Ain’t no mountain high enough – mit dem Unimog über alle Berge.

Ein Mercedes-Benz 1300 L fährt durch eine bewölkte Berglandschaft

Stillstand? Nichts für Ananda und Marco. Die Journalistin und der Fotograf sehnen sich nach Input für die Sinne. Als Van-Nomaden werden sie fündig.

Ein Entschluss mit Allradantrieb.

Aufs Land ziehen oder gleich ganz in die Ferne? Als die Vermieterin von Ananda und Marco den beiden vor zwei Jahren den Mietvertrag wegen Eigenbedarf kündigt, stehen sie vor einem Dilemma: Eine neue Bleibe in Köln finden ist mühselig und vor allem teuer. Überhaupt: Das Prinzip Miete-zahlen scheint ihnen schon länger fragwürdig. Viel sinnvoller wäre ein kleines eigenes Häuschen auf dem Land. Aber jetzt schon niederlassen? Die Kulturjournalistin und der Fotograf sind abenteuerhungrig. Sie fassen einen Entschluss: In einem Unimog 1300 L wollen sie sich die Ferne zum neuen Zuhause machen.

Ein Paar posiert in einem Mercedes-Benz Unimog

Marcos Sinn für Ästhetik macht sich im Innenraum des Trucks bemerkbar.

MYVAN: Was hat euch dazu bewegt, euer altes Leben für das im Van aufzugeben?
Ananda: Gerade für eine Journalistin und einen Fotografen ist es eher unproduktiv, in einem Land „festzusitzen“. Nichts gegen unsere Heimat, Deutschland finden wir nach wie vor sehr schön. Aber es ist für uns persönlich viel bereichernder, dauernd in Bewegung zu bleiben, ein Leben auf Reisen zu führen und in Deutschland immer wieder mal anzudocken, um Familie und Freunde wiederzusehen.

MYVAN: Ist der Entschluss einmal gefallen, geht es an die Auswahl des richtigen Fahrzeugs. Welche Eigenschaften waren euch dabei wichtig?
Ananda: Unser rollendes Zuhause sollte uns überall hinbringen: Wüsten, Schneeberge, Wälder, Dschungel und versteckte Strände. Deswegen suchten wir nach einem starken Truck mit Allradantrieb. Ein Unimog ist als Geländewagen so gut wie vollkommen. Dank der speziellen Technik macht er einfach vor nichts Halt und ist für einen Truck dennoch besonders wendig. Ein weiterer Vorteil: Durch seine Gestalt und seinen Stern ist dieser Wagen ein echter Türöffner. „Mercedes!“ rufen Einheimische oft mit Daumen hoch.

  • Ein Mercedes-Benz Unimog durchquert eine Wüste
  • Zwei Vans parken in der Wüste
  • Ein Unimog fährt durch einen Bergfluss
  • Ein Mercedes-Benz Unimog fährt durch eine karge Berglandschaft

Von der Bundeswehr-Pritsche zum Abenteuer-Truck.

MYVAN: Wo seid ihr auf euren Unimog gestoßen und in welchem Zustand war er?
Marco: Wir haben den Truck von einem Händler gekauft, der ihn gebraucht vom Militär erworben hatte. Er wurde 1987, Ende des Kalten Krieges, gebaut und in sehr gutem Zustand mit gerade mal 70.000 Kilometern ausgemustert. Als wir den Mercedes-Benz 1300 L kauften, war er militärgrün. Wir haben ihn grau-weiß gestrichen, damit jeder weiß: Wir kommen in Frieden.

Als wir den Unimog kauften, war er militärgrün. Wir haben ihn grau-weiß gestrichen, damit jeder weiß: ‘Wir kommen in Frieden’.

