt sind. Emily, eine junge Studentin, und Rob, ein begeisterter Autoschrauber, reisen in dieser Kulisse mit ihrem Mercedes-Benz Sprinter 906 umher. Ein festes Zuhause haben sie nicht, wie der Name ihres gemeinsamen Reiseblogs verrät: „The Road is our Home“. Es war ein Abend wie jeder andere, an dem die beiden Briten entschieden, ihr altes Leben hinter sich zu lassen. Der Plan: all ihr Hab und Gut zu verkaufen und ihre Mietwohnung gegen einen Van einzutauschen. Die typische Aussteiger-Geschichte, oder? Was Emily und Rob allerdings von vielen anderen Aussteigern unterscheidet, ist ihr Blog: Auf diesem teilen sie all ihre Erfahrungen, die sie vom Kauf und Umbau des Vans bis hin zu ihren Reisen sammeln konnten. Das Ergebnis ist ein praktischer How-to-Guide, der Van-Life-Interessierte mit Tipps und Tricks aus erster Hand versorgt. Auch Misserfolge werden dokumentiert, damit andere nicht dieselben Fehler begehen müssen. Vor allem möchten die beiden aber zeigen, dass jeder ein Leben auf zwei Achsen führen kann – vorausgesetzt, man besitzt genügend Geduld und Hingabe für ein solches Projekt.

"The Road is our Home"-Sticker an der Scheibe des Vans

“The Road is our Home” ist nicht nur ihr Motto, sondern auch der Name ihres Reiseblogs.

Vom Van zur Wohnung auf vier Rädern – das kann jeder!

Von Anfang an wussten Emily und Rob, dass ihr künftiges Zuhause ein Sprinter sein sollte. Denn in diesem sehen sie vor allem zwei Stärken: Zuverlässigkeit und Langlebigkeit. Schließlich kostet der Umbau eines herkömmlichen Vans zu einem bewohnbaren Heim viel Kraft, Zeit und Geld, weshalb das Ergebnis auch von Dauer sein sollte. Den Umbau bewerkstelligte Rob komplett in Eigenregie. Zwar besitzt der Autoliebhaber durch verschiedene Jobs und Hobbys ein solides technisches Grundverständnis für Fahrzeuge aller Art. Das Know-how, um ein Zuhause mit allem Drum und Dran in einen Van einzubauen, fehlte ihm jedoch. Lediglich mit ein paar YouTube-Tutorials bewaffnet, machte sich Rob an die Arbeit. Wie kann das funktionieren? „Ich habe keine Angst davor, Fehler zu machen, und was noch wichtiger ist: Ich habe Freude am Lernprozess“, so sein Motto. Ein einfacher Weg war es dennoch nicht. Besonders mulmig war ihm zumute, als er vor der Aufgabe stand, die Aussparungen für die Fenster aus der Seitenwand des Vans herauszuschneiden. Fühlt man sich einer Herausforderung mal nicht gewachsen, so rät Rob, einen Schritt zurückzugehen, tief durchzuatmen und sich selbst zu versichern, dass man mit etwas Geduld alles schaffen kann.

Neue Inneneinrichtung des Sprinter 906

Das Ergebnis nach 13 Monaten Umbau kann sich mehr als sehen lassen!

Van Life – nicht wie in den Instagram-Posts.

Auch „on the road“ kann man hin und wieder in Situationen geraten, die einen an die eigenen Grenzen bringen. Bei ihrer letzten Reise im Forest of Dean bei Gloucester blieben Emily und Rob mit ihrem Van nachts im Matsch stecken. Stundenlang schaufelte Rob mit bloßen Händen den eiskalten Schlamm hin und her und versuchte vergebens, den Van aus einer Senke im Boden hinauszubefördern. Als die Lage aussichtslos erschien, tauchte aus dem Nichts ein Ehepaar auf, das ihnen schließlich mit ihrem Allradfahrzeug zu Hilfe eilte. Auch diese Story haben sie auf ihrem Blog gepostet, um zu zeigen, was passieren kann, wenn man nachts ohne entsprechendes Notfallequipment durch den Wald fährt. Generell sollte man sich darüber im Klaren sein: „Es ist nicht immer alles so perfekt wie in den Instagram-Posts.“

  • Sprinter 906 inmitten des Forest of Dean
  • Blick durch die geöffneten Hecktüren des eingerichteten Sprinter 906
  • Bett am Fenster im Van
  • Waschbecken und Anrichte im Van

Leben, um zu arbeiten?

