Nachhaltigkeit „on the road“: Tipps für ein umweltbewusstes Vanlife.

Eine Frau steht in der freien Natur vor ihrem Sprinter und duscht sich

Ein ökologischer Lebensstil und das Vanlife schließen sich nicht per se gegenseitig aus. Wir haben praktische Tipps und Tricks, wie ihr auf Reisen ressourcenschonend und umweltbewusst leben könnt.

Wie man einen Van nachhaltig ausbaut.

Nachhaltiges Reisen beginnt bereits beim Ausbau des Vans. Wer sich für einen individuellen Ausbau entscheidet, sollte auf natürliche Materialien setzen. Bei der Ausstattung gilt außerdem: Es muss nicht immer alles nigelnagelneu sein. Stattdessen vorhandenes Material nutzen oder secondhand kaufen – das ist obendrein erschwinglicher. Die Möglichkeiten reichen dabei von den ausrangierten Campingmöbeln über Holzreste, die mit etwas Geschick Regalbretter abgeben, bis zum Küchenequipment. Eine gute Dämmung bewahrt euch davor, die Heizung beziehungsweise Klimaanlage zu stark beanspruchen zu müssen. Auch hier bieten sich natürliche Materialien wie etwa Kork an. Gleiches gilt für den Bodenbelag. Alternativ zum schicken Holzboden besteht übrigens auch Linoleum aus schadstofffreiem Material natürlichen Ursprungs. Zusammenfassend lässt sich sagen: Bei Neuanschaffungen stets auf gute Qualität achten. Denn Nachhaltigkeit bedeutet auch, auf eine lange Nutzungsdauer zu achten.

Innenansicht eines ausgebauten Vans

Natürliche Materialien sorgen für Gemütlichkeit und sind zudem umweltfreundlich.

Mein rechter, rechter Platz ist frei.

Bei der Fahrzeugauswahl sollte auf einen sparsamen Motor geachtet werden. Dabei gilt die Faustregel: Je größer das Fahrzeug, desto höher ist der Spritverbrauch. Die Pro-Kopf-Emissionen sinken, wenn der Van mit so vielen Mitfahrern besetzt wird, wie Sitzplätze zur Verfügung stehen. Außerdem sollte die Länge der Anfahrt mit der Aufenthaltsdauer im Einklang stehen. Für Kurztrips also lieber nah gelegene Ziele ansteuern und auf lange Anfahrten, die viel Sprit verbrauchen, verzichten. Und zu guter Letzt: Fahrt stets nach dem Credo „Slow Travel“, denn ein vorausschauender und gleichmäßiger Fahrstil wirkt sich nicht nur positiv auf den Straßenverkehr, sondern auch auf den Treibstoffverbrauch aus.

Ein Sprinter steht zwischen hohen Bäumen im Wald

Beim Leben und Reisen im Van wird die Welt zum Wohnzimmer und man verbringt viel Zeit in der Natur.

Camping im Einklang mit der Natur.

Augen auf bei der Wahl des Campingplatzes: Wer nachhaltig reisen möchte, sollte auf ökologischen Stellplätzen campen. Diese haushalten beispielsweise effizient mit dem Wasser und der Energie. Die naturnahe Gestaltung fördert darüber hinaus die Artenvielfalt. Umweltzertifizierte Campingplätze erkennt man übrigens an internationalen Ökolabels (siehe unten). Wer campt, benötigt auch Strom. LED-Leuchten und Solarpanels sind dabei energiesparende Optionen. Ein weiterer Pluspunkt: Mit der eigenen Energieversorgung seid ihr nicht nur umweltfreundlicher unterwegs, sondern auch unabhängiger.

3 internationale Camping-Ökolabels.

Wer ökologisch und nachhaltig campen möchte, kann sich an die internationalen Ökolabels „Green Key“, „Green Globe“ und „EU Ecolabel“ halten. Diese Programme zertifizieren Campingplätze, die auf Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung setzen. Dazu gehören: umweltbewusste Müllentsorgung, Energieversorgung durch Solaranlagen, respektvoller Umgang mit Ressourcen, umweltfreundliches Wasser- und Abwassermanagement, lokaler Einkauf, Biobewusstsein und soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern und Gästen sowie umweltsensibilisierende Aktivitäten.

Müllvermeidung „on the road“.

Die Müllvermeidung ist unterwegs definitiv schwieriger als zu Hause – aber machbar. Beim Einkaufen gilt: Auf so wenig Verpackungsmaterial wie möglich achten und Stoffbeutel anstelle von Plastiktüten verwenden. Frische Lebensmittel am besten auf dem Markt kaufen. So werden lokale Produzenten unterstützt und unnötiges Verpackungsmaterial vermieden. Alternativ zu kleinen Plastikflaschen könnt ihr Wasser in großen Kanistern kaufen und in wiederverwertbare Trinkflaschen aus Glas oder Edelstahl umfüllen. Entstandenen Müll gilt es richtig zu entsorgen. Geht mit gutem Beispiel voran und werdet selber aktiv, indem ihr die Plätze, an denen ihr euch aufhaltet, sauber verlasst. Wer einen Schritt weiter gehen möchte, kann „Beach Clean-ups“ organisieren (siehe unten) und Strände von zurückgelassenem Müll befreien.

