Heritage Vans: Back to the roots mit Mark und seinem 410er

Einen Nachfolger für seinen alten Transporter zu finden, fiel dem Teppichhändler Mark Calvert nicht leicht. Um an seinen jetzigen 410er heranzukommen, setzte der Teppichhändler aus Doncester all sein Verhandlungsgeschick ein.

Wer Charakter hat, braucht keine Extras

Wenn Mark Calvert den Schlüssel im Schloss seines Mercedes-Benz 410 T1 umdreht und der Motor zu gluckern beginnt, zeichnet sich ein deutliches Lächeln in seinem Gesicht ab: „Der Wagen läuft perfekt und klingt wie ein alter Diesel. Das trägt viel zu diesem unverwechselbaren Charakter bei“, freut sich Mark. „Der Wagen ist 20 Jahre alt und läuft wie neu – das nenne ich Wertarbeit!“, freut sich der Engländer, als er den Transporter vor seinem Teppich Warehouse in Doncaster, South Yorkshire parkt. Hier verkaufen Mark und sein Team kostengünstig Teppiche an ein breites Publikum. Der 410er ist nebst dem firmeneigenen Sprinter täglich im Einsatz. „Natürlich gibt’s hier drin nicht viele Extras außer dem Zigarettenanzünder“, scherzt Mark, „aber dafür kann an sich auf diesen Wagen perfekt verlassen, das ist mir mehr wert als Air-Condition und andere moderne Features.“

Jugenderinnerung auf vier Rädern

Nicht nur die Teppiche, auch seine Leidenschaft für Mercedes-Benz Fahrzeuge wurden Mark sozusagen in die Wiege gelegt. Denn nicht nur Mark selbst besaß verschiedene Mercedes-Benz Modelle, sondern auch sein Vater: „Als ich 18 war, kaufte mein Vater einen brandneuen T1 207“, erinnert sich Mark. „Diese Vans sind also so etwas wie eine Jugenderinnerung für mich. Darum war auch der erste Transporter, den ich mir kaufte, ein T1. Von dem musste ich mich allerdings irgendwann trennen und suchte darum nach einem geeigneten Nachfolger“.

Ein seltenes Stück

An dieses Modell heranzukommen war allerdings nicht gerade leicht, denn in Großbritannien sind gut erhaltene Gebrauchtwagen-Modelle des 410er ziemlich rar. Gebaut wurden die Fahrzeuge der Baureihe T1 zwischen 1977 und 1995 – Marks Exemplar gehört somit zu den neusten seiner Generation. Die auch als „Bremer Transporter“ bekannten Wagen wurden im Bremer Werk in diversen Ausführungen gebaut und in verschiedenste Länder exportiert. „Manche davon findet man heute in Osteuropa, in Afrika oder im Mittleren Osten, doch hier in Großbritannien ist das Modell extrem selten“, erinnert sich Mark an die mühselige Suche. Fündig wurde er schließlich vor vier Jahren bei einem Mann aus Nordirland, der allerdings selbst sehr an diesem Auto hing. Darum war viel Überzeugungsarbeit gefragt: „Ich ließ nicht locker, fragte immer wieder nach. Eines Tages willigte er dann ein – wohl nicht zuletzt, weil ich meine irischen Wurzeln ins Spielt brachte“, zwinkert Mark.

Wertarbeit ohne wenn und aber

„Bei diesem Wagen handelte es sich zwar um ein rostfreies Exemplar, dennoch investierte ich viele Arbeitsstunden, um ihn wie neu aussehen zu lassen“, fasst Mark die Reparaturarbeiten zusammen. „Das Tolle an diesen Wagen ist ihr simpler Aufbau: Sie verfügen über keine komplizierte Elektronik, sondern sind einfach und robust gebaut. Das macht es mir möglich, alles, was es zu machen gibt, selber in die Hand zu nehmen. Und dafür brauchte ich mir nicht erst teure Spezialwerkzeuge zu besorgen, sondern ich konnte einfach einen handelsüblichen Schraubenschlüssel verwenden“, erklärt Mark. Verwendet wurden nur Original-Teile, auf manche davon wartete er bis zu drei Jahre. „Dafür bleibt mir der Wagen jetzt sicherlich wieder 20 Jahre treu“, freut sich Calvert und tätschelt seinen 410er.

Ein echter Hingucker

Auch sein Umfeld hat der gesprächige 50-Jährige mit seiner Begeisterung angesteckt. Ein befreundeter Teppichhändler war derart begeistert von Marks Vans, dass er sich zehn neue Sprinter zulegte: „Auf diesem Fotos sieht man seine Neuwagen neben meinem alten 410er“, erklärt Calvert und zeigt auf eine Aufnahme der beiden Transporter. „Als ich vor einiger Zeit bei einer Carshow in Leeds mit meinen 410er vorfuhr, dachte ich mir, dass sicherlich nur wenige Leute sich dafür interessieren würden, da es sich ja nicht um einen wirklichen Oldtimer handelt“, so Mark. Umso erstaunter war er über die vielen positiven Reaktionen. „Auch beim lokalen Mercedes-Benz Truckhändler staunte man nicht schlecht, als ich mit meinem Transporter vorfuhr“, erzählt er stolz. „Viele der Abgestellten hatten noch nie ein solches Modell zu Gesicht bekommen, da sie in Großbritannien so selten sind. Sogar einen eigenen Artikel im Classic Van and Pickup Magazine bekam mein 410er“, freut sich Calvert.

Unreplacable

Obwohl der Transporter jeden Tag im Einsatz ist, kümmert sich Mark Calvert mit voller Hingabe um dieses Modell: „Wenn ich ehrlich bin, behandle ich dieses Auto viel besser als einen Neuwagen“, bekennt Calvert. „Einen Neuwagen kann man schließlich ersetzen, dieses Auto nicht. Und genau das macht ihn so wertvoll für mich“. Kein Wunder also, dass der weiße Transporter abends nicht auf dem Parkplatz zurückgelassen wird, sondern Mark bis vor die Haustür begleitet. Wohin er seinen 410er gerne mal fahren würde, möchten wir von Mark wissen, als er behutsam die Tür abschließt. „Am liebsten nach Deutschland. Ich würde mir gerne das Werk anschauen, in dem er gebaut wurde“, meint Mark nach kurzem Überlegen. Back to the Roots, sozusagen.

Der Besitzer

Mark Calvert, 50, ist Besitzer des Teppich-Geschäfts „Mission Mill Carpets“ in Dorcester, South Yorkshire. Calvert ist – wie bereits sein Vater – ein großer Mercedes-Benz Fan und besaß diverse Modelle. Seinen Cosworth Evolution 1 verkaufte er vor zwei Jahren, um sich ganz dem Aufbau seines 410ers widmen zu können.

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