MYVAN: Der Unimog wird vor allem von Feuerwehr und Bundeswehr als Nutzfahrzeug eingesetzt. Wie habt ihr euer Modell bewohnbar gemacht?
Ananda: Die Pritsche haben wir durch einen Rahmen ersetzt und dann das „Haus“ draufgebaut. Mit der Hilfe von Marcos bestem Freund, einem Ingenieur aus Leidenschaft, wurde alles bis ins Kleinste konstruiert. Dann fand sich ein Schweißer, der die Box aus Aluminium fachgerecht geschweißt hat. Per Kran haben wir die Box dann auf den Truck gesetzt. Schließlich hat Marco alles eigenhändig eingebaut: Isolierung, Holzwände, Türen, Fenster, Einrichtung, Elektrik oder Wasserschläuche. Das Ganze hat zwei Jahre gedauert. Immerhin sollte es ja ein echtes kleines Haus auf Rädern werden mit Küche, Sitzecke, Schlafplatz und Bad.

Zwei Vans fahren auf einem Gebirgspass

Selbst auf den entlegensten Straßen treffen die Weltenbummler Gleichgesinnte – von ganz verschiedener Couleur.

Steckbrief Unimog 1300 L

Hersteller

Daimler-Benz

Produktionsstandort

Gaggenau, Deutschland

Zugrundeliegendes Modell

1300 L

Nachfolgermodell

Mercedes-Benz SK und LK

Bauform

Pritschenwagen

Motor

OM 366 A

Länge

5,90 Meter

Breite

2,10 Meter

Radstand

3,50 Meter

Zulässiges Gesamtgewicht

7,5 Tonnen

Fold in
Fold out

Ein einmaliger Prototyp.

MYVAN: Woher hattet ihr das Know-how für den Umbau in Eigenregie – sicherlich keine leichte handwerkliche Aufgabe?
Ananda: Bei einem großen Teil der Konstruktion unterstützte uns Marcos besagter bester Freund. Beim Rest half uns das Internet. Marco hat unglaublich viel in Foren recherchiert. Bei einem so speziellen Projekt stößt man aber auch im World Wide Web irgendwann an seine Grenzen. Vieles war Trial-and-Error – und das war eine ganz schöne Geduldsprobe. Aber das Ergebnis ist wirklich schön geworden und unser Haus auf Rädern, ein einmaliger Prototyp, sieht ziemlich schick aus. Marco hatte schon immer ein überaus gutes Handwerksgeschick und als Fotograf hat er echt Ahnung von Farben, Formen und Licht. Das sieht man der Inneneinrichtung auch an.

MYVAN: Gab es besondere Herausforderungen?
Marco: Das Schwierigste war die Elektronik und die gesamte Verkabelung. Auf dem Dach sind Solarpanels installiert, die vier Hochleistungsbatterien laden. Von diesen Batterien führen etliche Kabel zu den Invertern und sämtlichen Lampen und Geräten, wie zum Beispiel Kühlschrank und Wasserpumpe. Das alles auszuklamüsern, hat sehr lange gedauert. Dafür können wir nun sehr unabhängig reisen. Wir haben auch zwei Wassertanks mit jeweils 100 Litern Wasservorrat und ein Filtersystem, das daraus Trinkwasser generiert. Die Wasserschläuche und die Kabel waren sicherlich das Komplizierteste am ganzen Aufbau.

MYVAN: Kamen auch mal Zweifel auf?
Marco: Beim Umbau kommen einem oft Zweifel. Denn ob und wann das Projekt jemals ein Ende nimmt, ist total unklar. Erst im Nachhinein haben wir begriffen, dass das bereits der Anfang der Reise war.

Wir sagen immer, wir haben zwar nur ein kleines Häuschen, aber unser Garten ist die ganze Welt.
Ein Reisender winkt aus seinem bunten Truck

Reiseglück teilen – für Ananda und Marco die Essenz ihres Vanlebens.

Echte Begegnungen fernab der Zivilisation.

