Ein echtes Offroad-Biest: der Sprinter 6×6 von Oberaigner

Sprinter 6x6 ist offroad zu Hause

Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein gewöhnlicher Pritschenwagen mit einer dritten Achse, doch bei genauem Hinsehen entpuppt sich der Sprinter 6×6 als ein wahres Muskelpaket für On- und Offroad.

Der Wolf im Sprinter-Pelz

Mit einem 6×6 Fahrzeug verbindet man vielleicht nicht gerade eine hohe Alltagstauglichkeit und ein enormes Platzangebot. Man denkt viel eher an Dschungel, Wüste und ein markantes, selbstbewusstes Äußeres mit viel Metall und prominenten Scheinwerfern. Vielleicht an den Mercedes G63 AMG 6×6, aber an einen Sprinter? Wohl eher nicht. Doch der österreichische Offroad-Spezialist Oberaigner schreibt die Regeln neu und verbindet das Durchsetzungsvermögen dreier Achsen mit der Geräumigkeit und der Vielseitigkeit eines Transporters. Dürfen wir vorstellen: der Sprinter 6×6 von Oberaigner.

Produziert wird der 6×6 in Rostock. Entsprechend kommt er in bester Sprinter-Manier ganz cool daher. Von außen zeigen nur die dritte Achse und das leicht erhöhte Fahrwerk, dass dieser Transporter besondere Fähigkeiten hat. Auch im Cockpit bleibt sich der Sprinter treu. Über vier zusätzliche Wippschalter können fünf Differenzialsperren und eine Geländeuntersetzung zugeschaltet werden.

Mercedes-Benz Sprinter 6x6 in steinigem Gelände

Ein Biest mit dem nötigen Biss – der Sprinter 6×6

Angepeitscht wird der Pritschenwagen von einem kraftvollen 6-Zylinder-Dieselmotor mit 190 PS. Das 5-Gang-Automatikgetriebe sorgt dafür, dass der Fahrer seine Aufmerksamkeit jederzeit auf das unwegsame Gelände richten kann. Die drei Achsen werden mit einem permanenten Allrad-Antrieb vorangebracht. Doch eine beeindruckende Motorleistung war nicht das primäre Ziel der Oberaigner-Ingenieure. Vielmehr sollte ein belastbares und leistungsfähiges Van-Gerüst geschaffen werden, sodass auch Rettungskräfte, Feuerwehren, und Forstbetriebe in abgelegenen Gebieten für jede Wetterlage und jedes Hindernis gewappnet sein können. Aus diesem Grund beträgt das zulässige Gesamtgewicht des Oberaigner 6×6 sieben Tonnen. Summa summarum macht das, bei einem Leergewicht von rund drei Tonnen, ganze vier Tonnen Zuladung. Damit übertrifft der Oberaigner den größten Sprinter 4×4 um rund zwei Tonnen.

Beste Technologie für die schlechtesten Wege

Um dem Sprinter eine derartige Lasterhöhung zu ermöglichen scheuten die Österreicher keine Mühen. Der Leiterrahmen, welcher Motor, Achsen und Getriebe trägt, wurde mit speziellen Metallteilen an der Seite verstärkt. Das macht ihn besonders steif und verhindert etwaige Rahmenverwindungen von vornherein. Eine weitere Maßnahme, um extremen Verschränkungen im Gelände zuvorzukommen ist die patentierte asymmetrische Doppelpendel-Hinterachs-Aufhängung. Hinter dem etwas komplizierten Begriff steht die Lösung eines altbekannten Problems. Viele 6×6 Fahrzeuge haben die Tendenz zu untersteuern – eine recht unangenehme und gefährliche Eigenschaft. Der Grund hierfür liegt in der Gewichtsverteilung auf die Achsen. Liegt zu viel Gewicht auf der Vorderachse, verlieren die Vorderreifen bei Kurvenfahrten an Griffigkeit und „schieben“ trotz eingeschlagener Lenkung zum äußeren Kurvenrand. Die spezielle Pendelachse sorgt zunächst für einen permanenten Achslastausgleich, aber legt Dank des asymmetrischen Designs die höhere Last auf die Hinterachse. Deshalb neigt der Sprinter 6×6 auch dazu über diese zu drehen. Ein weiterer schöner Nebeneffekt: Der Wendekreis verkleinert sich, was in manch engen und abgelegenen Talkesseln von großem Vorteil sein kann.

Mercedes-Benz Sprinter 6x6 von Oberaigner auf der Teststrecke

Sollte der Sprinter einmal ein Rad anheben oder beim Anfahren am Hang oder auf glattem Untergrund zusätzliche Traktion benötigen, kommen die Wippschalter zum Einsatz. Serienmäßig lassen sich zwei Längssperren und zwei Hinterachsperren zuschalten.

