Das Vanleben von Katie – ein strukturiertes Abenteuer.

Ein Mercedes-Benz Sprinter in der Wüste zwischen Kakteen

Tiefgrüne Seen, dichte Nadelwälder und rostrote Wüsten – auf ihrem Weg durch die USA durchquert Katie atemberaubende Landschaften.

Mysterium für die einen, Lebenskonzept für die anderen.

Lange Roadtrips und Camping im Grünen. So sahen die Wochenenden von Katie vor dem Vanlife aus. Plötzlich keimte die Idee auf, dieses Leben mit einem Sprinter zum Alltag zu machen. Ursprünglich hatte sie genug Geld gespart, um mit dem Van ein Jahr zu reisen. Inzwischen arbeitet Katie von unterwegs als Chefredakteurin und Social-Media-Spezialistin für Van-Blogs, auch für den eigenen namens „So we bought a Van“. Und so geht das Vanleben weiter.

MYVAN: Wie bist du zu der Idee gekommen, einen Transporter zu kaufen und ihn zu deinem neuen Zuhause zu machen?
Katie:
Ich bin schon immer gern gereist und die minimalistische Lebensart zieht mich einfach an. Ich war an einem Punkt, wo ich Veränderung suchte: in meinem Leben generell, an meinem Arbeitsplatz – und ich brauchte gerade ein neues Auto. Statt weiterzumachen wie bisher, schlug mein damaliger Freund vor, einen Transporter zu kaufen, ihn umzubauen und durch die USA zu reisen. Die Idee kam zur perfekten Zeit. Ich dachte „Warum nicht?“. Ich war bereit für eine große Veränderung. Und das Konzept schien mir faszinierend: im Zuhause auf Rädern das Land erkunden.

Ein Mercedes-Benz Sprinter steht im Zion-Nationalpark in Utah

Abendstimmung im Zion-Nationalpark in Utah.

Ein normales Leben führen – aber eben unterwegs.

MYVAN: Wie haben die Leute aus deinem Umfeld reagiert, als du ihnen erzählt hast, dass du in einem Lieferwagen wohnen willst?
Katie: Für diejenigen, die noch nie Berührungspunkte mit dem Vanlife hatten, ist es generell schwierig, das Konzept zu verstehen. Als wir damals aufbrachen, hatten wir noch ein festes Ziel. Wir wollten alle 50 Staaten Amerikas besuchen. Diese fixe Zahl und der Plan samt Ziel hat ihnen geholfen, das Wieso zu verstehen. Als ich meine Reise jedoch ausweitete, folgten Fragezeichen. Jeden Abend in einer Seitenstraße parken oder den ganzen Tag im Van sitzen? Für viele ein Rätsel. Manche Menschen glauben sogar, ich will „dem Leben entfliehen“ oder „aus der Gesellschaft aussteigen“. Das ist Quatsch. Ich arbeite immer noch und lebe ein normales Leben, dabei erlebe ich heute nur ein bisschen mehr Abenteuer als früher.

MYVAN: Du hast keinen Staat und keinen Nationalpark ausgelassen. Wie ist deine Route entstanden?
Katie: Dazu muss ich vorab sagen, ich bin eine leidenschaftliche Planerin und hatte eine lange Liste von Orten, die ich unbedingt sehen wollte. Davon einige, die ich immer noch sehen muss. Als größtes Abenteuer entpuppte sich aber der Weg zu diesen Zielen statt die Ziele selbst.

Katies Top 3 Van-Spots in den USA

  1. Montana: Der Custer Gallatin National Forest ist die pure Camper-Idylle. Traumhafte Wanderwege führen an rauschenden Flüssen und entlegenen Seen vorbei.
  2. Wyoming: Flache Seenlandschaft vor verschneiter Bergkulisse – diese Traumaussicht erwartet Vanlifer beim Zelten im Grand Teton National Park.
  3. Utah: Ein Nationalpark schöner als der andere. Und dazwischen liegen nur wenige Stunden Fahrt.

Nicht so sauber, dafür tiefenentspannt.

MYVAN: Gibt es auch Herausforderungen beim Leben „on the road“?
Katie: Die größte Herausforderung besteht darin, loszulassen, Kontrolle abzugeben. Man lernt, die Unbehaglichkeit einfach zuzulassen, wenn sie sich breitmacht. Mein Van ist perfekt, dennoch gibt es äußere Faktoren, auf die man einfach keinen Einfluss hat, die Temperatur etwa. Und ich musste definitiv meine Sauberkeitsstandards senken. Doch all den Schmutz, Staub und Schweiß ist der Lifestyle allemal wert. Man gibt es auf, sich über Kleinigkeiten aufzuregen, freundet sich einfach an mit dem Lauf der Dinge. Das hat mich wirklich verändert. Meine Prioritäten haben sich verschoben. Ich lebe heute ein viel entspannteres Leben.

