Tajik Rally – „Auf unseren Van konnten wir uns stets verlassen“

Der ehemalige Feuerwehrwagen von Mercedes-Benz in der Natur

Rumänien, Russland, Tadschikistan: Das Rallyeteam „Breaking Good“ über die Tajik Rally in einem ehemaligen Feuerwehrwagen von Mercedes-Benz.

9.712 Kilometer für eine Spende

„Zehn Länder in maximal vier Wochen“, lautet die Ansage vier Reisender. Thorsten Knaack, Marc Pöcking, Joachim von Dörnberg und Alexander Sosna wollten es diesen Sommer wissen und haben an der jährlichen Tajik Rally teilgenommen. Von München aus nach Österreich, Rumänien und Russland reisten die Mitdreißiger aus dem Südwesten Deutschlands. Unter dem Namen „Breaking Good“ schafften sie es bei diesem abenteuerlichen Benefizwettrennen auf Platz 13 von 25 und erreichten dabei 9.712 Kilometer! Eine Reise ohne GPS, technische Hilfsmittel und klimatisierten Wagen. Am Zielort, Duschanbe in Tadschikistan, übergaben sie dann eine Spende. Das Besondere: Es ist ihr Rennfahrzeug, ein ehemaliger Mercedes-Benz Feuerwehrwagen – 210 601 KA. Baujahr 1984, mit 2,3 Liter Hubraum, strammen 95 PS und 43.000 Kilometern auf der Uhr. Wie es zu dieser ungewöhnlichen Spende kam und was die Reisenden auf der Rallye erlebten, erzählen sie im Interview.

800 Kilometer voller Nervenkitzel

Warum habt Ihr an der jährlichen Tajik Rally nach Tadschikistan teilgenommen?

Thorsten Knaack hat von der Rally in der lokalen Presse gelesen und Joachim von Dörnberg gefragt, was er davon hält. Beide waren von dem Benefizwettrennen, das Helfen und Abenteuer kombiniert, begeistert – vor allem, weil keiner bisher in den zentralasiatischen Gebieten gewesen ist. Anschließend wurden Team und Auto gewählt.

Und die Route?

Der ursprüngliche Plan war, über die Türkei, Georgien und den Kaukasus zu fahren. Auf Grund der politisch instabilen Lage haben wir uns jedoch dazu entschieden, über die Nordukraine zu reisen. Unglücklicherweise war der normale Highway wegen Erdrutsch gesperrt, daher mussten wir den längeren aber schöneren Weg durch das Wakhan Valley fahren. Diese circa 800 Kilometer lange Strecke war voller Nervenkitzel: Die Straßen, wenn überhaupt vorhanden, waren „katastrophal“ und Afghanistan war unser stetiger Begleiter auf der linken Fahrseite.

Der Mercedes-Benz Feuerwehrwagen auf den Straßen Tadschikistans.

Eine ungewöhnliche Laufzeit

Wie habt Ihr euer Rennfahrzeug dafür gerüstet?

Wir haben den Gepäckraum umgebaut, um mehr Lagerfläche zu erhalten, die wir auch zum Schlafen benötigten. Ein Gepäcknetz wurde zudem zur Sicherheit installiert sowie ein Dachgepäckträger auf den Wagen befestigt und ein Unterbodenschutz für die Ölwanne angebracht. Zum Schluss haben wir noch einen Kaninchendraht vor den Kühler gespannt, um diesen vor Mücken, Fliegen und anderen kleinen Insekten zu schützen.

Und das war notwendig?

Vor allem für den Pamir Highway (4.200m)! Die Anforderungen an Team und Auto waren sehr hoch. Die Straßenverhältnisse – Steine, Schlamm, Wasser – sind nicht vergleichbar mit dem normalen Einsatzgebiet des Feuerwehrautos. Es ging Serpentinen bergauf und bergab, was für Motor und Bremse eine große Herausforderung war. Auch die lange und konstante Laufzeit, die fast täglich 14 Stunden umfasste und am Tag bis zu 900 Kilometer betrug, ist für den einstigen Feuerwehrwagen sehr ungewöhnlich.

Falsche Logos und Schönheiten im Minutentakt

Gab es noch mehr ungewöhnliche Erlebnisse auf eurer Strecke?

Die Verkehrsampeln in Kasachstan zum Beispiel. Bei denen werden die Ampelmännchen gegen Ende der Grünphase schneller – als würden sie rennen. Oder die Waldfeuerwehr in Kirgistan, die Tarnuniformen als Ausrüstung trägt. Und dann waren da noch die chinesischen 40-Tonner, welche ein falsches Mercedes Logo im Kühlergrill haben – ein Q oder T statt eines Sterns. Jedes bereiste Land hatte seine spezifischen Schönheiten und Besonderheiten, seien es die Wüsten Kasachstans, die unendlich groß erscheinenden Sonnenblumenfelder Russlands oder die Berge Kirgistans. Was uns jedoch am besten gefallen hat, war das Wakhan Valley, in welchem über viele hundert Kilometer der Pamir von zwei Gebirgszügen umgeben ist – hier verändert sich das Zusammenspiel von Fluss und Berg im Minutentakt, atemberaubend und wunderschön!

Um Menschen vor Ort zu helfen

Teil der Rallye ist es, am Ende der Reise etwas zu spenden – Warum habt Ihr euch für euer Rennfahrzeug entschieden?

Wir hatten die Idee, ein Auto zu wählen, mit dem wir auffallen, welches viel Platz bietet und vor Ort noch Anwendung findet. Das Feuerwehrauto soll der örtlichen Feuerwehr an der Grenze zu Afghanistan dienen, um den Menschen vor Ort helfen zu können. Für einen Mercedes-Benz haben wir uns entschieden, da er Zuverlässigkeit, Stabilität und Bodenfreiheit – vor allem wichtig für die schlechten Straßenverhältnisse ­– bietet. Auf unseren Mercedes-Benz Van konnten wir uns stets verlassen, im Gegensatz zu vielen anderen Rallyeteilnehmern, die große Probleme mit Motor, Fahrwerk und Reifen hatten! Diese mussten mehrere Tage in Werkstätten verbringen oder sogar wegen Totalschadens stehen lassen und nach Hause fliegen.

Der Feuerwehrwagen am Fluss von Wakhan Valley.

200 Einsätze in neun Monaten

Wie reagierte die lokale Feuerwehr bei der Übergabe?

Leider mahlen auch in Tadschikistan die Behördenmühlen sehr langsam. Wir konnten daher das Mercedes-Benz Fahrzeug nur an das Büro von Habitat for Humanity übergeben. Diese meldeten uns aber zurück, dass bereits vor kurzem vier Verantwortliche von der regionalen Fahrzeugverwaltung das Fahrzeug abholten. Da die örtliche Feuerwehr derzeit mit viel Hitze zu kämpfen hat – 200 Einsätze in neun Monaten –, die bestehenden Fahrzeuge aus sowjetischen Beständen sind und große technische Probleme haben, kam die Spende zur richtigen Zeit und ist eine große Bereicherung.

Würdet Ihr die Reise mit dem Mercedes-Benz Fahrzeug erneut antreten?

Wir würden jedes Mal wieder auf die Qualität und Zuverlässigkeit der Marke mit dem Stern setzen. Der Mercedes-Benz hat sich als sehr zuverlässiges und renntaugliches Fahrzeug erwiesen. Weder Stock und Stein, noch weniger gutes Benzin oder die langen Fahrzeiten konnten dem Feuerwehrwagen etwas anhaben – gemäß des Mercedes-Benz Vans Mottos: „Vans. Born to run“.

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