Wintercamping – auch ohne Standheizung.

Ein schwarzer Mercedes-Benz Camper-Van fährt durch ein schneebedecktes Tal

Das Gefühl von Sonnenstrahlen auf der Haut, der Geruch von Sonnenmilch und dabei das rauschende Meer im Ohr: Erinnerungen, die beim Blick aus dem Wohnzimmerfenster wie Seifenblasen zerplatzen. Die Außenwelt scheint in einen kalten, grauweißen Schleier gehüllt zu sein. Der letzte Sommer-Trip im Van ist gefühlt schon Ewigkeiten her. Für alle, die nicht warten wollen, bis es wärmer wird, haben wir Tipps fürs Campen bei kalten Temperaturen zusammengestellt. Lasst euch nicht von einer fehlenden Standheizung von eurem nächsten Van-Abenteuer abhalten!

Der kälteste Ort im Van: das Fahrerhaus.

Das Fahrerhaus ist in der Regel der Ort, über den am meisten Kälte in euren Van gelangt. Große Scheibenflächen, die Lüftungsschlitze oder auch die Pedalöffnungen im Fußraum können dafür sorgen, dass jeder Windstoß zur Härteprüfung wird. Damit ihr also euren Wintercamping-Ausflug nicht schon nach der ersten Nacht frierend abbrechen müsst, solltet ihr diesen Bereich möglichst gut isolieren. Hier ein paar Tipps, wie das möglichst einfach und günstig klappt.

  • Lüftungsregler auf Umluft stellen: Einfach und schnell umsetzbar, verhindert dieser Tipp, dass kalte Luft von außen über die Lüftung in den Innenraum gelangt.
  • Frontscheibe im Stand von außen isolieren: Dazu eignen sich aluminiumbeschichtete Scheibenabdeckungen, die mit Gummibändern befestigt werden. Die günstige Variante gibt’s in fast jedem Baumarkt. Teurere Thermomatten, die zum Beispiel zusätzlich wetterfest sind, gibt’s im Fachhandel.
  • Scheiben im Stand von innen isolieren: Die gleichen Scheibenabdeckungen funktionieren auch im Fahrzeug. Dazu benötigt man nur ein wenig handwerkliches Geschick. Mit einer Schere kann man die Matten an die kleineren Seitenfenster anpassen. Knifflig wird’s bei der Befestigung. Eine Möglichkeit sind Saugnäpfe, die nachträglich in die Folie eingearbeitet werden. Eine kurzfristige Lösung ist selbstklebendes Klettband.
  • Fußraum mit Pedalöffnungen isolieren: Am besten vorgeformte, rutschfeste Fußraumisolierwannen verwenden, die sowohl den Boden als auch die Pedalöffnungen abdecken.
Silhouette eines Fahrers hinter dem Steuer eines Mercedes-Benz Camper-Vans

Lieber ein eigenes Haus auf vier Rädern als ein schnödes Hotel.

Der Wohn- und Schlafbereich.

Damit es im Wohnbereich des Vans möglichst warm bleibt, sollte das Fahrerhaus mit einem Vorhang vom Wohnbereich abgetrennt werden. Fans von Naturprodukten können beispielsweise Vorhänge aus dicker Schafswolle verwenden. Nicht ganz so hübsch, aber dafür funktionell sind spezielle Thermovorhänge, die mit einer alubedampften Polyesterfolienschicht die Kälte abhalten. Ein zusätzlicher Vorteil von Vorhängen ist, dass sie den Schlafbereich angenehm abdunkeln.

  • Die Fenster im Wohnbereich isolieren: Die Fenster im Wohnbereich sollten auf die gleiche Weise präpariert werden wie die Scheiben im Fahrerhaus. Zusätzlich helfen dicke Vorhänge, die Kälte von draußen abzuhalten.
  • Den Boden isolieren: Gegen kalte Füße helfen Camping-Isomatten unter den Teppichen. Achtet darauf, dass die Unterseiten der Isomatten so beschichtet sind, dass sie nicht verrutschen.
Ein Wanderer blickt von einer Anhöhe in Richtung schneebedeckter Berge

Winterlandschaften besitzen ihren eigenen Zauber.

Die Alternative zur verbauten Heizung.

Mobile Heizlüfter sind eine gute Möglichkeit, den Innenraum warm zu halten. Dazu benötigt ihr aber eine Stromquelle. Wählt deswegen einen Campingplatz, der eine Stromversorgung bietet. Die Heizlüfter gibt es von günstig bis teuer in verschiedenen Ausführungen. Damit die Heizlüfter Wärme verbreiten, ohne ein Sicherheitsrisiko zu sein, gilt es ein paar Dinge zu beachten.

  • Heizlüfter mit automatischer Abschaltung: Da die Drähte in den regulären Heizlüftern sehr heiß werden, ist es wichtig, dass die Geräte eine automatische Abschaltung besitzen. Das heißt, sie schalten sich aus, wenn sie umkippen, überhitzen oder beispielsweise ein Handtuch auf den Lüfter fällt. Lasst den Heizlüfter trotzdem nicht unbeaufsichtigt laufen. Zum Beispiel heizt ihr vor dem Schlafengehen noch mal ein und schaltet das Gerät anschließend ab.
  • Der Stromverbrauch: Wählt ein Gerät, dass nicht mehr als 500 Watt Leistung besitzt oder über einen Eco-Modus in diesem Bereich verfügt. Bei zu hoher Leistung steigen die Stromkosten und im schlimmsten Fall reicht die Absicherung auf dem Campingplatz nicht aus und die Sicherung fliegt raus.
  • Alternative Keramikheizlüfter: Eine gute Alternative zu den herkömmlichen und günstigeren Modellen sind Keramikheizlüfter. Dort bestehen die Heizelemente aus Keramikplatten, die weder durchbrennen können noch glühen.

Wärme-, Nässe- und Schmutzschleuse.

Falls ihr vorhabt, längere Zeit an einem Ort zu bleiben, dann lohnt es sich, ein Vorzelt aufzubauen. Es verhindert, dass die Kälte beim Einsteigen ungehindert in den Van eindringen kann. Zusätzlich könnt ihr dort eure nassen Klamotten und eure Ausrüstung lagern und vermeidet so Feuchtigkeit und Schmutz im Fahrzeug. Für die Wahl des Vorzelts haben wir ein paar Tipps für euch.

  • Kältefestes Material: Achtet unbedingt darauf, dass die Außenhaut des Zelts aus kälteresistentem Material ist. Alternativ gibt es im Handel auch wasser-, schnee- und kälteresistente Überwürfe für Zelte.
  • Die Konstruktion: Das Dach sollte abfallend sein, damit sich Regen oder Schnee nicht sammeln und ablaufen oder abrutschen können. Achtet auf eine stabile Konstruktion, die bei stärkerem Schneefall eine größere Schneelast aushält. Zusätzlich sollte das Zelt speziell an der Auflagefläche am Fahrzeug gegen Zugluft isoliert sein.

Wir hoffen, wir konnten euch mit unseren Tipps zu einem neuen Winter-Van-Abenteuer motivieren! Campen ist im Winter etwas anstrengender als im Sommer. Aber denkt daran: Die besten Erlebnisse entstehen oft dann, wenn man seine Komfortzone verlässt.

Das mit Schneeketten ausgerüstete Rad eines Mercedes-Benz Transporters

Better safe than sorry – Schneeketten solltet ihr im Winter immer an Bord haben.

Fotos: Felix Schwarz, Pexels.com

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