  • Eine Frau läuft auf die Rückseite eines Sprinters zu
  • Eine Frau neben einem Sprinter auf einem Fahrweg in Utah
  • Ein geöffneter Sprinter steht im Outback
  • Ein Lagerfeuer auf dem Sandboden neben dem Sprinter

Die Umbauphase: Wenn sich die Dinge fügen.

MYVAN: Wie bist du auf den Mercedes-Benz gekommen?
Katie: Mein damaliger Freund und ich hatten uns viele verschiedene Fahrzeuge angesehen, aber unterm Strich wollten wir etwas Zuverlässiges. Keinen Van, den wir erst einmal auf Vordermann bringen mussten. Wir hatten auch keine großartigen Mechanik-Kenntnisse und wollten nicht, dass uns das bei unseren Abenteuern im Weg steht. Der Sprinter war genau das, was wir gesucht hatten. Erst recht, als wir das erste Mal hineingingen und bemerkten, wie hoch der Innenraum war. Da wussten wir: Der ist es.

Ein Mädchen arbeitet am Laptop im Mercedes-Benz Transporter

Seit Katie von unterwegs arbeitet, fühlt sich ihr Leben „einheitlicher“ an.

Das beste Gefühl: der fertige Van.

MYVAN: Wie seid ihr den Umbau angegangen? Wie lange hat es gedauert, bis du aufbrechen konntest?
Katie: Die Recherche war tatsächlich der umfangreichste Teil des Umbaus. Ich habe mich mehr oder weniger auf das Internet verlassen. Habe Blogs, Foren und soziale Netzwerke durchforstet. Dort konnte ich Fragen stellen und mir einen Überblick über die Möglichkeiten verschaffen. Als der Plan stand, haben wir den Bau in Angriff genommen ­– Schritt für Schritt. Zunächst haben wir die Fenster, dann den Ventilator eingebaut. Dann war die Wandisolierung an der Reihe, gefolgt von der Elektrizität. Schließlich musste noch der Boden und die Wände veredelt werden. Mit Hilfe von Familie und Freunden hat uns der gesamte Umbau etwa ein halbes Jahr gekostet. Für die Schränke haben wir einen befreundeten Tischler bezahlt – trotzdem haben wir sie selbst designt und installiert. Ich wollte wirklich, dass die Hängeschränke robust sind, damit ich sorgenfrei über holprige Straßen fahren kann.

MYVAN: Hast du irgendwann auch mal an deinem Vorhaben gezweifelt?
Katie: Geduld zu bewahren, das hat mich wirklich hier und da herausgefordert. Als ich meinen Traumwagen gebaut habe, war das der Mittelpunkt meines Lebens, alles andere blieb liegen. Das Projekt stand vor allem anderen und ich konnte es kaum erwarten, mich auf den Weg zu machen. Der Van-Ausbau ist allerdings echt viel Arbeit, alles geht sehr schleppend voran, man sieht nur kleine Fortschritte. Am meisten Zeit nehmen die Baustellen „hinter den Kulissen“ ein: das elektrische System, Isolierung, Holz zurechtschneiden und ausmessen. Doch dann plötzlich kommt der Moment, wo sich alles zusammenfügt. Den fertigen Van dann zu sehen, in dem all die harte Arbeit steckt, das ist eines der besten Gefühle, die ich je gehabt habe.

„Fragt euch vorher ganz genau, wieso ihr in einem Van leben wollt. Wieso zieht euch dieser Lifestyle an? Sehnt ihr euch nach Reisen? Nach Simplizität? Wollt ihr näher an der Natur sein? Diese Erkenntnis wird euch noch öfter auf der Reise und im Leben weiterhelfen.“
Ein Mercedes-Benz Sprinter im weißen Sand

Weißer Sand oder Schnee? Katies Leichtfüßigkeit verrät es.

Eine Frau sitzt am Lagerfeuer und trinkt etwas

Den Tag ausklingen lassen am Lagerfeuer – für Katie ein schönes Ritual.

Eine Frau läuft zu ihrem Sprinter vor einem See

Nur wenige Schritte von der „Haustür“ bis ins kühle Nass.

Die gezeigten Umbauten wurden von unabhängigen Drittanbietern vorgenommen. Die Anbieter und Umbauten wurden nicht durch Mercedes-Benz überprüft. Die Abbildungen stellen insofern keine Bewertung des Anbieters und/oder der Umbauten durch Mercedes-Benz dar.

Photos: Katie Larsen

More Links to explore: soweboughtavan.com – @Facebook, @Instagram

Sprinter

Egal, welchen Job Sie erledigen müssen – der Sprinter erleichtert Ihnen die tägliche Arbeit. Dabei können Sie ihm auch Schweres zumuten. Und gemeinsam viel bewegen. Dank zahlreicher Varianten und über 600 Sonderausstattungen erfüllt der Sprinter die unterschiedlichsten Ansprüche.

Mercedes-Benz Sprinter
Slider images