Was sich vor ein paar Jahren noch auf einen vergleichsweise kleinen Personenkreis beschränkte, scheint nun zum regelrechten Trend zu werden. Immer mehr Leute werden durch Blogs wie „The Road is our Home“ dazu ermutigt, selbst den Traum des Van Lifes zu leben. Doch woher kommt dieser Wandel? Rob hat hierfür eine einfache Erklärung: „Seit Jahrzehnten sind die Menschen daran gewöhnt, etliche Stunden zu arbeiten, um sich viele Dinge leisten zu können, die sie nicht wirklich benötigen. Jetzt wird ihnen nach und nach bewusst, dass Zeit wichtiger ist als all das.“ Und genau diese Zeit nehmen sich Van-Life-Fans, um die Welt zu erkunden. Um jeden Tag an einem anderen Ort aufzuwachen, neue Leute und Kulturen kennenzulernen und den eigenen Horizont zu erweitern, während man trotzdem jede Nacht im eigenen gemütlichen Bett schläft. Man neigt zu einem minimalistischen Lebensstil, der zu neuer Inspiration führen kann.

Rob hinterm Steuer des Sprinter 906

Rob und Emily sind begeistert vom Van-Life-Gedanken.

Pläne für die Zukunft.

Frei umherreisen, ohne berufliche Zwänge – klingt verlockend? Doch ganz ohne Cash geht es natürlich auch nicht. Im Moment sind Emily und Rob beide berufstätig und wohnen halb im Van und halb bei ihren Eltern. Ihr gemeinsames Ziel: Sparen auf eine mehrjährige Europareise. Das große Van-Life-Abenteuer steht ihnen also erst noch bevor. Und falls sie eines Tages doch mal genug davon haben sollten? Ganz einfach ein neues, größeres Projekt ins Auge fassen, wie beispielsweise den Umbau eines Busses oder eines Bootes. Ihr aktuelles Projekt soll nämlich nicht ihr letztes sein, darüber sind sich die beiden einig.

Für diejenigen, die das Reisefieber nun gepackt hat, haben Emily und Rob noch ein paar Tipps für Anfänger parat:

Einstieg in das Van Life - vier Tipps für Anfänger:

  • Take it easy! Probleme und Herausforderungen gehören dazu. Am Ende gibt es immer eine Lösung. Man muss sie nur finden.
  • Vorsicht vor Budget Buys: Man sollte sich immer das beste Fahrzeug kaufen, das man für das eigene Budget bekommt. Mängel wie Rost und Schimmel erschweren den späteren Umbauprozess um ein Vielfaches.
  • Recherche, Recherche, Recherche! Eine Menge wertvolles Wissen liegt nur wenige Mausklicks entfernt im Netz. Nutzt man die Infos, hat man es später leichter. Dennoch: Achtung vor Fehlinformationen!
  • Nicht zu streng zu sich selbst sein: Wenn etwas nicht auf Anhieb klappt, ist es völlig okay, noch mal einen Schritt zurückzugehen. Der Lernprozess soll schließlich Spaß machen.

Rob beim Kochen im Van

Mal wohnen sie im Van, mal bei ihren Eltern.

Die gezeigten Umbauten wurden durch unabhängige dritte Anbieter vorgenommen. Die Anbieter und Umbauten wurden nicht durch Mercedes-Benz überprüft. Die Abbildung stellt insofern keine Bewertung des Anbieters und/oder der Umbauten durch Mercedes-Benz dar.

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