Vom Hippie-Van zum Hotdog Food Truck

Der Mercedes-Benz 508 D hat schon eine Weltreise auf dem Buckel, jetzt tourt er als Foodtruck.

Drei Köche wollten das Geheimnis der Wurst erforschen. Jetzt verkaufen sie als Brandt & Levie Worstmakers ihre Produkte auch aus einem hellrosa Food Truck heraus.

Die lange Reise zur guten Wurst

In strahlend weißen Arbeitskitteln lehnen Geert van Wersch, Jiri Brandt und Samuel Levie vor der roten Backsteinwand ihrer Metzgerei. Sie witzeln – und wüsste man es nicht besser, würde man meinen, hier stünden drei fröhlich-hippe Partygänger nach einem Konzert in einem umfunktionierten Meatpacking-District. Doch weit gefehlt. 2011 haben die drei ein Unternehmen gegründet, das sich rund um die Wurst dreht.

Produziert wird in der eigenen Fleischerei, verkauft im Shop oder direkt aus dem Mercedes-Benz Foodtruck.

Weit gereist sind sie dafür, haben bei korsischen Bauern über Schweinezucht und bei italienischen Metzgern über die Fleischbearbeitung gelernt. Eine Art „Reise zur Wurst“ war das, sagen sie und lachen. Die Eindrücke dieser Reise lassen sie jetzt in ihre Produktion einfließen: Von Orange, Fenchel, Apfel bis zu Sardelle reichen die Geschmacksrichtungen. Der Gourmet vor Ort weiß das zu schätzen. Doch auch ein junges, trendbewusstes Publikum soll erschlossen werden. Und so verkaufen die drei Fleischexperten ihre Würste auch direkt aus einem Food Truck heraus: als Hotdogs.

Mit dem Food Truck neue Zielgruppen erschließen

„Der Mercedes-Benz 508 D aus dem Jahr 1982 gehörte ursprünglich einem alten Hippie, der damit durch Europa tourte, gegen den Krieg protestierte und auf der Rückbank schlief“, erzählt Geert van Wersch. „Als wir ihn aufkauften, änderten wir erst einmal das gesamte Interieur und bauten es zu einer professionellen Küche um.“ Jetzt fährt der hellrosa Foodtruck, auf dem das Logo mit den zwei sich kreuzenden Schlachterbeilen prangt, verschiedene Festivals in den Niederlanden und Belgien an. „Auf diese Weise erreichen wir eine neue Zielgruppe“, sagt van Wersch. „Junge, urbane Leute, die neben Partys und guten Konzerten auch qualitativ hochwertiges Essen zu schätzen wissen. Mit dem Metzgereiverkauf allein kämen wir an die ja sonst gar nicht ran.“ Und so ist das ehemalige Hippie-Gefährt zum Marketing-Tool geworden, das das junge Unternehmen Brandt & Levie Worstmakers auch außerhalb der Feinschmecker-Szene Amsterdams bekannt macht.

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Mercedes-Benz 508 D als Foodtruck von Brandt & Levie Worstmakers.

Arbeiten mit Respekt vor der Natur

Vielleicht wäre der Hotdog Food Truck heute dennoch ein wenig im Sinne des alten Hippies. Es sei denn, er ist Vegetarier. Die mittlerweile 24 Mitarbeiter von Brandt & Levie Worstmakers verarbeiten ausschließlich Fleisch. Aber sie machen es mit großem Respekt vor der Natur. Beziehen es von Ökobauern aus der Region und verwerten das geschlachtete Tier restlos. „Das zeichnet uns aus, denn die meisten Metzger können das gar nicht“, sagt van Wersch. Zu seinen großen Vorbildern zählt der Slowfood-Gründer Carlo Petrini, der sie auf ihrer Reise durch Italien unter seine Fittiche nahm. „Wir lassen nichts übrig und machen Salami, Schinken, Pancetta, Pastete und zu guter Letzt sogar Seife aus den Tieren.“

Dieses Konzept wurde jüngst auch im Magazin des britischen Starkochs Jamie Oliver gelobt. Die niederländische „Elle“ empfiehlt indes die Seife. Die junge und urbane Zielgruppe wächst also. Und der hellrosafarbene Mercedes-Benz 508 D, der diese Entwicklung in Gang gesetzt hat, tourt unermüdlich von Festival zu Festival und verbreitet die Botschaft weiter.


Brandt & Levie Worstmakers 
Amsterdam | Niederlande
www.brandtenlevie.nl

Fotos: Brandt & Levie Worstmakers