Vans & Robots: Die Paketboten der Zukunft kommen aus dem Sprinter

Mehr Effizienz durch parallele Auslieferung: Mercedes-Benz Vans und Starship Technologies revolutionieren die Logistik auf der letzten Meile.

Der kleine Paketbote bahnt sich seinen Weg

Mittagspause im Daimler-Stammwerk in Stuttgart-Untertürkheim: Aus allen Richtungen strömen Mitarbeiter in die Kantine von Haus 128. Wer bereits satt ist, gönnt sich in der Sonne einen Plausch mit Kollegen oder setzt sich auf einen der modernen Stühle des Vorplatzes – und entspannt. So sieht das hier an jedem Arbeitstag bei gutem Wetter um die Mittagszeit aus. Doch heute bewegt sich ein Fremder durchs Gewimmel: Souverän erklimmt 6D63 den Bordstein, lässt höflich einer Gruppe Fußgänger den Vortritt und rollt zielstrebig auf die Treppe an der Seite des Gebäudes zu. Dort hat er eine „Verabredung“ mit Jasmin Hagg, Praktikantin im Marketing von Mercedes-Benz Vans.

Roboter fährt vor einem Sprinter über einen Zebrastreifen

Pünktlich und zuverlässig: Lieferroboter von Starship Technologies

Die Studentin ist eine der Testkundinnen von 6D63, dem Lieferroboter von Starship Technologies. Vor wenigen Minuten erst hat sie auf ihrem Smartphone die Nachricht erhalten, dass ihre Bestellung im Anmarsch ist. Jetzt macht sie sich auf den Weg vor die Tür, um dort den „Paketboten“ zu treffen. Beim Gang die Treppe hinunter entdeckt Jasmin Hagg das sechsrädrige Gefährt mit den knuffigen Proportionen genau dort, wo es ihr das Smartphone anzeigt. Sie entriegelt den Laderaum des Roboters über eine App, entnimmt die bestellte Sendung und eilt wieder an ihren Arbeitsplatz.

Jasmin Hagg öffnet den Roboter via Smartphone

Paketboten das Leben erleichtern

6D63 kehrt unterdessen selbstständig zurück zu seinem „Mutterschiff“, einem Sprinter mit Platz für diverse Pakete und bis zu acht Lieferrobotern. Was Mercedes-Benz Vans hier im Werk Untertürkheim auf eigenem Gelände im Rahmen des Projekts „Robotic Delivery Systems“ testet, könnte schon bald Alltag in der Paketzustellung sein: Zu Beginn einer Schicht fährt ein Sprinter in sein Zielgebiet. Dort angekommen, liefert der Zusteller nicht mehr ein Päckchen nach dem anderen aus. Stattdessen werden acht Kunden, die vorher einer Just-in-time-Belieferung zugestimmt haben, parallel von den Robotern mit Paketen versorgt – ein gigantischer Effizienzgewinn. Der Zusteller übernimmt währenddessen die schwierigeren Jobs mit unhandlichen Paketen oder bereitet schon seinen nächsten Stopp vor.

Starship Technologies Roboter auf der Laderampe eines Mercedes-Benz Sprinter

Intelligente Zusammenarbeit mit dem Sprinter

Im Projekt „Robotic Delivery Systems“ sind Transporter und Lieferroboter soft- und hardwareseitig miteinander vernetzt und arbeiten intelligent zusammen. An Bord des Sprinter befindet sich im Unterdeck der „Parkplatz“ für die Roboter. Im Oberdeck sind die Ladungsträger mit den Paketen untergebracht. Ein innovatives Regalsystem garantiert, dass viele Prozesse im Van weitgehend automatisiert ablaufen und der Job des Zustellers effizient erledigt werden kann. Zudem weiß der Sprinter immer, wo sich seine Lieferroboter gerade befinden und wo er sie wieder einsammeln darf.

Die Roboter selbst orientieren sich auf Straßen, Plätzen und Wegen mithilfe von GPS und zahlreichen Kameras. Laufend checkt das Gefährt die Umgebung, um sich ebenso autonom wie sicher fortzubewegen. Dank seiner sechs Räder und der flexiblen Radaufhängung überwindet der 6D63 auch hohe Bordsteine mühelos.

Der Fahrer eines Sprinter steht im Laderaum

Wie Vans mehr werden als ein Fahrzeug

Starship Technologies hat mit seinen Robotern bereits in England, der Schweiz und Deutschland erfolgreich Tests durchgeführt, zum Beispiel mit dem Paketzusteller Hermes und dem Elektrohändler Saturn. Der nächste Schritt ist nun, die Roboter mit einem Transporter als sogenanntes „mobiles Hub“ zu verbinden. Mercedes-Benz Vans und der Sprinter sind die ersten, die sich dieser Aufgabe stellen. Interdisziplinäre Projektteams arbeiten wie Start-ups an Innovationen und nutzen die Chancen einer vernetzten und digitalisierten Welt. So wird aus dem Van mehr als nur ein Fahrzeug – er wird zu einer ganzheitlichen Lösung für den Transport von Waren und Menschen.

Mercedes-Benz Sprinter mit Vans & Robots Logo

Zwei Start-Up-Legenden revolutionieren die Logistik

Das ist genau der Geist, der die Starship-Gründer Janus Friis und Ahti Heinla prägt. Der Däne Friis und der Este Heinla sind keine Unbekannten in der weltweiten Start-up-Szene. Einst haben sie den Kommunikationsdienst Skype und die Filesharing-Plattform KaZaA mitentwickelt. 2014 gründete das Duo dann Starship Technologies und hat seitdem nichts weniger im Sinne, als die Zustellung auf der letzten Meile weltweit zu revolutionieren. „Janus und ich machten ein Brainstorming zu der Frage, welche bahnbrechenden Veränderungen Roboter der Welt bringen könnten. So kamen wir darauf, dass Roboter Dinge liefern könnten“, blickt Athi Heinla zurück.

Zwei Lieferroboter von Starship Technologies fahren vor einem Sprinter

„Lieferroboter werden zum Alltag auf den Straßen gehören“

Durch den Erfindergeist der Unternehmen könnte dies künftig zur Normalität werden. „Ich bin mir sicher, dass Roboter signifikante Veränderungen bewirken werden“, sagt Ahti Heinla. „Schiffe werden automatisch navigieren, Trucks autonom fahren, Lieferroboter zum Alltag auf den Straßen gehören. Das passiert sicher nicht über Nacht, aber schneller, als viele Menschen glauben.“ Schon bald werden Sprinter und Roboter nicht mehr nur Sendungen innerhalb geschlossener Privatgelände ausliefern, sondern ganz normale Päckchen mit Schuhen, Kleidung oder Büchern auf öffentlicher Straße. Und dieses Tätigkeitsfeld wächst enorm, wie Heinla berichtet: „Mehr und mehr Leute shoppen online.“ Die parallele Auslieferung durch Roboter aus dem Sprinter – eine Systemlösung von Mercedes-Benz Vans, die Paketdienste aufhorchen lassen wird.

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