Kaum ist das neue Zuhause fertig, starten die beiden Abenteurer von Köln in Richtung Asien. Auf einer Route von knapp 40.000 Kilometern schlängeln sie sich erst durch den Balkan, durchqueren den vorderen Orient, passieren China, bis sie schließlich Indien erreichen. Wo sie morgen ankommen möchten, entscheidet sich Tag für Tag von Neuem. Manchmal ist das Wetter ausschlaggebend für eine bestimmte Richtung, manchmal die Notwendigkeit, ein gewisses Werkzeug aus der Stadt zu besorgen, manchmal einfach Lust und Laune.

Marcos und Anandas Tipp für gute Camping-Spots

Das Einzige, was bei unserer Reiseroute feststand, war, dass es von Deutschland nach Indien gehen soll. Mit unserer spontanen Herangehensweise ist für uns die App ‚iOverlander‘ sehr nützlich, mit deren Hilfe Reisende im Van ihre schönsten Camping-Spots markieren können.

MYVAN: Welche Abenteuer eurer bisherigen Reise sind euch besonders in Erinnerung geblieben?
Ananda: Mit einem Unimog folgt ein Abenteuer aufs andere. Sehr eindrucksvoll war der Iran, eines der freundlichsten Länder unserer Reise und überraschenderweise eine echte Camping-Nation. Überall im Land schlagen die Iraner ihre Wurfzelte auf und picknicken. Egal auf welchem Untergrund. Als wir auf der Spitze eines Berges Halt machten, wurden wir von einer Gruppe Straßenarbeiter zu einem Picknick im Schnee eingeladen. Neben ihren Schneepflugmaschinen hatten sie eine Decke ausgebreitet. Danach hatten sich ihre Schneepflüge allerdings festgefahren. Mit dem Unimog konnten wir sie wieder befreien.

 MYVAN: Das sogenannte Vanlife, wie ihr es lebt, reizt immer mehr Menschen. Was bewegt sie eurer Meinung nach dazu, auf vier Rädern zu leben?
Marco: Ich glaube, es ist der Traum, sein Leben umzukrempeln, umzudenken, weit weg zu reisen, aber dabei sein Zuhause immer dabei zu haben, oder zumindest eine verkleinerte Version davon. Mit den Dingen, die man wirklich braucht. Es ist der Traum, frei und unabhängig zu leben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und viel in der Natur zu sein. Wir sagen immer, wir haben zwar nur ein kleines Häuschen, aber unser Garten ist die ganze Welt. Es tut gut, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und viel in der Natur zu sein.

Eine Frau blickt in der Ferne über eine Steppenlandschaft

Die schönste Belohnung nach einer langen Fahrt: eine spektakuläre Aussicht.

Ein Unimog fährt Kreise in der Wüste

Manchmal vergehen viele Tage, bis die beiden anderen Menschen begegnen.

Zwei Männer unterhalten sich auf einem Bergweg hinter einer Ziegenherde

Nicht nur vielen verschiedenen Menschen begegnet das Duo auf seiner Reise, auch allerlei vierbeinigen Gefährten.

Ein Unimog parkt vor einem Bergsee

Gewappnet für alle Extreme – der 1300 L wurde besonders vom Militär, der Feuerwehr und in der Land- und Forstwirtschaft eingesetzt.

Ein Reisender entfacht ein Lagerfeuer vor einem Unimog in der Steppe

Nicht viele Unimogs haben schon so viele verschiedene Sonnenuntergänge erlebt.

Ein Unimog steht in der Steppe unter blauem Himmel

Sich Zeit lassen, um Orte kennenzulernen – das finden Ananda und Marco besonders wichtig.

Die gezeigten Umbauten wurden von unabhängigen Drittanbietern vorgenommen. Die Anbieter und Umbauten wurden nicht durch Mercedes-Benz überprüft. Die Abbildungen stellen insofern keine Bewertung des Anbieters und/oder der Umbauten durch Mercedes-Benz dar.

Fotos: Länge x Breite x Weite

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