Ein Hauch von Indien auf den Straßen Barcelonas – der Foodtruck Masala73

Wie bringt man Fernreise-Flair auf die Straßen Barcelonas? Mit einem Mercedes-Benz 406 D! Der Foodtruck Masala73 verbindet katalanische Leidenschaft mit den Aromen Indiens.

Eine Reise verändert alles

Im Leben von Jordi Aros hat sich alles irgendwie immer um eines gedreht: Kochen. Als Jugendlicher der erste Küchenjob, danach die Ausbildung zum Koch und schließlich reicherte er seine Kochkünste und sein Wissen über Gastronomie durch zwei Studien noch mit der nötigen Prise an Management-Know-how an. Jordi arbeitete an der Seite renommierter Köche wie Martín Berasategui (drei Michelin-Sterne) oder Joan Bosch (ein Michelin-Stern). Er schien die richtige Rezeptur für seine Karriere gefunden zu haben. Dann jedoch änderte eine Sache alles: eine Reise.

Der Foodtruck Mercedes-Benz 406 D mit hochgeklappter Seitenscheibe

Begeisterung für indische Kultur

Jordi Aros ist Spanier, genauer Katalane. Neben der eigenen hat es dem Koch aus Barcelona allerdings noch eine andere Kultur angetan: die indische. Nachdem Jordi von seiner Reise durch Indien zurückgekommen war, beschloss er, eine neue Reise zu beginnen – und diese startet im Cockpit eines Mercedes-Benz 406 D aus dem Jahr 1973. Also mit einer Zeitreise, wenn man so will. Doch der Reihe nach.

Im Inneren des Foodtrucks Masala73 werden indische Speisen zubereitet

Aus Sehnsucht wird Leidenschaft

Er sei sofort fasziniert von den vielen Facetten Indiens gewesen, erzählt der Spanier heute, von der kulturellen Vielfalt, dem regen Treiben auf den Straßen der Metropolen – und natürlich von der indischen Küche. Die indische Kultur habe er aufgesogen wie die vielfältigen Gewürze und Aromen der heimischen Küche. Aus der Sehnsucht erwuchs eine Leidenschaft – und schließlich ein konkretes Vorhaben: Die Tradition und Gerichte Indiens nach Europa wollte er bringen. Doch wie transportiert man neben den leckeren Gerichten auch noch das indische Lebensgefühl nach Barcelona? In einem Transporter. Mit einem Foodtruck. Eben mit dem Mercedes-Benz 406 D.

Ein indisches Gericht steht auf der Ablage des Foodtrucks Masala73

Streetfood bedeutet Emotion

Gemeinsam mit seinen Freunden Dani Roca und Kuldeep Singh, beides Köche, beschloss Jordi, sich selbstständig zu machen – und die Straßen Barcelonas mit einem Foodtruck aufzurollen. „Wir wollten die indische mit der katalanischen Küche verbinden. Wir wollten unsere Leidenschaft auf das nächste Level hieven“, erzählt Jordi, der sich nach langen Jahren in der Gastronomie bewusst gegen ein Restaurant entschied. Denn nur mit Streetfood könne man den Geist der indischen Küche authentisch transportieren, so der Spanier. „Es ist für einen Koch ein Privileg, das Essen dem Gast persönlich zu übergeben und mit ihm ins Gespräch zu kommen“, sagt Jordi und lächelt. So werde das Essen erlebbar, zu einem emotionalen Moment.

Es ist für einen Koch ein Privileg, das Essen dem Gast persönlich zu übergeben und mit ihm ins Gespräch zu kommen

Jordi Aros vor seinem Foodtruck Masala73

Die Idee: ein authentischer Foodtruck mit einem Hauch von Indien

Noch fehlten Fahrzeug und Name. Natürlich sollte es um Indien gehen, um dessen unvergleichliche Gerichte. Schnell kam das Trio auf den Hindi-Begriff „Masala“, der indische Gewürzmischungen vielfältiger Art beschreibt. Um den kulinarischen Kenner von seinem Foodtruck zu überzeugen, brauchte es aber mehr als nur leckeres Essen: Es brauchte ein Alleinstellungsmerkmal. „Wir wollten nicht noch irgendeinen Foodtruck eröffnen. Es musste schon etwas Besonderes sein – eine echte Marke, ein nachhaltiges, durchdachtes und vor allem authentisches Produkt“, sagt er.

Brusco sorgt für das Alleinstellungsmerkmal

Also schauten sich die drei Katalanen nach einem geeigneten Van um, der den professionellen Ansprüchen der Köche gerecht wird. Irgendwann stießen sie auf den Mercedes-Benz Transporter aus dem Jahr 1973. Ihren Schlüssel zur Selbstständigkeit hatten sie damit gefunden – am Strand von Tarifa. Der befreundete Künstler Brusco verpasste dem Transporter einen grün-gelben Anstrich im Lowbrow-Art-Stil und siehe da: Masala73 hatte das Licht von Barcelonas Straßen erblickt.

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Hugo Jose Maria Corral bezeichnet sich selbst als Kunsthandwerker. Er bemalt Schilder, Kleidung und Objekte. Eines seiner Meisterstücke ist der Mercedes-Benz 406 D von Masala73.

> Erfahre mehr über Hugo und seine Lowbrow Art

Brusco steht in seinem Atelier, um ihn herum sind Roller und Motorräder
Team von Masala73, im Hintergrund steht der Foodtruck

In die Pfanne kommt nur beste Qualität

Bei ihren Gerichten legen die drei Spanier höchsten Wert auf Qualität, nur ausgewählte Zutaten kommen in die Pfanne. Auch dies habe er in Indien gelernt: „Für das Kochen und Essen nimmt man sich in Indien viel Zeit“, sagt Jordi. „Wenn etwas gut werden soll, braucht man Geduld.“ Und wenn man heute auf den Straßen Barcelonas unterwegs ist, wenn man vorbeischlendert an der kolossalen Kathedrale Sagrada Família, über La Rambla spaziert oder an der Strandpromenade La Barceloneta flaniert – und es duftet nach Koriander, Kümmel und frischen Kräutern, dann ist der Foodtruck Masala73 nicht weit. Vermutlich rösten, mahlen und kochen Jordi, Dani und Kuldeep ihre indisch-katalanischen Köstlichkeiten – und gehen gerade ihrer Leidenschaft nach.


Masala 73
Barcelona | Spain
www.masala73.com

Photos: Damaris Riedinger