Volle Schubkraft voraus

Auch wenn die Pendelachse mit ihren großen Federwegen, die Räder des Oberaigners fast immer auf den Boden drücken kann, ist der Transporter auch für kniffligere Situationen gerüstet. Sollte der Sprinter einmal ein Rad anheben oder beim Anfahren am Hang oder auf glattem Untergrund zusätzliche Traktion benötigen, kommen die Wippschalter zum Einsatz. Serienmäßig lassen sich zwei Längssperren und zwei Hinterachsperren zuschalten. Optional ist auch eine Sperre für die Vorderachse erhältlich. Die Sperren verhindern plötzlich auftretende Drehzahlerhöhungen an einem antreibenden Rad bei geringer Bodenhaftung. Dadurch gleicht sich das Drehmoment zugunsten der anderen Räder aus. Die Zuschaltung wird von einer eigens entwickelten Software übernommen. Sie verhindert, dass die Sperren bei ungünstigen Bedingungen, wie beispielsweise einer zu hohen Geschwindigkeit, in Betrieb genommen werden.

Oberaigner baut Sprinter 6x6 zum Offroad-Biest um

Innovative Lösungen für jeden Untergrund

Die Sperrdifferenziale sind nur eine der technischen Feinheiten, die Oberaigner dem Sprinter-Chassis spendiert hat. Ein eigens entwickeltes ABS für die sechs Antriebsräder sorgt dafür, dass der Sprinter auch bei einem Bremsmanöver gelenkt werden kann. Das neu entwickelte ABD (automatisches Bremsdifferenzial) verhindert durch gezieltes Bremsen, dass einzelne Räder durchdrehen. Sollten sowohl die Bremsregelsysteme, als auch die Sperrdifferenziale nicht ausreichen, um voranzukommen, kann über einen Wippschalter eine Geländeuntersetzung zugeschaltet werden. Die Geländeuntersetzung erhöht die Getriebeübersetzung auf das Verhältnis 2,85:1. Das bedeutet, dass 2,85 Motorumdrehungen eine Radumdrehung ergeben. Durch diese kurze Übersetzung kann das Fahrzeug schneller beschleunigen, und erhöht kurzzeitig die Zugkraft. Eine geniale Hilfe auf extrem unsicherem Untergrund.

Auch die Bereifung selbst ist darauf ausgelegt jedes Abenteuer zu unterstützen. Die drei Achsen verlaufen in einer Spur und ebnen sich sozusagen selbst den Weg (Multipass-Effekt). Das reduziert den Rollwiderstand und den Schlupf für die hinteren Reifen. Im Gegensatz zum Sprinter 4×4 (mit fünf Tonnen zulässigem Gesamtgewicht) fährt der 6×6 dank seiner Einfach-Bereifung effizienter und mit höherer Bodenhaftung. Durch die Platzersparnis erhöht sich obendrein das Durchlademaß.

Sprinter 6x6 mit drei Antriebsachsen auf Gelände mit Hügeln

Im Übrigen sind für den Sprinter alle Aufbauten möglich, die auch mit den serienmäßigen Sprinter-Modellen von Mercedes-Benz machbar sind. Damit bietet der Oberaigner ein Gesamtpaket, das unter 6×6 Fahrzeugen einzigartig ist.

Eine Klasse für sich – der ultimative Offroad-Transporter

Die technische Finesse des Oberaigners ist bemerkenswert. Aber auch die restlichen Eigenschaften können sich sehen lassen: Eine erhöhte Watttiefe von 65 Zentimetern, schützt vor ungewollten Wasserschäden. Optionale Zusätze, wie eine Höherlegung der Motor-Luftansaugung, Unterfahrschutz an der Vorderachse und dem Verteilergetriebe oder eine Seilwinde am Bug, lassen die Möglichkeiten ins Unendliche wachsen. Im Übrigen sind für den Sprinter alle Aufbauten möglich, die auch mit den serienmäßigen Sprinter-Modellen von Mercedes-Benz machbar sind. Damit bietet der Oberaigner ein Gesamtpaket, das unter 6×6 Fahrzeugen einzigartig ist. Er kann dort eingesetzt werden, wo hohe Nutzlast, kompakte Abmessungen, überragende Traktion und Effizienz benötigt werden. Ergo: Der Sprinter 6×6 ist auf der ganzen Welt zu Hause.

Technische Daten Sprinter 6×6
Umbauhersteller Oberaigner
Rahmen von Oberaigner verstärkter Mercedes-Benz Originalrahmen
Antrieb Allrad 6×6
Getriebe 5-Gang-Automatikgetriebe, permanenter Allradantrieb
Motor 519 CDI, 6-Zylinder Dieselmotor
Nutzlast erhöhte Nutzlast bis zu 4.000 kg
Stützlast max. 140 kg
Leistung 140 kW (190 PS), 440 Nm
Technische Höchstgeschwindigkeit 100 km/h (elektronisch abgeregelt)
Watttiefe 65 cm
Bodenfreiheit unter den Achsen unbeladen: vorne 322 mm, hinten 257 mm; beladen: vorne: 256 mm, hinten 257 mm
Ausstattungen zwei unterschiedliche Radstände, mit Doppelkabine erhältlich
Böschungswinkel je nach Radstand zwischen 32° und 44°

Oberaigner Powertrain GmbH
A-4155 Nebelberg | Österreich
www.oberaigner.com

Fotos: Oberaigner

Egal, welchen Job Sie erledigen müssen – der Sprinter erleichtert Ihnen die tägliche Arbeit. Dabei können Sie ihm auch Schweres zumuten. Und gemeinsam viel bewegen. Dank zahlreicher Varianten und über 600 Sonderausstattungen erfüllt der Sprinter die unterschiedlichsten Ansprüche.