Eine Person steht am Ufer und hält aufgesammelten Müll in den Händen

Saubere Meere: Jeder kann dazu beitragen, unsere Ozeane von Müll zu befreien.

So organisiert man einen „Beach Clean-up“.

Wenn ihr das nächste Mal an den Strand fahrt, ladet euch die „Clean Swell“-App von Ocean Conservancy herunter und nehmt einen Müllsack mit, um zurückgelassenen oder angeschwemmten Müll aufzusammeln und zu dokumentieren. Egal, wo ihr euch auf der Welt befindet: Die gesammelten Daten werden sofort in die globale Ocean-Conservancy-Mülldatenbank geladen. Diese Daten liefern eine Momentaufnahme des Meeresabfalls und geben Forschern und politischen Entscheidungsträgern Einblicke, um Lösungen zu finden. Euer Ergebnis und die dadurch erzielten Auswirkungen könnt ihr via Facebook, Twitter oder E-Mail mit Freunden teilen.

Naturprodukte für die (Vanlife-)Hygiene.

Auch bei der Körperpflege solltet ihr auf umweltfreundliche Produkte setzen. Egal ob Duschgel, Shampoo oder Zahnpasta – Kosmetikprodukte enthalten meistens Mikroplastik oder andere chemische Inhaltsstoffe wie Tenside, die die Umwelt belasten, da sie nicht oder nur schwer abgebaut werden können. Wer die Umwelt schonen möchte, greift auf Naturkosmetikprodukte zurück oder setzt auf Alternativen: Statt einer herkömmlichen Bodylotion könnt ihr etwa reine, native Öle wie Kokosöl, Arganöl oder Olivenöl verwenden. Auch feste Seifen sind umweltfreundlicher, da weniger Verpackungsmüll entsteht. Viele Kosmetika können aus wenigen Zutaten ganz einfach selbst hergestellt werden.

Deo aus 3 Zutaten selbst herstellen.

Zutaten:

  • 3 TL Kokosöl
  • 2 TL Natron
  • 2 TL Kartoffel- oder Maisstärke
  • Optional: 10 Tropfen eines ätherischen Öls eurer Wahl

Zubereitung:

Natron und Stärke gleichmäßig miteinander vermischen. Einen Teil des flüssigen Kokosöls hinzufügen (nicht alles auf einmal, um die Konsistenz besser zu bestimmen). Alles gut miteinander verrühren, bis eine cremige Paste entsteht. Bei Bedarf mehr Kokosöl hinzugeben, bis eine weiche Creme entstanden ist. Zum Schluss für den Duft optional 10 Tropfen ätherisches Öl unterrühren. Die Deo-Creme in einen Tiegel umfüllen – fertig. Zur Anwendung einfach mit dem Finger eine erbsengroße Menge entnehmen. Die Achseln damit eincremen und kurz einziehen lassen. (Quelle: smarticular.net)

Ein Tiegel mit Kokosöl und einem Löffel aus Holz

Native Öle wie Kokosöl eignen sich für viele Kosmetikartikel.

Regional und saisonal essen.

Im Van ist in der Regel wenig Platz für Essensvorräte. Bewusstes Einkaufen ist also das A und O. Dabei solltet ihr auf regionale und saisonale Lebensmittel zurückgreifen. Jedes Land hat seine eigenen Gerichte und Spezialitäten aus der Region zu bieten. Wenn ihr bereits einen weiten Weg hinter euch gelassen habt, muss euer Essen das nicht auch tun. Unterstützt also die Produzenten vor Ort und entdeckt die Gaumenfreuden der Gegend. Lokale Restaurants sind zudem meist günstiger als Fastfood-Ketten. Die Speisekarte überfordert euch? Dann fragt am besten die Einheimischen, was sie empfehlen können.

Ein Mann schwenkt eine Pfanne in der Küche seines Vans

Regional und saisonal: Im Reiseland kann man seinen kulinarischen Horizont erweitern.

Die gezeigten Umbauten wurden von unabhängigen Drittanbietern vorgenommen. Die Anbieter und Umbauten wurden nicht durch Mercedes-Benz überprüft. Die Abbildungen stellen insofern keine Bewertung des Anbieters und/oder der Umbauten durch Mercedes-Benz dar.

Fotos: Lee & Max; Forest of Dean photographer videographer Capturing Adventure; We, Who RoamTiny Watts SolarMatt McMonagle

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